Kategorie-Archiv: MUT – tierschutzpartei

KOMMUNALWAHL – WAZ

Tierschutz-Partei Duisburg:

Interner Zoff und radikale Ziele

Annette Kalscheur/WAZ – 18.09.2020, 15:00

DUISBURG.  Die Tierschutz-Partei hat zwei Ratssitze gewonnen. Unterstützung kommt aus Düsseldorf, auch von Torsten Lemmer. Ein Mit-Kandidat wittert Betrug.

Reinhold Kassen versteht die Welt nicht mehr. Als Spitzenkandidat für die „Unabhängige Wählergemeinschaft Tierschutz“ machte er in Duisburg Wahlkampf, sammelte Unterschriften und stellt jetzt fest, dass er gar nicht im Rat gelandet ist – weil er nicht mal Spitzenkandidat war.

Kassen, ehemaliger Bergmann, ist seit Jahren aktiver Tierschützer, hauptberuflich bezeichnet er sich als Medienkoordinator für Animal Peace. Er protestierte gegen den Hundewelpen-Verkauf bei Zoo Zajac und das Gänsereiten in Wattenscheid. Politisch kandidierte er (vergebens) für den Bundestag und das Europa-Parlament, und jetzt auch für „seine Stadt Duisburg“. Deshalb trat er nebst Frau und Sohn bei den Kommunalwahlen an.

Direktkandidaten der Tierschutzpartei geben als Wohnort Düsseldorf an

Als Direktkandidaten ziehen nun aber Jessica Westerteicher und Ben Hammouda Touiaba in den Rat der Stadt ein. Kassen sagt: „Ich hab die zwei noch nie gesehen!“

Jessica Westerteicher, in den sozialen Netzwerken als Jessi Wester unterwegs, arbeitet als Fachkraft für Lagerlogistik und wohnt laut Facebook-Profil in Düsseldorf. Ihr Motto lautet demnach „Ich bin nicht so das nette Mädchen von neben an, ich bin eher die Bekoppte (sic!) von gegenüber xDDD“. Ben Hammouda Touaiba, ebenfalls Lagerist, nennt als Wohnort auf seinem Facebook-Profil ebenfalls Düsseldorf.

NRW-Wahlkampfmanager Lemmer will dem Tierschutz zum Erfolg verhelfen

Um wählbar zu sein, muss man seit mindestens drei Monaten in Duisburg leben. Nach Angaben der Stadt werde das überprüft, auch eine Bescheinigung des Vermieters werde abgefragt. DieKandidaten hätten alle Voraussetzungen erfüllt.

Beim ersten Kontaktversuch mit den beiden erscheint Torsten Lemmer auf der Bildfläche. Er sei NRW-Wahlkampfmanager der „Aktion Partei für Tierschutz – Tierschutz hier!“, die dank seines Engagements auch in Gelsenkirchen, Essen, Düsseldorf und Neuss in den Rat einziehe. Weil die Gründung eines Kreisverbandes Duisburg nicht mehr gelang, wurde die Unabhängige Wählergemeinschaft gegründet. Die beiden Kandidaten seien Tierschützer, die sich um Hunde kümmerten, sie würden sich aber weder mit Politik noch mit Medien auskennen, deshalb „werde ich am Anfang in Duisburg helfen, damit das Projekt ein Erfolg wird“.

Einziges Interesse von Westerteicher und Touaiba sei es, die Tiere zu schützen, „wir werden nicht schul- oder sozialpolitisch auftrumpfen“, sagt Lemmer. Ziel sei vor allem der Umweltausschuss. Bis zur konstituierenden Sitzung des Rates im November will er das Paar vorbereiten und über kommunalpolitische Feinheiten wie Haushaltspläne aufklären. Bis dahin wolle er seiner „Fürsorgepflicht“ nachkommen und diese „liebenswerten Menschen schützen“.

Parteiziele laut Lemmer: Den Zoo schließen, vier Tierheime gründen

Lemmer nimmt Medientermine wahr und erklärt gegenüber unserer Redaktion und dem WDR: Oberstes Ziel seiner Kandidaten sei es, „mittelfristig den Zoo zu schließen und so dem Tiergefängnis ein Ende zu bereiten“. Außerdem wolle man künftig darauf achten, dass bei Bauprojekten nicht mehr nur auf Belastungen für Anwohner geachtet werde, sondern auch auf den Artenschutz. Weiteres Ziel seien vier Tierheime für Duisburg sowie die Abschaffung von Taubenstacheln.

