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ANIMAL PEACE zum Welpenverkauf bei Zoo Zajac – DER WESTEN

Warum ein Gegner des Welpenverkaufs mit Zoo Zajac kooperieren würde

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Philipp Wahl – am 01.02.2013

Duisburg.  Dass Zoo Zajac nur 400 statt 1000 Hunde verkauft hat, sei ein Erfolg der „Initiative gegen Welpendiscount“, findet Reinhold Kassen. Warum der Tierschutzaktivist dennoch behauptet, Norbert Zajac zu mögen und warum er manche Zajac-Gegner „Hundehändler übelster Sorte“ nennt.

Seit Jahren kämpft Reinhold Kassen gegen den Handel mit Tieren und Tierfleisch – und darum auch gegen Zoo Zajac. Der Duisburger Tierschutzaktivist demonstriert, sammelt Unterschriften und versucht, seine Botschaften gegen die XXL-Tierhandlung an Menschen und Medien zu bringen. Als Norbert Zajac 2011 bekanntgab, ab Januar 2012 Hundewelpen in seinem Geschäft verkaufen zu wollen, war es Kassen, der den bundesweiten Widerstand im Bündnis „Initiative gegen Welpendiscount“ organisierte. Und nun sagt Kassen, Medienkoordinator der Tierrechtsorganisation Animal Peace, so etwas: „Ich mag ihn. Er hat es weit gebracht.“ Ja doch, der Aktivist meint Norbert Zajac, den Gründer und Chef des laut Guinness-Buch größten Zoofachgeschäftes der Welt. Zajac, so Kossen, sei ein „Ruhrpott-Original und ich glaube, dass ich auch eins bin.“ Damit nicht genug: Zajacs Hundeverkaufsanlage, so Kassen, sei „nicht schlecht“ und „am liebsten würde ich gemeinsame Sache mit Herrn Zajac machen“.

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Reinhold Kassen aus Duisburg organisiert den Widerstand gegen den Welpenhandel bei Zoo Zajac n der „Initiative gegen Welpendiscount“. Eigentlich mag er Norbert Zajac, sagt Kassen. – Foto: Animal Peace

Allerdings hat Kassen nicht etwa die Seite gewechselt. Für den Geschäftsführer des gemeinnützigen Ablegers „Animal-Peace Tierhof“ ist Zajacs Hundeverkauf „immer noch eine Gräueltat“ und „der Tierhandel der moderne Sklavenhandel. Im Zajac-Supermarkt ist es besonders schlimm.“ Beinahe jede Woche, so der 48-Jährige, hätten er und der harte Kern seiner Aktivisten seit dem Start des Welpenverkaufs im Januar 2012 in den Fußgängerzonen an Rhein und Ruhr vor dem Hundekauf bei Zajac gewarnt und Unterschriften gesammelt. Etwa 10.000 Bürger sollen an den Infoständen unterschrieben haben, „um dem gewerblichen Verkauf von Hunden und Katzen in Zoohandlungen Einhalt zu gebieten“.

Vor allem wegen dieser Dauerkampagne, so Kassens Sichtweise, habe Zoo Zajac im ersten Jahr 400 statt 1000 Hunde verkauft – und nicht etwa, weil dem Unternehmen seriöse Lieferanten fehlten. So hatte Norbert Zajac selbst die unter seinen anfänglichen Erwartungen liegenden Verkaufszahlen nach 365 Tagen Welpenhandel erklärt: „Die Nachfrage ist auf jeden Fall da.“ Einen Erfolg will der Geschäftsmann dem Tierrechtler dennoch zugestehen, wie er sagt: „Mit den Dauerprotesten vor meinem Laden hat er zumindest erreicht, dass bis heute keine andere Zoohandlung in Deutschland in den Welpenhandel eingestiegen ist. Das soll mir nur Recht sein.“

 

Tierschützer will Hunde und Katzen in Zoogeschäften verbieten lassen

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Tierschützer Reinhold Kassen (links) im Gespräch mit Norbert Zajac. Foto: Animal Peace

