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Schächten & Religionsfreiheit – ANIMALPEACE

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Haltet den Dieb

Während die Tierbewegten voller Sorge (ums eigene Image oder was auch immer?!) auf das zusammenfabulierte Schreckensbild einer „rechten“ Infiltration ihrer Bewegung starren – nichterkennend, dass „die Rechten“ für so einen Coup entweder viel zu blöde oder auch die Tierbewegung viel zu unwichtig im Spiel um die Macht sind – und sich gegenseitig in Dauerschleife versichern, dass „rechts“ nicht ginge, hat „links“ längst in für sie relevanten Fragen die Tierbewegten so schachmatt gesetzt, dass diese im Begriff sind, auch das wenige zu verlieren, das hierzulande in hundert Jahren für die Tiere erreicht wurde.

Am Rande – von den Tierbewegten, aus Angst oder Blödheit, kaum beachtet – liest man in mehreren Quellen, dass ein Rechtsgutachter des Europäischen Gerichtshofs EuGH zum Ergebnis gekommen sei, dass das Schächten – also Schlachten ohne Betäubung gemäß jüdischer oder muslimischer Riten – in der Europäischen Union nicht verboten werden dürfe. Die EU-Verordnung zum Schutz von Tieren gebe zwar grundsätzlich vor, Tiere nur nach Betäubung zu töten, sie sehe aber auch ausdrücklich Ausnahmen vor, um den religiösen Riten bestimmter Glaubensrichtungen Rechnung zu tragen. Dies ist in der deutschen Rechtsordnung nicht anders.

Kommuniziert wird dies medial allerdings als eine quasi zwingende Rechtsfolge aus der Religionsfreiheit (Glaubens- und Gewissensfreiheit) und das ist schlichtweg falsch. Fakt ist: der Gesetzgeber kann zwar die Möglichkeit zum Schächten einräumen, daraus ergibt sich aber keineswegs, dass er es auch muss, um dem Grundrecht auf Religionsfreiheit Rechnung zu tragen. Es unterliegt nämlich wie alle anderen Grundrechte dem Gesetzesvorbehalt und darf nur im Wesenskern durch niederrangiges Recht nicht berührt werden. Das heißt konkret, dass man zwar glauben darf, was man will, aber nicht einfach tun und lassen, so wie man möchte. Es darf auch einer religiösen Gruppierung micht verboten werden, was der Allgemeinheit erlaubt ist – das gilt aber nicht für den Umkehrschluß.
Das genau wird aber suggeriert. So schreibt DIE ZEIT fälschlich im Eröffnungstext: „Ein EuGH-Rechtsgutachter sieht dies [Schlachten ohne Betäubung] gedeckt durch die Religionsfreiheit.“
Faktisch würde aber ein Urteil, das der Rechtsauffassung des Gutachters folgt, den Mitgliedsländern jegliche Möglichkeit nehmen, in Eigeninitiative das Schächten generell zu verbieten, selbst wenn in deren Verfassung der Schutz der Tiere Grundrechtsrang hat, so wie es in Deutschland der Fall ist. Eine EU-Verordnung hat also damit möglicherweise sogar das Potential, unsere Verfassung auszuhebeln. Ganz sicher aber kippt es das Schächtverbot in einigen Eu-Mitgliedsstaaten.

Ein Urteil wird in wenigen Wochen erwartet. Es wird, so muss man es leider realistisch einschätzen, entsprechend ergehen und es wird damit jegliche regionale Bestrebungen, in diesem Bereich die Tiere nicht (mehr) zur Folter preiszugeben, zunichte machen.

Wenn der EuGH, der in der Vergangenheit schon unangenehm auffällig geworden ist, da er weniger dem Menschenrecht nach bisher geltendem Verständnis denn einem politischen Narrativ folgt, bedeutet das nichts weniger, als dass wir für die Tiere auch das Bisschen verlieren, was wir in einem Jahrhundert währendem Einsatz für sie rechtlich herausgeschlagen haben: der allgemein anerkannte ethische Anspruch, dass die Tiere bei ihrer Hinrichtung nichts mitbekommen sollen. Sie sollen nicht zu Tode gefoltert werden, sondern schmerz- und stressfrei sterben.