Und was sagt er zum Betrugsvorwurf? Die Familie Kassen stand lediglich auf den Listen für die Bezirksvertretungen auf den obersten Plätzen, so Lemmer. Reinhold Kassen indes sagt, er habe gemeinsam mit seinem Sohn die Wahlliste unterschrieben, auf der sie ganz oben standen. „Aber ich war nicht im Wahlamt, um die Liste noch mal zu überprüfen“, ärgert er sich.

Da sei er wohl zu naiv gewesen, denn Lemmer „ist ein Ganove!“, sagt Kassen. Lemmer umgekehrt nennt Kassen einen „Querulanten“ und „veganen Tierrechtsextremisten“. Die Tierschutz-Szene sei total zerstritten, so Lemmer, schon wegen der Differenzen zwischen Veganern und Vegetariern. „Das ist ähnlich wie die rechtsradikale Szene in Duisburg, da blickt ja auch keiner mehr durch“, sagt Lemmer, erklärter Fleischesser.

Lemmer sitzt für die Freien Wähler im Rat von Düsseldorf

Lemmer hat ein Buch über seinen angeblichen Ausstieg aus der Neonazi-Szene veröffentlicht, wurde danach wegen Volksverhetzung verurteilt. Er hat als Backgroundsänger und Manager der Rechtsrockband Störkraft fungiert, spielte als Neonazi in einem Film mit Christoph Schlingensief mit, war Oberbürgermeisterkandidat und ist frisch gewähltes Mitglied im 90-köpfigen Rat von Düsseldorf.

Er hatte auf Listenplatz 1 für die Liste Tierschutz/Freie Wähler kandidiert, ist außerdem Mitglied der Piratenpartei. Als Geschäftsführer der Ratsfraktion wurde er kürzlich geschasst, sein Stellvertreter Alexander Führer übernahm – und wird auch in Duisburg eine tragende Rolle spielen: Führer will künftig „bei jeder Ratssitzung in Duisburg sein und die beiden Ratsmitglieder unterstützen. Alle Anträge werden über meinen Schreibtisch gehen.“

Protokolle zur Aufstellungsversammlung der Unabhängigen Wählergemeinschaft

Führer war auch bei der Aufstellungsversammlung dabei und rekonstruiert anhand seiner Protokolle das Geschehen. Demnach wurden bei der Gründungsversammlung der Unabhängigen Wählergemeinschaft am 7. Juni die ersten drei Listenplätze besetzt – ohne Familie Kassen, die an dem Tag nicht dabei war. Bei einer weiteren Aufstellungsversammlung am 4. Juli seien die Plätze 4, 5 und 6 mit Familie Kassen besetzt worden, deren Mitglieder außerdem für die Bezirksvertretungen Homberg, Mitte und Rheinhausen als Spitzenkandidaten antraten.

„Kassen hat die Listen für Rat und Bezirksvertretung verwechselt“, sagt Führer. Dessen Enttäuschung, nach dem langen Wahlkampf nicht gewählt worden zu sein, könne er verstehen. Aber sein Wissen werde in den kommenden fünf Jahren noch gebraucht, es sei auch wahrscheinlich, dass Kassen in Ausschüsse gewählt werde oder nachrutsche.

Kassen selbst unterstellt, dass der einzige Beweggrund für die Kandidatur von Westerteicher und Touaiba ein monetärer ist. Ratsmitglieder in Duisburg verdienen pauschal 492,90 Euro im Monat. Auch Lemmer und Führer würden profitieren. Führer sagt allerdings, dass die Aufwandsentschädigungen in den Tierschutz fließen werden, etwa in Demos. „Wir wollen sichtbar sein in Duisburg!“

Tierschutzpartei warnt vor „rechten Tierschützern“

Reinhold Kassen sagt, er habe früher lange „und gut“ mit Lemmer im Tierschutz zusammengearbeitet. Er habe als langjähriger Grünen-Wähler „nichts Rechtes“ an Lemmer entdecken können, deshalb habe er zu ihm gehalten. 2014 habe ihn die Tierschutzpartei zur Zusammenarbeit mit Lemmer gedrängt, wegen dessen Vergangenheit habe er sich zunächst gewehrt. Tatsächlich sei die Zusammenarbeit erfolgreich gewesen.

Als es zum Bruch zwischen der Tierschutzpartei und Lemmer kam, habe man wieder Einfluss auf Kassen nehmen wollen, damit er auf Distanz geht, das habe er aber verweigert, berichtet der 56-Jährige.

