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KOMMUNALWAHL – WAZ

Tierschutz-Partei Duisburg:

Interner Zoff und radikale Ziele

Annette Kalscheur/WAZ – 18.09.2020, 15:00

DUISBURG.  Die Tierschutz-Partei hat zwei Ratssitze gewonnen. Unterstützung kommt aus Düsseldorf, auch von Torsten Lemmer. Ein Mit-Kandidat wittert Betrug.

Reinhold Kassen versteht die Welt nicht mehr. Als Spitzenkandidat für die „Unabhängige Wählergemeinschaft Tierschutz“ machte er in Duisburg Wahlkampf, sammelte Unterschriften und stellt jetzt fest, dass er gar nicht im Rat gelandet ist – weil er nicht mal Spitzenkandidat war.

Kassen, ehemaliger Bergmann, ist seit Jahren aktiver Tierschützer, hauptberuflich bezeichnet er sich als Medienkoordinator für Animal Peace. Er protestierte gegen den Hundewelpen-Verkauf bei Zoo Zajac und das Gänsereiten in Wattenscheid. Politisch kandidierte er (vergebens) für den Bundestag und das Europa-Parlament, und jetzt auch für „seine Stadt Duisburg“. Deshalb trat er nebst Frau und Sohn bei den Kommunalwahlen an.

Direktkandidaten der Tierschutzpartei geben als Wohnort Düsseldorf an

Als Direktkandidaten ziehen nun aber Jessica Westerteicher und Ben Hammouda Touiaba in den Rat der Stadt ein. Kassen sagt: „Ich hab die zwei noch nie gesehen!“

Jessica Westerteicher, in den sozialen Netzwerken als Jessi Wester unterwegs, arbeitet als Fachkraft für Lagerlogistik und wohnt laut Facebook-Profil in Düsseldorf. Ihr Motto lautet demnach „Ich bin nicht so das nette Mädchen von neben an, ich bin eher die Bekoppte (sic!) von gegenüber xDDD“. Ben Hammouda Touaiba, ebenfalls Lagerist, nennt als Wohnort auf seinem Facebook-Profil ebenfalls Düsseldorf.

NRW-Wahlkampfmanager Lemmer will dem Tierschutz zum Erfolg verhelfen

Um wählbar zu sein, muss man seit mindestens drei Monaten in Duisburg leben. Nach Angaben der Stadt werde das überprüft, auch eine Bescheinigung des Vermieters werde abgefragt. DieKandidaten hätten alle Voraussetzungen erfüllt.

Beim ersten Kontaktversuch mit den beiden erscheint Torsten Lemmer auf der Bildfläche. Er sei NRW-Wahlkampfmanager der „Aktion Partei für Tierschutz – Tierschutz hier!“, die dank seines Engagements auch in Gelsenkirchen, Essen, Düsseldorf und Neuss in den Rat einziehe. Weil die Gründung eines Kreisverbandes Duisburg nicht mehr gelang, wurde die Unabhängige Wählergemeinschaft gegründet. Die beiden Kandidaten seien Tierschützer, die sich um Hunde kümmerten, sie würden sich aber weder mit Politik noch mit Medien auskennen, deshalb „werde ich am Anfang in Duisburg helfen, damit das Projekt ein Erfolg wird“.

Einziges Interesse von Westerteicher und Touaiba sei es, die Tiere zu schützen, „wir werden nicht schul- oder sozialpolitisch auftrumpfen“, sagt Lemmer. Ziel sei vor allem der Umweltausschuss. Bis zur konstituierenden Sitzung des Rates im November will er das Paar vorbereiten und über kommunalpolitische Feinheiten wie Haushaltspläne aufklären. Bis dahin wolle er seiner „Fürsorgepflicht“ nachkommen und diese „liebenswerten Menschen schützen“.

Parteiziele laut Lemmer: Den Zoo schließen, vier Tierheime gründen

Lemmer nimmt Medientermine wahr und erklärt gegenüber unserer Redaktion und dem WDR: Oberstes Ziel seiner Kandidaten sei es, „mittelfristig den Zoo zu schließen und so dem Tiergefängnis ein Ende zu bereiten“. Außerdem wolle man künftig darauf achten, dass bei Bauprojekten nicht mehr nur auf Belastungen für Anwohner geachtet werde, sondern auch auf den Artenschutz. Weiteres Ziel seien vier Tierheime für Duisburg sowie die Abschaffung von Taubenstacheln.