Dass dieser Anspruch in der Wirklichkeit nicht erfüllt wird, ist bekannt. Dies ist aber ein Versagen der Exekutive und nicht der Gesetzgebung. Schächten aber ist das willentliche Zutodefoltern von Tieren, und wer hier intellektuelle Schwierigkeiten hat, den qualifizierenden Unterschied moralisch zu erkennen, dem sei eine vertiefende Auseinandersetzung mit den Begriffen „Vorsatz“ und „Fahrlässigkeit“ angeraten, um dem Verstand auf die Sprünge zu helfen. Unabhängig davon kann man sich dann auch abschminken, dass es vor diesem Hintergrund noch eine Motivation zur Eindämmung von Fehlbetäubungen und „Missständen“ in Schlachthöfen geben wird. Aber hej, wen juckt das schon, Hauptsache man ist politisch korrekt unterwegs.

Was die „Schlachten und Schächten: Mord-bleibt-Mord“-Schwätzer in ihrem ideologischen Wahn ebenso ausblenden, ist der Umstand, dass Mord und Folter unterschiedliche Tatbestände darstellen, und es für den zum Tode Verurteilten in seiner hoffnungslosen Lage sehr wohl noch einen Unterschied macht, wie er ermordet wird. Sogar in Staaten, in der die Todesstrafe praktiziert wird, pflegt man die Delinquenten in Anerkennung ihrer Menschenwürde möglichst schnell und schmerzfrei hinzurichten, anstatt sie, wie von Foucault in „Überwachen und Strafen“ im Falle des Vatermörders François Damiens auf vier Buchseiten geschildert, in mittelalterlicher Manier zu Tode zu massakrieren. Man legitimiert eine Ermordung nicht automatisch, wenn man den Opfern zumindest das Recht auf Schutz vor Folter einräumt.

Nochmal: Mit Glaubens- und Gewissensfreiheit hat dies jedenfalls überhaupt nichts zu tun, es ist tatsächlich die Verhöhnung unserer Werte: de fakto hebelt eine einfache EU-Verordnung, deren Erlassverfahren ohnehin kaum mehr demokratisch genannt werden kann, Recht und Gesetz aus. Es ist die Preisgabe von grundsätzlichen Werten an die nackte Barbarei. Offensichtlich ist dies erwünscht.

In Frankreich werden mittlerweile 40 Prozent aller Hühner, 50 Prozent aller Rinder und 95 Prozent aller Schafe zu Tode gefoltert (geschächtet), obwohl die Nachfrage nach entsprechendem Fleisch „nur“ 10% beträgt. Der Grund: für die Schlachthöfe ist es unwirtschaftlich, zwei Schlachtstraßen zu betreiben. In Großbritannien sieht es vergleichbar aus. Die Lebenswirklichkeit wird sich sehr rasch auch hierzulande an diese neuen Möglichkeiten anpassen – soviel ist gewiss.

Wir werden Verhältnisse bekommen, dass der Fresser „sein“ Schnitzel mit entsprechendem Siegel „schmerzfrei geschlachtet“ und mit ordentlichem Aufpreis am Katzentisch des Supermarkts kaufen kann, vielleicht neben der Auslage für Fakefleischprodukte. „Schmerzfrei“ ist dann das neue „Bio“ – etwas für Randgruppen. Die Masse frisst dann eben Folterfleisch, das Schicksal der Futtertiere hat sie ja bis heute nie wirklich ernsthaft interessiert.

Diese Entwicklung hat nicht „rechts“ angerichtet, dass haben die Tiere den „Linken“ mit ihrer verkommenen Form von Toleranz zu verdanken. Im neurotischen Bemühen, in jeder Form auch ausreichend „gut“ zu sein, haben sich große Teile der Tierbewegten für ein anderes Narrativ vom eigenen Thema wegerziehen lassen, um so zum Verräter in eigener Sache zu werden. Aber Hauptsache, sich gegen „rechts“ sauber abgrenzen.

Mit Ethik hat das jedenfalls nichts zu tun. Das kommt davon, wenn man sich selber wichtiger nimmt als die Sache. Das kommt aber vor allem davon, dass die Tierbewegung bis heute es nicht geschafft hat, ein eigenes politisches Bewusstsein zu entwickeln und unter dem Zwang steht, sich und die Sache der Tiere einer herrschenden politischen Agenda unterzuordnen. Dabei war die Geburtsstunde der Bürgerrechte und der Demokratie das Produkt eines Schulterschlusses über politische Gestaltungsvorstellungen hinweg. Die Querfront von Liberalen, Progressiven und Konservativen findet sich in der Losung der Französischen Revolution: Freiheit steht für das Liberale Gedankengut, Gleichheit für das links-progressive und Brüderlichkeit für das konservative Ideengut. Aber für die Tiere ist so eine Idee bis heute Tabu, weil die politische Linke bis heute die Hand drüber hält.