Die „Mensch Umwelt Tierschutz – Tierschutzpartei“ warnt auf ihrer Webseite explizit gegen „rechte Tierschützer“. Der Bundesvorstand hat sich 2017 von Torsten Lemmer distanziert und seine Einflussnahme auf allen Ebenen missbilligt. Dass Lemmer seit Jahrzehnten Boxer züchtet und Juror bei Wettkämpfen ist, passte der Tierschutzpartei auch nicht ins Konzept. Allerdings wurde auch Kassen 2017 aller Ämter enthoben. Damals war er Landesgeschäftsführer NRW.

Kassen will Tauben schützen und scheut Tabubrüche nicht

Kassen selbst hätte im Rat versucht, „gegen den geplanten Genozid an den Duisburger Tauben durch das Ordnungsamt“ vorzugehen. „Ihr könnt doch nicht einfach das Friedenssymbol umbringen“, schimpft Kassen.

Der Aktivist scheut vor Tabubrüchen nicht zurück, „wir wollen schließlich was erreichen für die Tiere“. Aber die aktuelle Situation geht ihm zu weit. „Der Rat darf nicht gemolken werden.“ Das würde auch dem Ehrenkodex widersprechen, mit dem Duisburgs Ratsmitglieder und Bezirksvertreter dazu angehalten werden, ihr Mandat verantwortungsvoll und uneigennützig einzusetzen.

TIERSCHUTZ-PARTEI DUISBURG – WAZ – 18.09.2020, 15:00

LOVE ANIMALS – HATE SÜDDEUTSCHE ZEITUNG!

HATE SÜDDEUTSCHE ZEITUNG!

Eine ganze Seite widmete am Wochenende die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG der Sorge, das Tierrecht könnte die rechtsradikale Szene unterwandern. Dafür benutzte sie sogar Kater Jussi. Die Antwort:

23318497_286266621881209_1106190437_nWas für ein verschissener Kackartikel am Wochenende in der SÜDDEUTSCHEN ZEITUNG, Abteilung Gesellschaft. Man möchte das hinterfotzig-paranoide Machwerk zusammenknüllen und dem Jan-noch-feucht-hinter-den-Ohren in seine Wannabe-Journalisten-Visage stopfen.
Vor 20 Jahren wurde ich noch als Jüdin beschimpft, jetzt bin ich „Kuschelnazi“, vielleicht auch Nazikuschler. Zum heiligen Rindermann: Das ist doch eine Leistung! Aber statt Respekt zu zollen und auch die Lehrerin für ihre zweistündigen ernsthaften Bemühungen zu ehren, etwas großen Geist in die Lieschen-Müller-Vorstellungen von Rechten für Tiere (Vorsicht: Wortspiel) zu treiben, beschäftigt sich Jan Stremmel lieber mit meinen Haaren, die wie Efeu aus meinem Kopf wuchern oder so. Das letzte Mal, als Haare ein journalistisches Thema waren, war bei Donald Trump. Der sitzt jetzt im Weißen Haus. Ich freue mich schon. Deshalb wuchert aus meinem Kopf Lorbeer, nicht Efeu, soviel Präzision muss sein.

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Unaufmerksam ist er übrigens auch noch, der Hetzer von SÜDDEUTSCHEN-Gnaden. Hat nicht gesehen, dass bei mir FÜNF Bilder vom Führer hängen. Wenn man schon mit dem Stigma belegt wird, muss man schließlich auch was dafür tun und ich arbeite stets gründlich. Im Übrigen hängt das Gemälde von Huckepack-Blondi überm Sofa und nicht neben der Tür. Ich lade alle Journalisten ein, sich davon vor Ort mit eigenen Augen zu überzeugen. Ich werde sie auch nicht bedrohen. Obwohl ich gute Kontakte habe.

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Übrigens richtig wiedergeben kann er auch nicht, der Jan: Ich sagte nicht „Verstehen Sie? Einem Rind ist es doch völlig egal, ob ein Linker oder ein Rechter es isst.“ Ich sagte: frisst!“ FRISST, nicht ISST. Ich lege wert darauf, ordentlich zitiert zu werden.

Die allergrößte Frechheit ist allerdings, meine Ziele kleinzureden, und die unterstellende Annahme, ich hätte „gute Absichten“. Ich habe selbstverständlich KEINE guten Absichten sondern Größeres im Sinn: Die Entmachtung der Menschheit, die Abschaffung des Menschenrechts. Mindestens.