Und was sagt er zum Betrugsvorwurf? Die Familie Kassen stand lediglich auf den Listen für die Bezirksvertretungen auf den obersten Plätzen, so Lemmer. Reinhold Kassen indes sagt, er habe gemeinsam mit seinem Sohn die Wahlliste unterschrieben, auf der sie ganz oben standen. „Aber ich war nicht im Wahlamt, um die Liste noch mal zu überprüfen“, ärgert er sich.

Da sei er wohl zu naiv gewesen, denn Lemmer „ist ein Ganove!“, sagt Kassen. Lemmer umgekehrt nennt Kassen einen „Querulanten“ und „veganen Tierrechtsextremisten“. Die Tierschutz-Szene sei total zerstritten, so Lemmer, schon wegen der Differenzen zwischen Veganern und Vegetariern. „Das ist ähnlich wie die rechtsradikale Szene in Duisburg, da blickt ja auch keiner mehr durch“, sagt Lemmer, erklärter Fleischesser.

Lemmer sitzt für die Freien Wähler im Rat von Düsseldorf

Lemmer hat ein Buch über seinen angeblichen Ausstieg aus der Neonazi-Szene veröffentlicht, wurde danach wegen Volksverhetzung verurteilt. Er hat als Backgroundsänger und Manager der Rechtsrockband Störkraft fungiert, spielte als Neonazi in einem Film mit Christoph Schlingensief mit, war Oberbürgermeisterkandidat und ist frisch gewähltes Mitglied im 90-köpfigen Rat von Düsseldorf.

Er hatte auf Listenplatz 1 für die Liste Tierschutz/Freie Wähler kandidiert, ist außerdem Mitglied der Piratenpartei. Als Geschäftsführer der Ratsfraktion wurde er kürzlich geschasst, sein Stellvertreter Alexander Führer übernahm – und wird auch in Duisburg eine tragende Rolle spielen: Führer will künftig „bei jeder Ratssitzung in Duisburg sein und die beiden Ratsmitglieder unterstützen. Alle Anträge werden über meinen Schreibtisch gehen.“

Protokolle zur Aufstellungsversammlung der Unabhängigen Wählergemeinschaft

Führer war auch bei der Aufstellungsversammlung dabei und rekonstruiert anhand seiner Protokolle das Geschehen. Demnach wurden bei der Gründungsversammlung der Unabhängigen Wählergemeinschaft am 7. Juni die ersten drei Listenplätze besetzt – ohne Familie Kassen, die an dem Tag nicht dabei war. Bei einer weiteren Aufstellungsversammlung am 4. Juli seien die Plätze 4, 5 und 6 mit Familie Kassen besetzt worden, deren Mitglieder außerdem für die Bezirksvertretungen Homberg, Mitte und Rheinhausen als Spitzenkandidaten antraten.

„Kassen hat die Listen für Rat und Bezirksvertretung verwechselt“, sagt Führer. Dessen Enttäuschung, nach dem langen Wahlkampf nicht gewählt worden zu sein, könne er verstehen. Aber sein Wissen werde in den kommenden fünf Jahren noch gebraucht, es sei auch wahrscheinlich, dass Kassen in Ausschüsse gewählt werde oder nachrutsche.

Kassen selbst unterstellt, dass der einzige Beweggrund für die Kandidatur von Westerteicher und Touaiba ein monetärer ist. Ratsmitglieder in Duisburg verdienen pauschal 492,90 Euro im Monat. Auch Lemmer und Führer würden profitieren. Führer sagt allerdings, dass die Aufwandsentschädigungen in den Tierschutz fließen werden, etwa in Demos. „Wir wollen sichtbar sein in Duisburg!“

Tierschutzpartei warnt vor „rechten Tierschützern“

Reinhold Kassen sagt, er habe früher lange „und gut“ mit Lemmer im Tierschutz zusammengearbeitet. Er habe als langjähriger Grünen-Wähler „nichts Rechtes“ an Lemmer entdecken können, deshalb habe er zu ihm gehalten. 2014 habe ihn die Tierschutzpartei zur Zusammenarbeit mit Lemmer gedrängt, wegen dessen Vergangenheit habe er sich zunächst gewehrt. Tatsächlich sei die Zusammenarbeit erfolgreich gewesen.