Solange die Bewegung derart politisch unbewusst, devot und narzisstisch orientiert ist, wird sie nichts nach vorne bewegen. Aber trösten wir uns: es dauert nicht mehr lang, dann geht’s wirklich nicht mehr schlimmer. Dann ist ein „Rückwärts nimmer“ auch gar nicht mehr möglich.

Und bald auch mit höchstrichterlichem Segen.

Diese Entscheidung ist unanfechtbar.

OB SCHLACHTEN, SCHÄCHTEN ODER HALALI – FLEISCH IST MORD!

Schächten & Religionsfreiheit – ZEIT ONLINE

Religionsfreiheit

EuGH-Gutachter hält Schächten für rechtens

Um Fleisch koscher beziehungsweise halal herzustellen, werden Tiere ohne Betäubung geschlachtet. Ein EuGH-Rechtsgutachter sieht dies gedeckt durch die Religionsfreiheit.

10. September 2020, 13:17 Uhr – Quelle: ZEIT ONLINE

Das Schlachten ohne Betäubung gemäß jüdischen oder muslimischen Riten darf aus Sicht des zuständigen Rechtsgutachters in der Europäischen Union nicht verboten werden. Das widerspräche der in der europäischen Grundrechtecharta verankerten Religionsfreiheit, argumentierte Generalanwalt Gerard Hogan in seinen Schlussanträgen zu einem Verfahren am Europäischen Gerichtshof (Rechtssache C-336/19). Das Urteil wird in einigen Wochen erwartet.https://tpc.googlesyndication.com/safeframe/1-0-37/html/container.html

Es geht um einen politisch brisanten Rechtsstreit aus Belgien. Dort hatte die Region Flandern die Schlachtung ohne Betäubung 2017 aus Tierschutzgründen verboten. Jüdische und muslimische Verbände klagten dagegen. In beiden Religionen gibt es Vorschriften zum Schlachten ohne Betäubung, um Fleisch koscher beziehungsweise halal herzustellen. Gläubige sehen ihre Religionsfreiheit in Gefahr.

Generalanwalt Hogan verweist darauf, dass die EU-Verordnung zum Schutz von Tieren zwar grundsätzlich vorgibt, Tiere nur nach Betäubung zu töten. Sie sehe aber auch ausdrücklich Ausnahmen vor, um den religiösen Riten bestimmter Glaubensrichtungen Rechnung zu tragen. Die EU-Staaten dürften im nationalen Recht Bestimmungen erlassen, um das Leiden von Tieren so gering wie möglich zu halten. Ein völliges Verbot würde aber gegen EU-Recht verstoßen.

Nur schwer mit modernem Tierschutz vereinbar

Hogan argumentierte weiter, dass sich die Bewahrung religiöser Riten zur Schlachtung nur schwer mit modernem Tierschutz vereinbaren lasse. Die im EU-Recht vorgegebene Ausnahme sei jedoch als politische Entscheidung rechtlich zulässig. Sie dürfe nicht von einzelnen Mitgliedsstaaten ausgehöhlt werden.

Die Schlussanträge des Rechtsgutachters geben einen Hinweis darauf, wie das Gericht entscheiden könnte, sind aber am Ende für die Richter nicht bindend. In der Regel dauert es einige Wochen, bis nach den Schlussanträgen das Urteil verkündet wird.

Der Präsident der Europäischen Rabbinerkonferenz und Oberrabbiner von Moskau, Pinchas Goldschmidt, begrüßte die Schlussanträge: „Das ist ein guter Tag für die Religionsfreiheit in Europa“, sagte Goldschmidt. Religiöses Schlachten sei in der gesamten EU bereits stark reguliert und setze grundsätzlich die Berücksichtigung der Tierhaltung voraus.

Tierschützer kritisieren das sogenannte Schächten, weil die Tiere mit einem Schnitt durch die Kehle getötet werden und ausbluten. Nach religiösen Vorgaben des Islams und des Judentums soll kein Blut verzehrt werden.