03Und dann diese charakterlichen Schäbigkeiten. Dieses peinliche Bemühen, Kater Jussi fürs Pamphlet ungefragt zu instrumentalisieren und Familienangehörige aufeinanderhetzen zu wollen. Das verlangt auch nach einer Antwort! Besonders übel auch die Hetze gegen unsere Parteifreunde von der Tierschutzpartei und deren aufrechtes Bemühen, Ex-Nazis ordentlich in ehrenwerter Arbeit zu resozialisieren und zu binden, auf diese erbärmliche Art in den Schmutz zu ziehen. Hätten die denn nach dem Willen der SZ lieber Nazis bleiben sollen und Flüchtlingsheime anzünden, statt Tiere zu schützen? Diese kranke Logik muss man nicht verstehen, oder?

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Zumindest der letzte Satz der in Druckerschwärze gegossenen Demonstration des Nichtbegreifens tut dann doch die Wahrheit kund.
„Silke Ruthenberg blickt einen an, als könnte nur ein völlig Irrer widersprechen“. 
Wer außer einem Irren würde es auch tun.

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SZ-Machwerk lesen?

Hier:

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Die ANIMALPEACE WAHLEMPFEHLUNG

Morgen werden wieder die Tierfaschisten gewählt
Tierfreunde! – Gebt dem System die Antwort

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ANIMAL PEACE nur auf der Seite der anderen Tiere. Unverrückbar parteiisch.

Vor ein paar Tagen sehe ich in meinen Feeds ein Bild von Alice Weidel bei der liebevollen Umarmung eines Hundes im AFD-Gewand und musste doch sehr lachen. Ich bin dann mal auf Weidels fb-Seite und fand da noch einen Mops, ebenso als „Fanboy“ tituliert. Er wird nicht widersprechen.
Tiere als Wahlkampfhelfer sind traditionell beliebt (siehe Bild). Fürs Image tätscheln dann sogar Hundeparanoiker wie Angela Merkel fellige und befiederte Köpfe und in den Wahlprogrammen findet man überall gleichermaßen ungefährliche pseudotierfreundliche Lippenbekenntnisse wie den klassischen Verrat.

Morgen ist es wieder soweit, das Stimmvieh darf seinen politischen Willen ausdrücken, ständig ploppen in meinen Feeds irgendwelche Wahlberatungen von Gesinnungsfreunden und Vereinen auf, grotesk sind sie alle irgendwie, ebenso gutgemeint wie geistbefreit.
„Unbeirrbar bestehen sie auf der Ideologie, durch die man sie versklavt,“ möchte man ihnen mit Adorno zurufen, und weinen, weinen, weinen gleichzeitig über den wabernden Kleingeist, den fehlenden Witz, Esprit und den revolutionären Geist des Aufbruchs, der der Tierbewegung so gründlich abgeht. Und ja, vor allem geht ihr jede Vorstellung von Tierrecht ab und von der Befreiung aller Arten aus dem Joch der Diskriminierung. Von der Befreiung unserer Schwestern und Brüder aus der Sklaverei und einer echten Vision. Das Denken bewegt sich in den tradierten Bahnen von Verboten und Regelwerk. Und das zeigt sich wieder deutlich, wenn Kleingeister auf Wahlzettel schielen und gar Wahlempfehlungen abgeben für die FoltertdasSchafzuTodeFans GRÜNE und LINKE oder die Jägerbande AFD.

21766633_269426753565196_4165771728226905630_nDiese Wahl ist wie jede Wahl ein Akt der Diskriminierung, an der wir uns beteiligen, wenn wir teilnehmen. Sie ist allein deshalb ein grundfalscher Akt, da der breiten Mehrheit der Einheimischen das Wahlrecht vorenthalten wird, so, wie alle anderen bürgerlichen Rechte. Die Leibeigenen, die Sklaven, die Entrechteten, Ausgebeuteten, Eingesperrten, ihnen wird jede Möglichkeit der Teilnahme am politischen Willensbildungsprozess verweigert. Und das macht den vermeintlich demokratischen Akt zu einem Ausdruck der Feudalherrlichkeit. Zu einem falschen Akt.

Sprechen wir von den Tieren, wieder nur von den Tieren, denen wir uns verpflichtet fühlen. Jenen vollkommen entrechteten, versklavten Personen im Joch der herrschenden Despoten, für die wir, die wir sie sehen – in ihrer Schönheit, ihrer Klugheit, ihrer Sensibilität. ihrer Würde, ihrer Not – der einzige Hoffnungsschimmer sein können in ihrer schier grenzenlosen Ohnmacht.