 

Zurück zu Kassens Charmeoffensive. Die lässt den 58-jährigen Adressaten erwartungsgemäß kalt. Kassen indes hofft – allen Ernstes ? – darauf, „dass der Tierfreund Norbert Zajac aufwacht, Tieren in Not mit seinem vielen Geld Gutes tut und dass wir endlich gemeinsam gegen die richtigen Bösewichte vorgehen.“ Mit Zajac als medialem Zugpferd würde er „gerne ein Auffanglager für Wildtiere aus nicht artgerechter privater Haltung aufbauen und die Tiere weitervermitteln. Dasselbe könnte Herr Zajac auch mit Hunden aus dem Tierheim machen. Da wäre er doch auch in den Medien ein Held.“

Will Zajac aber nicht, weil er so nicht für „unseren Qualitätsstandard“ bürgen könne. Und Exoten, die ihren Herr- und Frauchen zu groß geworden sind, lieferten Zoll und Behörden ohnehin schon bei ihm in Duisburg-Neumühl ab, „weil Zoos keinen Platz dafür haben und Tierheime nicht das Know-how“. Kaimane, Riesenschlangen, große Fische und Affenfamilien habe er so beispielsweise schon weitervermittelt.

Hinter dem Annäherungsversuch des Mannes, der schon Anfang der 90er-Jahre für Animal Peace im Dauereinsatz ist, vermutet Norbert Zajac ohnehin „den Versuch, eine neue Einnahmequelle zu generieren“. Was Kassen freilich bestreitet:

Zajac nennt Hunde-Lieferanten nicht – Vorwürfe und Erklärungen

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Foto: WAZ

Zwischen 5000 und 10.000 Euro nehme sein Verein „Animal-Peace Tierhof“, dessen Geschäftsstelle an der Friedrich-Alfred-Straße in Rheinhausen liegt, monatlich ein: „Unsere Fördermitglieder – es sind zurzeit etwa 700, 800 – unterstützen uns monatlich mit jeweils 30 bis 100 Euro, dazu kommen Spenden, auch anderer Organisationen.“

Das Geld investierte er einerseits in Tierhöfe in Moers-Kapellen und Haltern sowie in Aufklärungsarbeit, Kampagnen und „Tierbefreiungen“. Vor wenigen Tagen erst endete die Rettung von 129 Mastschweinen, die der Verein „Rüsselheim e.V.“ in Augsburg freigekauft hatte. „Animal-Peace Tierhof“ half beim Transport auf einen Hof im Berliner Umland mit.

Ein Dauerbrenner bleibt die Kampagne „gegen Wühltischwelpen“. Kassen hofft, den Verkauf von Katzen und Hunden in Zoohandlungen gesetzlich verbieten lassen zu können: „Dazu müssen aber alle deutschen Tierschutzorganisationen und Tierheime an einem Strang ziehen.“

Kunden erfahren nicht, woher Welpe stammt

Bis dahin kritisiert Kassen erst einmal seinen „Lieblingskontrahenten“ Zajac weiter: Der nenne die Namen seiner Welpen-Lieferanten nur nicht, „um irgendwelchen unseriösen Hinterhofzüchter zu decken“. Dass Norbert Zajac genau mit diesen Züchtern keine Geschäfte macht und nur jeden vierten angebotenen Hund kauft, will der Tierschützer ihm nicht glauben.

Der Hundehändler selbst argumentiert, er müsse seine Lieferanten nach den schlechten Erfahrungen Anfang 2012 vor Tierschützern wie Kassen schützen: „Diese Leute haben meine Geschäftspartner beschimpft, haben Demos in deren Vorgärten veranstaltet und ihre Internetseiten gekapert.“

Selbst die Kunden erfahren nicht, woher ihr Hund stammt: Die Tierschützer, so Zajac, „haben wiederholt Testkäufe bei uns gemacht. Ich kann da nicht zwischen Aktivisten und ehrlichen Käufern unterscheiden. Wenn da Adressen in Umlauf geraten, habe ich bald wirklich keine Züchter mehr, die mir gesunde Welpen verkaufen.“