10. September 2020, 13:17 Uhr – Quelle: ZEIT ONLINE

KOMMUNALWAHL – WAZ

Tierschutz-Partei Duisburg:

Interner Zoff und radikale Ziele

Annette Kalscheur/WAZ – 18.09.2020, 15:00

DUISBURG.  Die Tierschutz-Partei hat zwei Ratssitze gewonnen. Unterstützung kommt aus Düsseldorf, auch von Torsten Lemmer. Ein Mit-Kandidat wittert Betrug.

Reinhold Kassen versteht die Welt nicht mehr. Als Spitzenkandidat für die „Unabhängige Wählergemeinschaft Tierschutz“ machte er in Duisburg Wahlkampf, sammelte Unterschriften und stellt jetzt fest, dass er gar nicht im Rat gelandet ist – weil er nicht mal Spitzenkandidat war.

Kassen, ehemaliger Bergmann, ist seit Jahren aktiver Tierschützer, hauptberuflich bezeichnet er sich als Medienkoordinator für Animal Peace. Er protestierte gegen den Hundewelpen-Verkauf bei Zoo Zajac und das Gänsereiten in Wattenscheid. Politisch kandidierte er (vergebens) für den Bundestag und das Europa-Parlament, und jetzt auch für „seine Stadt Duisburg“. Deshalb trat er nebst Frau und Sohn bei den Kommunalwahlen an.

Direktkandidaten der Tierschutzpartei geben als Wohnort Düsseldorf an

Als Direktkandidaten ziehen nun aber Jessica Westerteicher und Ben Hammouda Touiaba in den Rat der Stadt ein. Kassen sagt: „Ich hab die zwei noch nie gesehen!“

Jessica Westerteicher, in den sozialen Netzwerken als Jessi Wester unterwegs, arbeitet als Fachkraft für Lagerlogistik und wohnt laut Facebook-Profil in Düsseldorf. Ihr Motto lautet demnach „Ich bin nicht so das nette Mädchen von neben an, ich bin eher die Bekoppte (sic!) von gegenüber xDDD“. Ben Hammouda Touaiba, ebenfalls Lagerist, nennt als Wohnort auf seinem Facebook-Profil ebenfalls Düsseldorf.

NRW-Wahlkampfmanager Lemmer will dem Tierschutz zum Erfolg verhelfen

Um wählbar zu sein, muss man seit mindestens drei Monaten in Duisburg leben. Nach Angaben der Stadt werde das überprüft, auch eine Bescheinigung des Vermieters werde abgefragt. DieKandidaten hätten alle Voraussetzungen erfüllt.

Beim ersten Kontaktversuch mit den beiden erscheint Torsten Lemmer auf der Bildfläche. Er sei NRW-Wahlkampfmanager der „Aktion Partei für Tierschutz – Tierschutz hier!“, die dank seines Engagements auch in Gelsenkirchen, Essen, Düsseldorf und Neuss in den Rat einziehe. Weil die Gründung eines Kreisverbandes Duisburg nicht mehr gelang, wurde die Unabhängige Wählergemeinschaft gegründet. Die beiden Kandidaten seien Tierschützer, die sich um Hunde kümmerten, sie würden sich aber weder mit Politik noch mit Medien auskennen, deshalb „werde ich am Anfang in Duisburg helfen, damit das Projekt ein Erfolg wird“.

Einziges Interesse von Westerteicher und Touaiba sei es, die Tiere zu schützen, „wir werden nicht schul- oder sozialpolitisch auftrumpfen“, sagt Lemmer. Ziel sei vor allem der Umweltausschuss. Bis zur konstituierenden Sitzung des Rates im November will er das Paar vorbereiten und über kommunalpolitische Feinheiten wie Haushaltspläne aufklären. Bis dahin wolle er seiner „Fürsorgepflicht“ nachkommen und diese „liebenswerten Menschen schützen“.

Parteiziele laut Lemmer: Den Zoo schließen, vier Tierheime gründen

Lemmer nimmt Medientermine wahr und erklärt gegenüber unserer Redaktion und dem WDR: Oberstes Ziel seiner Kandidaten sei es, „mittelfristig den Zoo zu schließen und so dem Tiergefängnis ein Ende zu bereiten“. Außerdem wolle man künftig darauf achten, dass bei Bauprojekten nicht mehr nur auf Belastungen für Anwohner geachtet werde, sondern auch auf den Artenschutz. Weiteres Ziel seien vier Tierheime für Duisburg sowie die Abschaffung von Taubenstacheln.