Was also ist zu tun, morgen, wenn wir Stimmvieh sein dürfen und sollen in diesem großen Theaterspiel? Was ist zu tun oder zu lassen, wenn wir dieses winzig kleine, tatsächlich unsichtbare Zeichen setzen können für diejenigen, die es nicht dürfen und doch am nötigsten bedürfen? Ist Wahlverweigerung als Ächtung des feudalistischen Systems die einzige Option? Sollen wir mit Adorno erkennen, dass „das Ganze das Unwahre ist“, aus dem nichts erhofft Segensvolles erwachsen kann? Und die Teilnahme verweigern? Das wäre zu kurz gedacht, zu ideologisch. Auch in einem falschen System kann man die richtigen Signale setzen. Das nennt man Sabotage.

Wie sabotieren wir nun am Wirkungsvollsten?

Das erste, was wir – die wir uns entschieden haben, eindeutig auf der Seite der Sklaven zu stehen – tun müssen, ist, unsere Wahlentscheidung einzig und allein strategisch nach dem Interesse der Sklaven auszurichten. Wir wählen nicht als Feudalherr, wir wählen als Sklave, als Hund, als Huhn, als Reh als Regenbogenforelle. Nur, wenn wir das tun in aller Entschlossenheit und befreit von unseren eigenen politischen Neigungen, bekommt unsere Entscheidung überhaupt eine Bedeutung. Wir agieren in ihrem Auftrag.

Das zweite, was wir tun müssen ist: wir müssen es laut tun. Wenn wir die Wahl verweigern, weil die Sklaven ausgeschlossen sind vom demokratischen Akt, dann müssen wir das LAUT formulieren und kundtun. Wenn wir – und das ist die wohl bessere Entscheidung trotz allem – wählen, so müssen wir es laut tun und überall kundtun, warum wir eine Partei wählen und warum wir die anderen nicht wählen. Wichtig ist dabei weniger, wen wir dann wählen, denn diese Entscheidung kann ohnehin nur falsch sein, wichtig ist nur: wir müssen es LAUT tun und mit dem Bezug auf die Tiere:“Ich gebe Euch meine Stimme ausschließlich wegen Eures Versprechens, dies oder jenes für die Tiere durchzusetzen. Werd ich feststellen müssen, dass ihr Euch nicht ausreichend bemüht, oder gar den Tieren schadet, wird das das letzte mal sein, dass ich Euch wähle.“ Nur so wird wahrgenommen werden, dass es Feudalherren gibt, die trotzdem und nur für die Sklaven handeln. Und wählen. Nicht: auch die Tiere. Sondern: nur die Tiere.

Das dritte, was wir tun müssen, ist, zu unterlassen. Wir müssen unterlassen, auch nur die allergeringste Hoffnung auf Veränderung durch das System zu hegen. Dieses System wird nichts ändern, sonst hätte es das schon längst getan. Worauf wir uns verlassen können ist einzig, dass die Tiere benutzt werden für den Stimmenfang, das hat Tradition. Nach der Wahl werden sie genauso sicher verraten. Die Politik ist das allerletzte Instrument, auf das wir Verantwortung abschieben können.

Und nun? Wen wählen? Ich denke, es ist das lauteste Zeichen, das wir setzen können im falschen System, die Tierschutzpartei zu wählen. Und Nein, ich bin kein Anhänger oder Mitglied der Tierschutzpartei. Und Ja, auch ihre Vertreter haben mich schon beschimpft und verleumdet und mich mit ihrem Korinthenkackergeist beleidigt, was nicht schön ist aber immer verzeihlich, aber vor allem demonstriert, dass es bei ihnen doch auch nur „Animals Second“ heißt und das ist unverzeihlich. Eigentlich.
Aber: die Partei hat „Tier“ im Namen. Wer sie wählt drückt damit aus, dass „die Tiere“ ihm das Wichtigste bei der Wahlentscheidung sind. Am politischen Willensbildungsprozess wird die MUT nicht teilnehmen, aber jede Stimme an sie ist ein Ruf in die Welt: Die Tiere sind die Wichtigsten. Und das ist die stärkste Botschaft an die Fraktionen, die wir erreichen können. Sie ist oberflächlich, aber unsere Welt ist oberflächlich.
Und die V-Partei? Nun: Dies leistet die V-Partei eben genau nicht. Bei diesen steckt der Bezug auf das Fressverhalten des Nacktaffen im Namen, denn es sind die Nacktaffen, die fressen, vegetarisch, vegan oder wie auch immer. Die Idee dahinter, Fressveganer hinter Tierrechtsforderungen zu locken, mag ja sinnhaft erscheinen, sie wird jedoch scheitern, dafür ist die Idee des Tierrechts zu groß, um mit bauernschlauen Winkelzügen wirklich punkten zu können. Hat schon die Tierschutzpartei das Tierrecht nicht wirklich verinnerlicht und hält sich am Kleinklein von „politischmachbaren“ krampfhaft fest, statt Visionen zu entwerfen, so drückt die V-Partei namentlich nur den Narzissmus des Freßveganers aus. Der Veganer im Zentrum des Interesses.