Als die Proteste vor dem Zoogeschäft im Januar 2012 ihren Höhepunkt erreichten, hatten Zajac und Kassen häufiger Gelegenheit zum Gespräch:

Im Duisburger Tierheim wurden wohl noch keine Zajac-Hunde abgegeben

Damals habe Kassen ihm erklärt, dass viele der Tierschützer vor Ort ihre Einnahmequelle durch Zajacs „Sortimentserweiterung“ gefährdet sähen, behauptet Zajac: „Diese Gruppen verkaufen jährlich 500.000 Straßenhunde, die sie zum Beispiel aus Mittelmeerländern einführen, hat Herr Kassen mir erzählt.“

Der Tierrechtler bestreitet diese Aussage, gesteht aber zweierlei: dass tatsächlich viele „vermeintliche Tierschützer als Hundehändler übelster Sorte Geld verdienen“ und dass er sich während der Demonstrationen auch mit Hundezüchtern verbündet habe, denen er selbst kritisch gegenüberstehe. Zumal er jede Form des Tierhandels ablehne.

Vorsitzende des Tierheims kritisiert Hundeverkauf bei Zajac

Im „Tierschutzzentrum Duisburg“, dem städtischen Tierheim, hat seit Beginn des Hundehandels übrigens noch niemand einen Hund abgegeben und Zajac als Bezugsquelle genannt. Das berichtet die Vorsitzende Monika Lange. Sie bleibt dennoch dabei, dass die Zajac-Welpen „in der wichtigsten Phase ihres Lebens, in der Sozialisierungsphase sehr stressige Veränderungen erleben müssen, die bei empfindlichen Tieren Schaden anrichten können.“

So könnten durch die fehlende Prägung Verhaltensauffälligkeiten verursacht werden. Gleichwohl seien die Unterbringung und die Betreuung der Hunde bei Zoo Zajac nicht schlecht, besser sogar als bei vielen Züchtern, so Lange. „Wir sollten aber bei der Bewertung des Hundeverkaufs dort nicht nur Negativbeispiel heranziehen. Es geht eben auch viel besser.“

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Zu Weihnachten lieber ein Stofftier

Deutscher Tierhilfe Verband:

Zu Weihnachten lieber ein Stofftier

Gerade zur Weihnachtszeit ist die Versuchung groß, viele Kinder wünschen sich einen kleinen Hund oder ein Kätzchen. Doch Tiere können nicht so einfach zurückgegeben oder umgetauscht werden, weil etwa die Zeit oder das Geld fehlt, sich um das Tier zu kümmern. Viele Tierheime geben deshalb auch im Winter keine Tiere mehr ab. Tiere sollten nicht unbedacht verschenkt werden – ganz besonders gilt das zu Weihnachten. Zwar ist ein Haustier für viele Familien eine Bereicherung, mit der Anschaffung eines Tieres sind jedoch immer viel Aufwand und auch finanzielle Belastungen verbunden. Ratgeber für Haustierhaltung rechnen so etwa mit Kosten von ca. 10.000 €, die ein Hundehalter bei einer ca. 15-jährigen Lebenserwartung seines Tieres für Futter, tierärztliche Behandlung und Versorgung aufbringen muss. Einige Rassehunde und -katzen benötigen auf Grund spezieller Züchtungen zudem noch zusätzliche Versorgung oder Pflege, die über die übliche Betreuung hinausgeht. Auch sind bestimmte Krankheiten oder Pflegebedürfnisse bei Rassetieren keine Seltenheit. Die Anschaffung eines Haustieres sollte eine wohlüberlegte Entscheidung sein, die mit Verantwortung getragen werden muss. Ein Tier zu halten, bedeutet auch das Eingehen von Kompromissen und gewissen Einschränkungen. Bevor ein Tier angeschafft wird, sollte man sich die Frage stellen, ob man auch dazu bereit ist. Katzentoiletten und Kaninchenställe müssen gesäubert, ein Hund muss täglich ausgeführt werden, bei jedem Wetter. Je nach Größe sollten mindestens eine bis zwei Stunden für das Gassigehen eingeplant werden.