Als es zum Bruch zwischen der Tierschutzpartei und Lemmer kam, habe man wieder Einfluss auf Kassen nehmen wollen, damit er auf Distanz geht, das habe er aber verweigert, berichtet der 56-Jährige.

Die „Mensch Umwelt Tierschutz – Tierschutzpartei“ warnt auf ihrer Webseite explizit gegen „rechte Tierschützer“. Der Bundesvorstand hat sich 2017 von Torsten Lemmer distanziert und seine Einflussnahme auf allen Ebenen missbilligt. Dass Lemmer seit Jahrzehnten Boxer züchtet und Juror bei Wettkämpfen ist, passte der Tierschutzpartei auch nicht ins Konzept. Allerdings wurde auch Kassen 2017 aller Ämter enthoben. Damals war er Landesgeschäftsführer NRW.

Kassen will Tauben schützen und scheut Tabubrüche nicht

Kassen selbst hätte im Rat versucht, „gegen den geplanten Genozid an den Duisburger Tauben durch das Ordnungsamt“ vorzugehen. „Ihr könnt doch nicht einfach das Friedenssymbol umbringen“, schimpft Kassen.

Der Aktivist scheut vor Tabubrüchen nicht zurück, „wir wollen schließlich was erreichen für die Tiere“. Aber die aktuelle Situation geht ihm zu weit. „Der Rat darf nicht gemolken werden.“ Das würde auch dem Ehrenkodex widersprechen, mit dem Duisburgs Ratsmitglieder und Bezirksvertreter dazu angehalten werden, ihr Mandat verantwortungsvoll und uneigennützig einzusetzen.

TIERSCHUTZ-PARTEI DUISBURG – WAZ – 18.09.2020, 15:00

Tiere sind keine Ware – WAHL2020

Rasse-Listen und Welpen-Discount

Rassismus ist eine sehr schlimme Sache, denn in ihr steckt nur negatives potential und als ob es nicht reicht, es beim Menschen bis auf das Blut zu treiben, ziehen wir unsere besten Freunde mit in unsere Psycho Probleme und erfinden Rasselisten um so, angeblich gefährliche Hunde leichter loszuwerden. Ein eingestielter Erfolg von üblen Hundehassern. Das ist moralisch verwerflich und muss gestoppt werden, also …

Weg mit allen Rasse-Listen, denn Hund ist Hund!

Hund ist Hund!

Dann konnte man erstmals bei ZOOZAJAC, nach langem und erbittertem Kampf, jetzt Hunde am Fließband kaufen und das hat die ganze Angelegenheit sicher nicht erleichtert, denn auch das ist moralisch sehr verwerflich und muss weg. Zajac hat viel investiert und es eigentlich gut gemacht, aber er hat bis heute nicht verstanden, was sein Tabubruch bedeutet hat.

keine mogelpackung für #duisburg, sondern 100% #tierrechte!

Tierhaltung ist die moderne Sklavenhaltung und die stoppen wir nur, wenn wir Tiere nicht mehr als Ware ansehen.

TIERE SIND KEINE WARE!

Das Storytelling der Qualitätspresse – so geht´s – ANIMALPEACE

Silke Ruthenberg

Noch ein paar letzte Worte zum verschissenen Kackartikel in der SÜDDEUTSCHEN ZEITUNG

Nein, wir dementieren nicht! Wer denkt, ANIMAL PEACE würde sich wie die TIERSCHUTZPARTEI die Mühe machen, den verschissenen Kackartikel in der SÜDDEUTSCHEN ZEITUNG zu widerlegen, denkt falsch.
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Wir werden uns hüten, auch weiterhin. Trotzdem sind wir noch nicht fertig damit. Es muss noch etwas gesagt werden, nämlich das hier:
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Das Storytelling der Qualitätspresse – so geht´s