Genug der zuvielen, viel zuvielen Worte. Jetzt backe ich eine Pizza für mich und drei für Aljoscha und bereue dabei diese Zeilen und diese Zeitverschwendung. Das Kreuz morgen, es ist soviel bedeutungsloser als mein Schiss unter die Birke in Lappland vor vier Wochen, denn im nächsten Jahr werden die dort üppig gedüngten Blaubeeren einem daherkommenden Braunbären immerhin einen Gaumenschmaus bereiten. Und mein Kreuz verschwendet Papier und verändert im Endergebnis die 8. Stelle hinter dem Komma. Oder so. Aber ich bin ehrlich: eigentlich wollte ich ja nur Adolf Hitler mit Blondi (RiP) posten, der ja leider, leider doch kein Vegetarier/ Veganer war.

 

ANIMAL PEACE – TIERRECHTE IN DIE PARLAMENTE!

TIERRECHTE IN DIE PARLAMENTE!

Nach der Zurücknahme der disziplinären Maßnahmen gegen das Pateimitglied Reinhold Kassen durch das Schiedsgericht der Partei, Mensch, Umwelt, Tierschutz hat sich das Parteimitglied Reinhold Kassen, bis auf Weiteres dazu entschlossen, die aktive Tätigkeit in der Partei vorerst ruhen zu lassen.

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Begründung:

image001Die Zurücknahme der disziplinarischen Maßnahmen gegen Reinhold Kassen durch das Schiedsgericht erfolgte aus formalen Gründen, vor einer Sachentscheidung hat man sich letztlich gedrückt. Es steht damit weiterhin ungeklärt im Raum, ob das Teilen von ANIMAL PEACE-Posts auf der privaten Seite tatsächlich den Vorwurf der „Menschenverachtung“ erfüllt und sich in einer Art parteischädlich auswirkt, oder nicht vielmehr von rechten Parteigenossen ein denunziatorische Zerrbild entworfen und befeuert wurde, um das tierrechtlerische Lager in der Partei zu schwächen und in die Defensive zu drängen.
Die wirklich interessante Frage, inwieweit der Bundesvorstand im Spannungsfeld zwischen dem Recht auf freie Meinungsäußerung des einzelnen aktiven Mitglieds und der Parteiraison Maßnahmen überzogen hat oder nicht, wurde damit nicht geklärt.
Damit wird ein Klima der Unsicherheit geschaffen, das zur Selbstzensur ermuntert und damit das eigentliche Ziel, radikale Stimmen in der Partei mundtot zu machen, auf elegantem Wege erreicht wird, während eine klare Sachentscheidung womöglich nicht so gelungen wäre, wie es dem anderen Flügel der Partei genehm gewesen wäre, die die Verwässerung der Positionen und Ziele anstreben.
Eine Klärung der Sachfrage wäre auch aus dem Grund angebracht gewesen, um beurteilen zu können, ob eine Abkehr von antropozentrischen Positionen als Grundvoraussetzung für Tierrechte überhaupt in dieser Partei möglich ist, denn nichts anderes drücken die „umstrittenen“ Posts von ANIMAL PEACE aus. Die Unterstellung, sie seien „menschenverachtend“, bleibt eine Unterstellung und eine denunziatorische Taktik, die mithilfe der Umklammerung mit negativen Begiffen die Position in Mißkredit bringen soll.

Die Angriffe gegen Reinhold Kassen werden nach der Entscheidung des Schiedsgerichts zudem auf eine sehr persönliche Weise fortgesetzt, was den Eindruck verstärkt, dass es lediglich um das Ziel der Entfernung einer missliebigen Person aus der Partei geht und die Unterstellung, Reinhold Kassen sympathisiere mit menschenrechtswidrigen Positionen, nur vorgeschoben ist.