Und was sagt er zum Betrugsvorwurf? Die Familie Kassen stand lediglich auf den Listen für die Bezirksvertretungen auf den obersten Plätzen, so Lemmer. Reinhold Kassen indes sagt, er habe gemeinsam mit seinem Sohn die Wahlliste unterschrieben, auf der sie ganz oben standen. „Aber ich war nicht im Wahlamt, um die Liste noch mal zu überprüfen“, ärgert er sich.

Da sei er wohl zu naiv gewesen, denn Lemmer „ist ein Ganove!“, sagt Kassen. Lemmer umgekehrt nennt Kassen einen „Querulanten“ und „veganen Tierrechtsextremisten“. Die Tierschutz-Szene sei total zerstritten, so Lemmer, schon wegen der Differenzen zwischen Veganern und Vegetariern. „Das ist ähnlich wie die rechtsradikale Szene in Duisburg, da blickt ja auch keiner mehr durch“, sagt Lemmer, erklärter Fleischesser.

Lemmer sitzt für die Freien Wähler im Rat von Düsseldorf

Lemmer hat ein Buch über seinen angeblichen Ausstieg aus der Neonazi-Szene veröffentlicht, wurde danach wegen Volksverhetzung verurteilt. Er hat als Backgroundsänger und Manager der Rechtsrockband Störkraft fungiert, spielte als Neonazi in einem Film mit Christoph Schlingensief mit, war Oberbürgermeisterkandidat und ist frisch gewähltes Mitglied im 90-köpfigen Rat von Düsseldorf.

Er hatte auf Listenplatz 1 für die Liste Tierschutz/Freie Wähler kandidiert, ist außerdem Mitglied der Piratenpartei. Als Geschäftsführer der Ratsfraktion wurde er kürzlich geschasst, sein Stellvertreter Alexander Führer übernahm – und wird auch in Duisburg eine tragende Rolle spielen: Führer will künftig „bei jeder Ratssitzung in Duisburg sein und die beiden Ratsmitglieder unterstützen. Alle Anträge werden über meinen Schreibtisch gehen.“

Protokolle zur Aufstellungsversammlung der Unabhängigen Wählergemeinschaft

Führer war auch bei der Aufstellungsversammlung dabei und rekonstruiert anhand seiner Protokolle das Geschehen. Demnach wurden bei der Gründungsversammlung der Unabhängigen Wählergemeinschaft am 7. Juni die ersten drei Listenplätze besetzt – ohne Familie Kassen, die an dem Tag nicht dabei war. Bei einer weiteren Aufstellungsversammlung am 4. Juli seien die Plätze 4, 5 und 6 mit Familie Kassen besetzt worden, deren Mitglieder außerdem für die Bezirksvertretungen Homberg, Mitte und Rheinhausen als Spitzenkandidaten antraten.

„Kassen hat die Listen für Rat und Bezirksvertretung verwechselt“, sagt Führer. Dessen Enttäuschung, nach dem langen Wahlkampf nicht gewählt worden zu sein, könne er verstehen. Aber sein Wissen werde in den kommenden fünf Jahren noch gebraucht, es sei auch wahrscheinlich, dass Kassen in Ausschüsse gewählt werde oder nachrutsche.

Kassen selbst unterstellt, dass der einzige Beweggrund für die Kandidatur von Westerteicher und Touaiba ein monetärer ist. Ratsmitglieder in Duisburg verdienen pauschal 492,90 Euro im Monat. Auch Lemmer und Führer würden profitieren. Führer sagt allerdings, dass die Aufwandsentschädigungen in den Tierschutz fließen werden, etwa in Demos. „Wir wollen sichtbar sein in Duisburg!“

Tierschutzpartei warnt vor „rechten Tierschützern“

Reinhold Kassen sagt, er habe früher lange „und gut“ mit Lemmer im Tierschutz zusammengearbeitet. Er habe als langjähriger Grünen-Wähler „nichts Rechtes“ an Lemmer entdecken können, deshalb habe er zu ihm gehalten. 2014 habe ihn die Tierschutzpartei zur Zusammenarbeit mit Lemmer gedrängt, wegen dessen Vergangenheit habe er sich zunächst gewehrt. Tatsächlich sei die Zusammenarbeit erfolgreich gewesen.