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Medienarbeit läuft anders herum, als Lieschen Müller sich das so vorstellt. Am Anfang steht der Wille zum Ziel. In der Mitte wird die Story geschrieben wie das Drehbuch zu einem Film. An Ende dann die Suche nach Belegen, das Einsammeln von O-Tönen und Bildern, die die Zielvorgabe bedienen und vor allem beim Leser den Eindruck erzeugen sollen, das Urteil stünde am Ende einer Recherche und nicht am Anfang.
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Das Ziel von Jan Stremmel und der SÜDDEUTSCHEN ZEITUNG war es, den Eindruck zu erwecken, der Tierschutz/ das Tierrecht habe sich mit Rechtsradikalen verpaart (die einen aus Blödheit, die anderen aus Berechnung), und als argumentative Basis für den Verdacht wird das verschwörerische Geraune der Internetplattform INDYVEGAN herangezogen, die seit Jahren anonym mit pseudolinken Deutungen erfolgsauffällige Tierrechtler/ Veganer diffamiert. Diffamierte, denn INDYVEGAN gibt es nicht mehr. Website und fb-Auftritt wurden unmittelbar nach Erscheinen der Reportage vom Netz genommen. Na, sowas.
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Die geile Story des Jan Stremmel stand schon vor der ersten Kontaktaufnahme fest, dies bestätigt Matthias Ebner von der Tierschutzpartei in seiner Stellungnahme und das war auch mir klar, als hier die Interviewanfrage einging: „(…) ich bin Journalist der SZ und arbeite gerade an einer Geschichte über Tierschutz in Deutschland. Dafür würde ich auch gerne mit Ihnen sprechen. (…).“ Man muss schon auf der Brennsuppe dahergeschwommen sein, um hier nicht den Willen zum Verriss zu erkennen. Deshalb habe ich Jan Stremmel – die Kurzrecherche im Internet ergab als verdächtiges Fundstück ein kleines Machwerk gegen Veganlabels – umso lieber zu mir nach Hause eingeladen. Wenn man die Welt verändern will, ist der Widerspruch die Bestätigung, nicht der Applaus. Die Feinde sind mir noch immer die Liebsten gewesen.
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Von eineinhalb Stunden Gespräch im Stil „INDYVEGAN-Vorwurf – dezidierte Gegenrede“ blieb neben Drahthaaren (hart wie Kruppstahl, ich schwör´s), einem Hitlerbild an der Wand und etwas lalala als einziges Argument der falsch zitierte, vor allem aber vom Sinnzusammenhang isolierte und damit letztlich unverständliche Satz „Einem Rind ist es doch völlig wurscht, ob ein Linker oder ein Rechter es isst!“ Dabei habe ich mir echt Mühe gegeben.
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Wenn Interessen auf den Geist losgehen!