HH_F Nr_ 005sViele Tierhalter, die sich spontan für den Kauf eines Haustieres entschieden haben, stehen dazu regelmäßig vor einem weiteren Problem: Wohin mit dem Tier im Urlaub, wenn sich niemand kümmern kann? Viele Züchter und auch Tierheime bieten eine vorübergehende Urlaubsbetreuung von Haustieren an. Doch Tierheime melden regelmäßig zu den klassischen Urlaubszeiten und leider auch verstärkt nach Weihnachten einen dramatischen Anstieg von ausgesetzten Tieren. Auf diese Weise entledigt sich so mancher Tierhalter seines „Problems“, doch ist das Aussetzen eines Tieres nicht nur strafbar, sondern bedeutet für das Tier – wenn es nicht gefunden wird – meist den sicheren Tod. Hunde und Katzen, die heute als Heimtiere gehalten werden, sind zu einem selbständigen Überleben in der Natur nicht mehr fähig. Wenn sie nicht anderen Tieren zum Opfer fallen, verhungern sie meist kläglich, da sie nicht in der Lage sind, für ihre Ernährung zu sorgen. Auch über die Unterbringung des Haustieres im Urlaub oder im Krankheitsfall sollte man sich daher im Vorfeld Gedanken machen. Nach offiziellen Angaben der Tierheime werden Jahr für Jahr bis zu 500.000 Tiere ausgesetzt, die Dunkelziffer dürfte noch weit darüber liegen. Was viele allerdings nicht wissen: Das Aussetzen von Tieren kann mit bis zu 25.000 € Strafe ziemlich teuer werden.

Ein großes Problem, welches oft und ganz besonders zur Weihnachtszeit zu Spontankäufen führt, stellen Verkäufe von Tieren auf Märkten dar: Meist im Grenzgebiet zu Osteuropa werden Hunde und Katzen zu Niedrigstpreisen angeboten. Dabei haben die meisten Tiere eine eher zweifelhafte Herkunft – auf Wochenmärkten, in Zeitungsanzeigen oder einfach am Straßenrand angebotene Jungtiere sind meist eingeschmuggelte Tiere, die oft unter erbärmlichen Zuständen als Massenware „produziert“ werden, häufig sind diese Tiere krank und überleben oft nicht lange. Meist werden die Jungen viel zu früh von den Muttertieren getrennt, sind nicht oder nur unzureichend geimpft, leiden an Mangelerscheinungen und brauchen oft eine kostspielige Behandlung, während die Muttertiere viel zu häufig geschwängert und als Gebärmaschinen missbraucht werden. Solche Tiere sollte man nicht kaufen, so mitleiderregend sie auch angepriesen werden, denn für jedes verkaufte Tierbaby steht meist schon ein neues bereit.

dtvUm solche Strukturen nicht ungewollt zu unterstützen, sollte man sich beim Kauf eines Haustieres daher wenn möglich auch immer die Elterntiere ansehen und Tiere nur bei seriösen Verkäufern erwerben – grundsätzlich jedoch nie anonym. Der Deutsche Tierhilfe Verband e.V. empfiehlt, die Anschaffung eines Haustieres immer mit der ganzen Familie mit genügend Zeit zu überlegen, damit es nicht zu Enttäuschungen kommt. Auch für Tiere, die aus dem Tierheim geholt werden, ist es schlimm, wieder zurück zu müssen. Regelmäßige Besuche im Tierheim, die auch mit dem Ausführen von Hunden verbunden werden können, sind vor der Anschaffung eines Haustieres ein guter Weg, sich an die Verantwortung zu gewöhnen. Und zu Weihnachten freuen sich Kinder seit jeher auch über Stofftiere.