Als es zum Bruch zwischen der Tierschutzpartei und Lemmer kam, habe man wieder Einfluss auf Kassen nehmen wollen, damit er auf Distanz geht, das habe er aber verweigert, berichtet der 56-Jährige.

Die „Mensch Umwelt Tierschutz – Tierschutzpartei“ warnt auf ihrer Webseite explizit gegen „rechte Tierschützer“. Der Bundesvorstand hat sich 2017 von Torsten Lemmer distanziert und seine Einflussnahme auf allen Ebenen missbilligt. Dass Lemmer seit Jahrzehnten Boxer züchtet und Juror bei Wettkämpfen ist, passte der Tierschutzpartei auch nicht ins Konzept. Allerdings wurde auch Kassen 2017 aller Ämter enthoben. Damals war er Landesgeschäftsführer NRW.

Kassen will Tauben schützen und scheut Tabubrüche nicht

Kassen selbst hätte im Rat versucht, „gegen den geplanten Genozid an den Duisburger Tauben durch das Ordnungsamt“ vorzugehen. „Ihr könnt doch nicht einfach das Friedenssymbol umbringen“, schimpft Kassen.

Der Aktivist scheut vor Tabubrüchen nicht zurück, „wir wollen schließlich was erreichen für die Tiere“. Aber die aktuelle Situation geht ihm zu weit. „Der Rat darf nicht gemolken werden.“ Das würde auch dem Ehrenkodex widersprechen, mit dem Duisburgs Ratsmitglieder und Bezirksvertreter dazu angehalten werden, ihr Mandat verantwortungsvoll und uneigennützig einzusetzen.

TIERSCHUTZ-PARTEI DUISBURG – WAZ – 18.09.2020, 15:00

Tiere sind keine Ware – WAHL2020

Rasse-Listen und Welpen-Discount

Rassismus ist eine sehr schlimme Sache, denn in ihr steckt nur negatives potential und als ob es nicht reicht, es beim Menschen bis auf das Blut zu treiben, ziehen wir unsere besten Freunde mit in unsere Psycho Probleme und erfinden Rasselisten um so, angeblich gefährliche Hunde leichter loszuwerden. Ein eingestielter Erfolg von üblen Hundehassern. Das ist moralisch verwerflich und muss gestoppt werden, also …

Weg mit allen Rasse-Listen, denn Hund ist Hund!

Hund ist Hund!

Dann konnte man erstmals bei ZOOZAJAC, nach langem und erbittertem Kampf, jetzt Hunde am Fließband kaufen und das hat die ganze Angelegenheit sicher nicht erleichtert, denn auch das ist moralisch sehr verwerflich und muss weg. Zajac hat viel investiert und es eigentlich gut gemacht, aber er hat bis heute nicht verstanden, was sein Tabubruch bedeutet hat.

keine mogelpackung für #duisburg, sondern 100% #tierrechte!

Tierhaltung ist die moderne Sklavenhaltung und die stoppen wir nur, wenn wir Tiere nicht mehr als Ware ansehen.

TIERE SIND KEINE WARE!

Burgfrieden, eine Bewegung im Wandel

Burgfrieden – oder über unsere heilige Pflicht gegenüber den Tieren

Als Burgfrieden oder Burgfriedenspolitik wird das Zurückstellen innenpolitischer Konflikte zugunsten eines höheren gemeinsamen Ziels bezeichnet. Im Mittelalter schlossen die Besitzer einer Burg – zumeist Erbengemeinschaften – sogenannte Burgfriedensverträge, die das Zusammenleben auf der Burg festlegten. Sie dienten einerseits dem inneren Frieden, andererseits aber und vor allem auch dem wirksamen Schutz nach Außen gegenüber Feinden. Burgfrieden ist eine Machtfrage, wer ihn nicht halten kann, ist über kurz oder lang dem Untergang geweiht.

Leider haben viele Tierbewegte den Burgfrieden als eine der wesentlichsten Erfolgsgrundlagen auf vielen Ebenen nicht verstanden: Wo ist Toleranz und Akzeptanz angesagt und was ist so wichtig, dass es um keinen Preis aufgegeben werden darf. In wenige Worte gefasst: Die Tiere und ihre Sache sind die Burg, die wir verteidigen nach Außen, während wir nach innen dafür zu sorgen haben, dass alle dem Wohl der Burg dienen. Wie sieht sowas aus? Ich beschränke mich hier auf die derzeit aktuelle Coronadiskussion.