Wir sehen vor diesem Hintergrund der Durchsetzung ängstlich-devoter Parteiraison zulasten einer lebendigen und progressiven Demokratie, die letztlich eine Bescheinigung der Meinungsfreiheit des einzelnen Aktiven zur Folge hat, keine Möglichkeiten zur aktiven Teilnahme an der Pateiarbeit. Das tatsächlich menschenverachtende Klima in der Partei, der seinen Mitgliedern mit fadenscheinigem Vorwand ein Grundrecht beschneiden will mit stillschweigender Billigung des Schiedsgerichts, macht dies bereits aus gründen der Selbstachtung unmöglich. Gleichwohl wollen wir die Parteiarbeit im Wahljahr nicht durch interne Flügelkämpfe belasten und stellen deshalb die aktive Mithlfe vorerst ein.

 

Foto Aniela Adams

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Landesparteitag der Tierschutzpartei NRW – LOALKOMPASS

Tierschutzpartei:

Landesparteitag zwischen Aktion und parlamentarischer Arbeit

image001Die zweite Vorsitzende des Landesverbandes NRW der Partei Mensch Umwelt Tierschutz – MUT / Tierschutzpartei, Sabine Haselbeck-Grütering hielt auf dem Landesparteitag am Wochenende in Düsseldorf den Rückblick auf die Arbeit des größten und aktivsten Landesverbandes innerhalb der Tierschutzpartei.

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Neuaufstellung 2015

„Nachdem der Landesverband NRW Anfang 2015 neu aufgestellt wurde – dafür auch noch einmal einen ganz großen und herzlichen Dank an Reinhold Kassen, der als Gebietsbeauftragter auf Geheiß von Stefan Bernhard Eck – Großartiges geleistet, waren wir vor die Herausforderung gestellt, bereits politisch und zum Teil parlamentarisch erfahrene Menschen, mit Erfahrungen aus den Bezirksvertretungen, und aktive Tierrechtler mit politischen Ambitionen zu einer Einheit zusammenzuführen. Nach und nach waren hierbei Erfolge zu spüren und wir sind zu einem der aktivsten Landesvorstände zusammengewachsen.
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Das Jahr 2016 war geprägt von zahlreichen Aktivitäten, davon nur einige wenige zur Illustration, die eindrucksvoll zeigen wie politischer Aktivismus und aktive politisch-parlamentarische Arbeit, wie die Ratsfraktion aus Tierschutzpartei und FREIE WÄHLER Düsseldorf sie geprägt und bislang beispiellos in der Geschichte dieser Partei und weit darüber hinaus ausgefüllt hat, zu einer Erfolgsgeschichte heranreifen können und herangereift sind – das haben unzählige Medienberichte und Zuschriften von Mitgliedern und Nichtmitgliedern gezeigt, die uns MUT gemacht haben, diesen Kurs weiter einzuschlagen und beizubehalten und unsere Strategie auszubauen und fortzuführen.
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Halal-Schlachthof Neuss, Januar 2016 – bis heute nicht gebaut worden, mangels Baulizenz

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lokalkompass.de

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Riesenrad Düsseldorf, Rats-Sondersitzung

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Die Tierschützer von Animal Peace postierten sich vor dem Rathaus. Foto: OH

Natürlich waren wir nicht so naiv zu glauben, dass wir dies verhindern könnten, aber der Hintergrund war ein anderer: 1.) Wir wollten Rechtssicherheit für den Rat der Stadt Düsseldorf zeigen, da ging es uns ums Prinzip, nämlich: freiheitlich-demokratische Werte einzuhalten, und wir haben gezeigt, dass diese immer wieder aufs Neue erkämpft werden müssen; 2.) Wir wollten die Bürgerinitiative in und um Düsseldorf stärken, zeigen, dass deren Anliegen durch unsere Partei vertreten und ernst genommen werden; 3.) Ein Bürgermeister hat sich an die Verwaltungsvorschriften zu halten – ohne Wenn und Aber! Wenn dies im Kleinen nicht gelingt, ist das große Ganze in Gefahr und wer soll sich dann noch an Gesetze und Ordnungen halten? Ein schlechtes Vorbild für die Bürger und ein schlechtes Bild für Politik und alle Politiker. Wir haben ein Zeichen gesetzt – nachhaltig! Über 100 Medienberichte bundesweit, Presse, Radio, Fernsehen, Internet haben den Vorgang begleitet.

 

Aktiv gegen den Abschuss von Kanadagänsen im Grugapark

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Kanadagänse – Düsseldorf   Foto: W.Herrmanns

Zusammen mit anderen Tierrechtlern ist es uns gelungen, aktiv gegen den Abschuss von Kanadagänsen im Grugapark Essen vorzugehen. Auch haben wir gegen das Ponykarussell auf der Neusser Kirmes interveniert – es hat in 2016 kein solches Fahrgeschäft mehr gegeben!