WELPEN-DISCOUNT.INFO – Demo trotz Regen ein voller Erfolg

Am 03.11. waren wir erneut auf der Strasse …

… auf der Strasse gegen den Welpen-Discount und ganz besonders gegen Zajacs Tierhandlung, in der vom Exoten übers Haustier alles verkauft wird was lebt – Hunde und Katzen inclusive. Alles ist verkäuflich und wird nach wie vor aus Glaskästen und/oder Käfigen heraus angeboten.

Demnach sehen wir es nach wie vor als unsere Pflicht an die Bevölkerung aufzuklären, das Bewusstsein zu sensibilisieren und mit jeder Menge Infoständen auf das Treiben hinter den Kulissen des Tierhandel aufmerksam zu machen. Die Duisburger Innenstadt, nicht weit entfernt vom Duisburger Unternehmen Zoo Zajac, war wieder einmal ein passender Ort sich Gehör zu verschaffen. Wenn auch das Wetter uns etwas im Stich ließ – der Tag hat sich gelohnt.

 

Die „Initiative gegen Welpen-Discount“ hat es sich zum Ziel gemacht nicht nur den illegalen Handel mit Tieren anzugehen, sondern auch den bisher von rechtswegen legitimierten Handel. Aus einem einfachen Grund: Tiere sind keine Ware! Und unsere hohen moralischen Ansprüche in unserer Gesellschaft verbieten es uns geradezu, sie immer noch zu einem Artikel mit Preisschild zu degradieren.

Mehr zu Zajacs Geschichte, der europäischen Welpenmafia, weiteren skrupellosen Tierhändlern und unserer Arbeit finden Sie in unserem Blog unter:

www.welpen-discount.info

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Interview-Auszug vom 03.11. 2012 – Duisburger City

Reinhold Kassen, Leiter der Initiative gegen Welpen-Discount:

Ich habe mit Herrn Zajac schon mal gesprochen, nicht nur wegen der Hunde- und Katzenwelpen. Wir kennen uns als Gegner in der Sache schon sehr lange und hatten bereits wegen seiner Ware „Minischwein“ und anderen Tierarten oft persönlich miteinander zu tun. Oft – für unser beider Geschmack schon zu oft – aber wir kommen beide aus Duisburg. Wir kommen nicht aneinander vorbei.Auch heute wäre ich noch lieber in seinem Büro als auf der Strasse!“

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Auf die Frage, was Herr Kassen denn in Zajacs Büro wolle, grinst er breit in die Kamera:

Wissen Sie, ich würde gerne mit ihm am Tisch sitzen und bei einem Kaffee neue Pläne machen. Anstatt weiter zu versuchen Hundwelpen an den Käufer zu bringen – was ohnehin dank unserer Aufklärung nicht so gut zu laufen scheint wie erwartet – würde ich ihm gerne vorschlagen aus diesem jetzigen Verkaufsraum etwas FÜR Tiere zu machen. Soweit ich gehört habe kennt er sich gut mit Reptilien aus? Na prima, Wissen Sie was für einen enorm tierquälerischen Schwarzmarkt & Handel es mit diesen Tieren gibt? Er könnte solche beschlagnahmte Tiere aufnehmen und etwas zurückgeben. Einfach mal was GUTES für Tiere tun. Ob er mich wohl mit der Idee durch die Tür lässt? Aber wie würde Loriot es sagen: “Macht ja nichts, macht ja nichts…wir haben ja Zeit!“ Wir werden bis zu diesem Gespräch im Büro eben auf der Strasse unsere Arbeit machen – und das bisher sehr erfolgreich!“

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Gestopft, gemästet, gequält – die Martinsgans ist „gans“ arm dran

Der grausamen Prozedur des „Stopfens“ fallen unzählige Enten und Gänse zum Opfer

Auch Foie gras, die Gänseleber, gilt als besondere Delikatesse. Der Konsum von Gänsefleisch und Gänsestopfleber zu Vorweihnachtszeit und St. Martin macht fast die Hälfte des Jahresgeschäftes aus. Woher das Fleisch in der Kühltheke aber stammt; was hinter Leber und Leberpastete steckt, ist vielen Verbrauchern unbekannt. Was viele Konsumenten ebenfalls nicht wissen: „Foie gras“ heißt übersetzt „fette“ – also kranke – „Leber“.