Da die Sache der Tiere größer ist als alle herrschenden Ideen und vor allem von politischen Konstrukten, vulgo LinksRechtsGedöhns genannt, gewinnt sie die unterschiedlichsten Menschen für sich – quasi eine Erbengemeinschaft, und wir wissen ja, was das bedeutet. Dies zeigt zwar erfreulicherweise die potentielle Breitenwirksamkeit der Idee, aber es ist andererseits eine besondere Herausforderung für einen gelingenden Burgfrieden. Eben weil wir sehr unterschiedlich sind.

Vermutlich ist es die tiefverwurzelte Geringschätzung der Tiere, die in unser aller Köpfe implantiert wurde von Geburt an und auf tausend Wegen, warum es unserer Bewegung auf eine einzigartige Weise nicht gelingt, dem gemeinsamen Ziel nicht nur treu zu bleiben, sondern dieses entkoppelt von unseren sonstigen Wertevorstellungen und Ideen zu vertreten und an oberste Stelle zu halten.
Zum Beispiel jetzt zeigt es sich in geradezu tragischer Weise, wie die eigenen Reihen mit dem Thema Corona umgehen. Sie zerstreiten sich über ein Thema, das so viel unbedeutender ist als die Sache der Tiere – unabhängig davon, wie gefährlich man Virus und Grundrechtsbeschneidung einschätzt, sind das faktisch Luxusprobleme gegenüber den Problemen, die unsere Artgenossen den Andertieren bereiten. Bei einem Seuchenausbruch werden sie alle ermordet und auch sonst hatten sie nie auch den Hauch eines Grundrechts je gehabt.

Burgfrieden für die Tiere zu halten in ihrem und nur in ihrem Sinne, heißt, andere Meinungen in anderen Fragen zurückstecken zu können. Er heißt auch, zu verinnerlichen, wer eigentlich „wir“ sind und wer „die anderen“. Und das jenseits von Animositäten und Unzulänglichkeiten. Unhinterfragbar und absolut ist einzig und allein die Sache der Tiere. Die Loyalität und der Dienst an der Burg.

Je mehr uns das gelingt, desto stärker wird die Sache der Tiere. Habt ihr Euch eigentlich nie gefragt, warum die Bauern und Jäger mit ihren Verbrechen stets durchkommen und wir noch nicht mal mit unseren Minimalforderungen? Ein wesentlicher Grund ist, dass die Mafia zusammenhält und sogar der schlechteste Jäger und der übelste Bauer immer noch der Burgfrieden sicher ist. Die Loyalität, und wenn sie schweigend ist, der anderen Jäger und Bauern ist ihnen gewiss. Man weiß ja, was man will.

Und bei uns? Zerstreitet man sich über Themen, die so klein sind wie ein Virus. Man zerstreitet sich über Personen, man fetzt sich über Anstandsfragen und tausend andere Kleingeistereien. Würden wir uns doch nur über Tierfragen auseinandersetzen, aber da herrscht dröhnendes Schweigen. Dabei täte dies der Sache nur gut für das kollektive Bewusstsein über unsere Ziele und die Strategien, die dort hinführen.

Und so kommt dann heraus, dass ein Attila Hildmann ob seiner teilweise vulgären Kommunikationsformen massiv kritisiert wird, aber als er sich von einem Bauern ein Kalb auslieh für einen Marketinggang wird das hingenommen oder sogar noch für toll befunden (er hat nach nachdrücklicher Intervention von ANIMAL PEACE das Kalb nach Monaten freigekauft und zu einem Lebenshof gebracht, was gut und richtig war und Charakter zeigte). Letztlich war es kein Thema für die Tierbewegten. Dabei hatte er die Burg verraten.