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Gegen das Gänsereiten in Wattenscheid

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Sabine Hasselbeck-Grütering gegen Gänsereiten

Wir sind gegen das Gänsereiten in Wattenscheid aktiv vorgegangen, es wurde Anzeige erstattet und versucht auch über Ministerien und zuletzt über das Jugendamt dagegen vorzugehen – bislang ohne Erfolg.

Die Ratsfraktion in Düsseldorf hat zahlreiche Anträge in den Rat der Stadt eingebracht! Dafür Danke Claudia Krüger.

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Größter Erfolg – auf unsere Initiative hin wurde endlich die Katzenkastration in Düsseldorf eingeführt!

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Ratsfrau Claudia Krüger

Wir werden weiterhin für Mensch, Umwelt, Tiere eintreten – aktiv und engagiert!
Die Ratsfraktion hat gezeigt, wie vielseitig kommunalpolitische Arbeit sein kann und wie breit eine Partei, eine Fraktion dafür aufgestellt sein sollte, ja muss!
Dafür auch ein riesengroßes Dankeschön an Chomicha El Fassi, Ratsfrau für die FREIEN WÄHLER und Dr. Ulrich Wlecke, Ratsherr der FREIEN WÄHLER in Düsseldorf, der uns insbesondere zu haushalts- und finanzpolitischen Fragen und Themen hervorragend unterstützt hat.
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Gemeinsam mit der ÖDP gegen 2,5% Sperrklausel

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Wichtige Termine, die unseren Thomas Schwarz so umtreiben

Zusammen mit ÖDP NRW haben wir gegen die drohende 2,5%-Sperrklausel bei Kommunalwahlen in NRW Verfassungsklage eingereicht, vertreten durch eine etablierte Sozietät in Münster. Wir erwarten, dass diese Klage Erfolg haben wird und wir auch künftig kommunale Mandate, hier in Düsseldorf und in anderen Kommunen, erlangen werden, um diese erfolgreiche politische Arbeit fortzuführen und unserem Motto: Tierrechte in die Parlamente! Rechnung zu tragen.

Bitte beachtet auch die Seite des Landesverbandes Nordrhein-Westfalen in Facebook, über die wir – in enger Kooperation mit der Ratsfraktion Tierschutzpartei/FREIE Wähler – über die politischen Arbeit im Parlament und unsere weiteren Aktivitäten und Erfolge regelmäßig berichten.
Das Wahljahr 2017 werden wir unter anderem dafür nutzen, eine Mitgliederoffensive zu starten! Bitte helft uns dabei! Helft uns insbesondere beim Sammeln von Unterstützungsunterschriften für die Bundestags- und die Landtagswahl!

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Nie war die Partei oder auch ANIMAL PEACE häufiger, erfolgreicher auf Messen als in 2016

Unterstützt uns auf den Messen! Wir werden uns einige wenige Messen heraussuchen, auf denen wir unseren Landesverband präsentieren wollen! Dank des Teams um Reinhold Kassen, Kai Kassen und Sven Fucker hat unser Landesverband die Partei bundesweit auf Messen repräsentiert. Dies wird in dieser Form nicht mehr umgesetzt werden können. Aber innerhalb von NRW werden wir weiterhin so aktiv sein wie zuvor! Unser Landesverband hat sogar andere Landesverbände im Wahlkampf unterstützt, und nur durch unseren Beitrag – dafür ebenfalls noch einmal herzlichen Dank, Reinhold Kassen und Team – konnten andere Landesverbände zu den jeweiligen Wahlen in ihrem Gebiet antreten und von der Wahlkampfkostenerstattung profitieren!

Noch einmal und abschließend: Wir werden in 2017 ein Jahr der Wahrheit erleben! Ein absolut wegweisendes Jahr! Wir hoffen, und wir sind zuversichtlich, dass wir auch künftig kommunale Mandate erzielen werden und aktive parlamentarische Arbeit leisten können werden! Denn dazu ist eine Partei schließlich da – um Mandate zu erzielen! Euch, unsere Mitglieder und Mitstreiter, brauchen wir dafür! Die Tiere, die Menschen in diesem Land, die Umwelt und drängende soziale Fragen sind unser Auftrag, dem wir mit unserem Grundsatzprogramm, unserem Verstand, unseren Herzen und unserer wachsenden Erfahrung Rechnung tragen wollen!“

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