Zwar ist die Produktion von Gänsestopfleber in Deutschland durch das Tierschutzgesetz verboten, sie ist jedoch auch hierzulande beliebt, und so sind Import und Verkauf auch noch immer erlaubt. Der neben Ungarn und Bulgarien wichtigste Produzent von Stopfleber in Europa (und gleichzeitig weltweit) ist Frankreich ─ bis zu 80­ % der gehandelten Produkte aus Stopfleber stammen aus unserem Nachbarland. Zwar dürfte sie auch dort eigentlich nicht produziert werden, auch Frankreich hat ein strenges Tierschutzgesetz. Als „nationales Kulturgut“ aber gilt für die vermeintliche Delikatesse eine Ausnahme.

Der grausamen Prozedur des „Stopfens“ fallen unzählige Enten und Gänse zum Opfer, alleine Deutschland importiert jährlich ca. 170 Tonnen französische Stopfleber – bis zu 50 % des Geschäftes werden auch hierzulande zur Weihnachtszeit gemacht. Zahlreiche Beobachtungen belegen, dass die Vögel während der Zeit des Stopfens zu Tode gemästet werden. Sie werden jedoch in der Regel geschlachtet, bevor sie an den Folgen der Mast und der Zwangsverfettung der Leber sterben. Doch nicht nur die Leber der gequälten Tiere wird auch in Deutschland verkauft. Das Fleisch der Tiere bietet für die Stopfmäster ein lukratives Nebengeschäft: „Gans aus bäuerlicher Haltung“, „Ungarische Hafermastgans“ oder „aus kontrollierter Haltung/Aufzucht“ sind Bezeichnungen, die nicht geschützt sind. Häufig findet nur der aufmerksame Verbraucher im Kleingedruckten den Hinweis: „aus Stopfmast“. Ca. 6000 Tonnen Gänsefleisch aus Stopfmast importierte Deutschland 2008, der größte Teil wird auch derzeit als Keule oder Brustfleisch eingeführt. Die meisten Verbraucher lehnen die Stopfleber zwar ab, viele unterstützen aber mit dem Kauf des Fleisches die Produktion. Dabei kann der Verzehr von Geflügelfleisch aus den unterschiedlichen Formen der industriellen Massentierhaltung nicht nur Gewissensbisse, sondern durchaus sogar gesundheitliche Risiken für den Konsumenten bedeuten, wie Experten warnen. So ist die Gefahr der Vogelgrippe etwa immer noch nicht einzuschätzen, auch können sich Salmonellen und Krankheiten unter den oft sehr eng und nicht artgerecht gehaltenen Tieren rasch ausbreiten. Viele Tiere werden (teilweise trotz Verbot) daher auch mit Antibiotika behandelt, um die Qualen der Mast bis zur Schlachtung zu überstehen. Im schlimmsten Fall können diese Medikamente schließlich beim Menschen, der das Fleisch verzehrt, lebensgefährliche Resistenz gegen Krankheitserreger hervorrufen.

In den vergangenen Jahren konnte die Nachfrage nach Gänsefleisch in Deutschland nur zu maximal 20 % aus eigener Produktion gedeckt werden, über drei Viertel des hier verzehrten Gänsefleisches werden aus dem meist osteuropäischen Ausland importiert. Besonders Polen und Ungarn gehören zu den Hauptexporteuren; das Risiko, beim Griff in die Kühltruhe Fleisch von Tieren aus der Stopfmast zu finden, ist also erheblich. Herkunft und Aufzucht der Tiere werden zudem oft bewusst verschleiert oder gar nicht angegeben. Wird eine deutsche Mastgans teilweise noch ca. ein halbes Jahr auf der Weide gemästet, gelangt gerade das Fleisch der Tiere aus der Stopfmast nach oft nur 9-15 Wochen in die Supermärkte. Tierschützer bemängeln allerdings auch in Deutschland eine fehlende, bundesweit einheitliche Haltungsverordnung für Mastgänse. Gerade in den letzten Wochen und Tagen der Mast werden die Tiere oft auf viel zu kleinem Raum eingepfercht. Daher rät auch der Deutsche Tierhilfe Verband besonders zu Weihnachten, genau auf die Herkunft des Fleisches zu achten oder besser noch ganz darauf zu verzichten, um nicht (unwissentlich) Tierquälerei zu unterstützen und zu finanzieren. Wer nicht auf den Gänsebraten verzichten kann, der sollte ihn beim regionalen Bauern frühzeitig vorbestellen und sich am besten bei der Abholung vor Ort von der artgerechten Haltung der Tiere überzeugen.