Dass er sich nun in dem Coronadingens reinhängt mit einem Elan, den man sich für die Tiere die ganzen Jahre gewünscht hätte, spaltet die Tierbewegten aber bis in die Grundfesten. Dabei steht im Burgfrieden festgeschrieben, dass JEDER Tiersolidarische NATÜRLICH in allen anderen Themen seine eigene Meinung haben kann, weil es UNBEDEUTENDER ist als die Sache der Tiere. Corona ist eben NICHT die Burg. Es ist ja tatsächlich eigentlich nur von Vorteil, wenn wir in den anderen Dingen so vielfältig sind wie nur möglich. Gibt ja nicht nur Verschwörungstheoretiker sondern auch genug Maskenfans in den eigenen Reihen, es besteht also keine Gefahr, vereinnahmt zu werden von einer politischen Bewegung. Oder glaubt hier jemand ernsthaft, dass Tiere von Verschwörungstheoretikern/ Maskenfans gefressen werden wollen? Und selbst wenn man Hildmann für den größten Spinner seit Cäsar hält, für den größten Narzissten seit Dorian Grey, so ist es immer noch besser, ein Veganer schwingt sich zum Häuptling einer Szene auf, als dass es ein Tierfresser tut? Als Häuptling der veganen Szene hat er sicher verspielt, seit den Ledersitzen, dem mißbrauchten Kälbchen und Corona braucht es dafpr auch nicht. Nur einen solchen Häuptling brauchen wir auch nicht. Unser Häuptling, unser König, ist der Löwe und niemand anderer.
Nein, man muss Hildmann wahrlich nicht zustimmen, doch auch Veganer haben das Recht auf eine freie und auf eine falsche Meinung, oder wollen wir diese uns gegenseitig absprechen? Habt Ihr mitbekommen, dass sich die Jägerszene über Corona zerfleischt? Also ich nicht.
Aber bei uns jubeln, wenn Buchläden, die ohne Bedenken Jagdliteratur verkaufen und andere ruchlose Werke, seine VEGANEN Kochbücher entfernen und Supermärkte, die mit Leichen von Verbrechensopfern handeln, seine VEGANEN Produkte auslisten. WAS heißt das eigentlich? Wie wehrhaft ist eine Burg, wenn sie bei einem Angriff von Feinden die eigenen Ritter preisgibt, und mag der Ritter noch so windig und mißraten sein.
Ich sage es deutlich: Es ist Verrat an den Tieren. Auch wenn der sicher nicht gewollt ist und tatsächlich das Motiv nur die Sorge um den eigenen Scheiß Ruf als Veganer („Das fällt auf uns alle zurück“) ist. Versteht nur: Diesen Schwachsinn hat man Euch eingeredet, um Euch klein zu halten. Fakt ist: Soviel enge Egozentrik, Größenwahn und fehlendes Prioritätenbewusstsein fällt ganz sicher dem eigenen Ruf auf die Füße, denn Schwäche und Verrat sind keine Eigenschaften, die dem eigenen Ruf dienen. Und nichts Anderes als das kommuniziert man mit einer solchen Haltung. Man kommuniziert eine Wertehierarchie, in der Coronameinung wichtiger ist als die Tiere. Meinungsverbrechen schlimmer als Massenmord. Denn wären die Tiere wichtiger als Corona, wäre Corona kein Grund, mit einem Tiersolidarischen zu brechen, auch wenn man seine Coronameinung für falsch hält.

Ich schreibe das nicht, um Euch zu beschämen. Ich will Euch Tiersolidarische stark sehen, weil uns die Tiere viel mehr stark brauchen, denn wahr und gut. Wir sind Diener, Anwälte, Soldaten und Leibwächter der Tiere und wir haben in dieser selbstgewählten Rolle unseren Job gut zu machen. Um mehr geht es mir nicht.

Es mag nun pathetisch klingen, aber genau so ist es auch gewollt:

Ich gelobe hiermit, dass bei mir die Grenze der Toleranz genau dann erreicht ist, wenn jemand einem Tier Gewalt antut. Und ich gelobe meine Loyalität gegenüber JEDEM, der den Tieren loyal ist und den Wunsch und den ehrlichen Willen hat, SEIN Bestes zu geben, ihnen zur Seite zu stehen. Und gegenüber allen Tiersolidarischen gelobe ich den Respekt vor ihrer Meinung zu allen anderen Dingen, ob ich sie nun teile oder nicht.
Und warum? Weil es die Grundlage zum Erfolg ist und zu dem sind wir verpflichtet, denn davon hängt das Leben der Tiere ab. Ehren wir die Tiere als höchsten Wert, da sitzen wir ganz sicher nicht den Falschen auf. Amen

Silke Ruthenberg

ANIMAL PEACE

LION der XIV, KÖNIG