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Es lohnt nicht, auch nur einen einzigen Satz zu den Anschuldigungen zu verlieren. Wer sich verteidigt, klagt sich an, sagt das Sprichwort weise, und außerdem wäre es nur ein Ausdruck gekränkter Eitelkeit, die Scheißhausparolen mit Gegenargumenten zu adeln. Es geht nämlich nicht darum. Es geht einzig und alleine um das Interesse, diese unsere Botschaft in einem Rahmen festzuhalten, in dem sie verzweckt werden kann und verwertbar bleibt. Der Werdegang der Veganismus – einst der zum Verhaltensprinzip erhobene Respekt vor dem natürlichen Lebensrecht der Tiere, heute Lifestyleprodukt, angesiedelt zwischen Selbstoptimierung, Selbstdarstellung und ungefährlicher, pseudokritischer Meinungsäußerung zur Massentierhaltung und ihrer Massenfolter und des ethischen Markenkerns beraubt – steht symptomatisch dafür. Vegan heute ist Verzweiflung und Kapitulation vor der Urideee – was die mit Aldi-Sojawürsteln und veganer Ben&Jerry-Eiscreme Korrumpierten nicht mal mehr spüren, sondern ernsthaft als Erfolg wahrnehmen.
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Verzweckt wird auch der Tierschutz, denn Tierschutz und sein Grundgedanke bewegen sich im Spektrum akzeptierter Meinungen. Gerade erschien in der FAZ eine wortgewaltige Abrechnung mit dem Prinzip der Massentierhaltung, selbst der konservativste Mainstream fühlt sich heute auch dem Wohl des Schweins verpflichtet – zumindest als Lippenbekenntnis. Mit Tierschutzpositionen kann man Bestseller schreiben wie Jonathan Safran Foer oder Richard David Precht, man kann Spenden generieren; Robben und Wale und eben nicht Umweltschutz machten Greenpeace zu einer Macht. Was Jan Stremmel schrieb von den Nationalsozialisten, die sich propagandistisch an Tierschutz und Tierliebe bedienten, ist richtig, nur heute spielt sich der linke Flügel als Zerberus der Tierschutzszene auf und hält die Sache der Tiere in Geiselhaft. Am Geschäft mit dem Tierschutz haben viele Interesse. Auch, weil Tierschutz die entscheidenden Fragen eben nicht stellt, die es für einen verändernden Widerspruch benötigt, und damit das Thema über Scheindebatten in die Wirkungslosigkeit kanalisiert.
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Um den verschissenen Kackartikel von Jan Stremmel richtig einzuordnen, muss man tiefer graben und vor allem verstehen, dass Medien auch nur Interessen verfolgen, Volksaufklärung ist da Nebenschauplatz. Hier ist es das Interesse, das Tierrecht in etwas Nichtdenkbares zu verwandeln – für wen auch immer. Es reichen als mögliches Motiv dafür ja schon die Fressvorlieben eines Lohnschreibers.
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Stigma und Selbstzensur – wie totalitäre Systeme Meinung steuern

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Zuckerbrot und Peitsche zur Unterwerfung der Masse unter herrschende Verhältnisse funktionierte nicht nur im bolschewistischen Russland, wo jene, die sich nicht ausreichend von überführten „Volksfeinden“ distanzierten, selber in Gefahr gerieten, während die anderen, die sich hinreichend an der Hatz beteiligten, im öffentlichen Ansehen aufstiegen. Hier und heute in unserem, nicht minder totalitärem Schweinevernichtungssystem spielt sich das so ab: Wenn es um die Erlangung und Verteidigung der Deutungshoheit geht, wird die unerwünschte Meinung nicht einfach bekämpft, denn das würde sie nur groß machen. Sie wird in ein Undenkbares verwandelt, indem man die psychische und soziale Person ihres Trägers zum Schlachtfeld macht und zerstört und ihr gleichzeitig jede Ehrung als Märtyrer vorenthält. Für die Wahrheit zu sterben, ist kein Heldentod. Es hat damit jeden Glanz verloren, für eine unerwünschte Meinung einzustehen. Man kann nur verlieren, aber nichts ist zu gewinnen.
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Diese Signale werden verstanden. Auch von Journalisten. Auch von Tierschützern. Auch von den genannten Parteifreunden, denen man nun wirklich viel, aber eben gerade nicht vorwerfen kann, sie hätten bei der Abgrenzung zu Rechts irgendwas vermissen lassen. Dafür haben sie sogar das Tierrecht sausen lassen.
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Es geht nicht um rechts und links. Es geht um die Überwindung des Tyrannenstaates, um die Entmachtung der Tyrannen