Gestopft, gemästet, gequält, so lautet der Titel dieses Artikels und der aktuellen Videodokumentation des Deutschen Tierschutzbüros. Dabei ist es für die Millionen von Gänsen mehr als ein Titel, es ist Alltag, der Gänsealltag.

Jetzt bestellen: die Videodokumentation des Deutschen Tierschutzbüros.
Die Videobilder decken schonungslos auf und blicken hinter die Kulissen von Stopfmastbetrieben in Frankreich sowie eines Gänsemastbetriebes in Deutschland.

Die Dokumentation „Gänsealltag“ kann für einen Unkostenbeitrag von 14,99 € (zzgl. Versandkosten) über den Shop des Deutschen Tierschutzbüros unter
http://www.tierschutzbuero.de/shop/product_info.php?products_id=14
bzw. Tel.: 0221-20463862 bestellt werden.

Videotrailer:

Zirkus Renz – Mahnwache in Dinslaken

Tiere im Zirkus — Sklaven der Manege

Tiere leiden auf vielfältige Weise im Zirkus. Letztendlich ist es eine tägliche Vergewaltigung mit Applaus, ein Tier einzupferchen, ständig zu transportieren, ihm seine Natur und seinen Lebensraum vorzuenthalten, seine Bedürfnisse zu ignorieren und ihm unter Stress und Drill stetig Kunststücke abzuverlangen, die seinem Wesen nicht entsprechen und Besucher belustigen sollen. Tiere im Zirkus sind Karikaturen ihrer selbst und es ist und bleibt ein Verbrechen, ihnen so ein `Leben` anzutun. Das gilt nicht nur für Wildtiere, sondern für alle Tiere, denen ein derartiges Leben aufgezwungen wird. Gerade Fluchttiere gehören nicht in eine Manege! Wir können nicht hinnehmen, dass so eine Folter innerhalb der deutschen Politik noch „hier & da“ geduldet wird.

Der Zirkus ist und bleibt ein ethisch-moralisches Eigentor für eine moderne Gesellschaft, die sich ihren moralischen Anspruch auf die Fahne schreibt.
Wir sind seit so vielen Jahren mit diesem skandalösen Treiben konfrontiert, dass es fast unglaublich ist wie wenig sich geändert hat. Die Politik hat ihre Hausaufgaben vergessen und scheint vollkommen beratungsresistent. Organisationen wie wir, die immer noch vor den Toren des Leidens stehen müssen, sind eine dringliche Aufforderung an die Politik sich zu schämen. Ein Verbrechen ist nicht weniger ein Verbrechen, nur weil es Gewohnheit ist und jemand vor langer Zeit auf die Idee kam es als Kulturgut oder Kunst zu bezeichnen.
Wie heißt es in einem berühmten Zitat: „Wo immer ein Tier in den Dienst des Menschen gezwungen wird, gehen die Leiden, die es erduldet, uns alle an.“ Das Leiden der Tiere erteilt uns einen Auftrag. Und wir werden diesen Kampf gewinnen, soviel steht bereits fest. Die glänzende Zirkusfassade bröckelt seit Langem.

http://www.derwesten.de/staedte/nachrichten-aus-dinslaken-huenxe-und-voerde/zirkus-max-renz-reagiert-auf-protest-id7230048.html