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Denn es geht um das Tierrecht. Jenes Konzept, das ein gleiches Recht für alle fordert, die fühlen und denken können, befreit von allen Formen der Diskriminierung aufgrund fadenscheiniger Gründe wie der Artzugehörigkeit. Für dieses Recht nämlich steht ANIMAL PEACE in einer wohl noch nie dagewesenen Schärfe ein, und das nicht, indem wir es unsexy predigen oder philosophisch begründen, sondern, viel wirksamer, es leben und im Wissen um die Macht der Worte dabei einen Neusprech einführten, der es mit jedem Satz über das WIE ausdrückt. Theodor Adorno formulierte es so: „Man sollte, soweit das nur irgendwie möglich ist, so leben […] wie man in einer befreiten Welt glaubt leben zu sollen, […] versuchen, die Existenzform vorwegzunehmen, die eigentlich die richtige wäre.“ Wir betrachten und bewerten Tat und Täter in einer Art, die heute nur erlaubt ist, wenn es sich bei den Opfern um unschuldige Menschen, speziell Menschenkinder, handelt. Dieser Stil stellt die herrschenden Verhältnisse tiefer in Frage als jede Wertung, weil sie aus dem Innersten spricht und nicht Phrasen einer Kopfgeburt plappert. Wir nehmen die Existenzform des Tierrechts damit vorweg. Der Feudalherrscher gerät in Wallungen und sieht seine Privilegien fahren, die er für Rechte und Kultur hält.
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Der wildschäumende Verwurf von Menschenverachtung und die Nazikeule zeigen, dass nur allzu gut verstanden wird, dass es nun an den Kern der Wahrheit geht. Und wir verstehen nur allzu gut, dass der Angriff gegen uns von dem Interesse getragen ist, dass alles so bleibt wie es ist – weil man weiter aus den Tieren seinen Nutzen ziehen will, ohne einen angemessenen Preis dafür zu bezahlen.
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Das Tierrecht kann nicht verzweckt werden, weil es seine Kraft aus den archaischen Prinzipien der Moral schöpft, der angeborenen Fähigkeit zu Gerechtigkeit und Mitgefühl, und sein Fühlen und Denken damit prinzipiell autonom ist und unvergiftet von Machtstrukturen, Ideologien und Narzissmen der Gesellschaft. Deshalb ist es gefährlich über die Frage der Tiere hinaus. In Zeiten, in denen unsere Grundrechte (und vor allem unser Bewusstsein darüber) sukzessive untergraben werden und die moralischen kollektiven Leitplanken im Sinne von Machtinteressen verschoben werden, ist es unerwünscht, wenn ein Bewusstsein für Individualrechte, Werte und was sie wirklich bedeuten, über die Hintertür mit dem Tierrecht wieder auf der Bühne erscheint. Es ist nicht weniger als die Angst vor der immensen Kraft der Moral.
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Mit „rechts und links“ hat das alles nichts zu tun. Auch deshalb sind und bleiben wir politisch neutral. Wir wollen und werden die Sache der Tiere aber emanzipieren von jeder Form des Benutztwerdens. Unser Ziel ist die Autonomie der Sache der Tiere, die eine Unabhängigkeit vom herrschenden Denken und Fühlen voraussetzt. Wir bauen ausschließlich auf die natürliche Fähigkeit zur Moralität und zu Urteilen über Verletzungen elementarer moralischer Prinzipien. Jenseits aller Ideologien, rechter wie linker. Denn die Sache der Tiere ist größer. Sie ist die erste und einzig echte Befreiungsbewegung in der Geschichte.
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Apropos Neutralität. Nur dass keine Missverständnisse aufkommen: Die Rechtsradikalen müssen keine Angst vor uns haben, wir unterwandern sie mit guten Absichten. Wir sprechen mit JEDEM, denn das ist nämlich unser Grundrecht. Und davon verstehen zumindest wir etwas. Also Hi, Skinhead und Nazi, auch Du bist hier herzlich eingeladen zu einem Mineralwasser, so wie es Jan Stremmel bekommen hat, gern auch zu einem Kaffee mit Sojamilch oder einen Tee mit Zitrone. Wenn ein SÜDDEUTSCHE-Journalist seinen Fleischfresserarsch auf meinen heiligen Stuhl drücken darf, wo sonst der Hausherr Jussi schläft, und ich hinnehme, dass seine Fleischfresserlippen meine Gläser ethisch kontaminieren, dann darf das ein Rechtsradikaler schon lange. Die politische Gesinnung ist in so einem Fall nämlich mein geringstes Problem.
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Die Feudalherrscher haben braun gewählt

100% Faschisten im Parlament

Mein bitterer Wahlkater

Von Silke Ruthenberg zur Bundestagswahl

Ich bin traurig. Wirklich traurig. Nicht über den Ausgang der Wahl, der war ja abzusehen und ein paar Prozente hin oder her im Reiche der Feudalherrscher, sind für die Hekatomben von Sklavenheerscharen in unserem Land nicht von wirklicher Relevanz.
Ich bin über etwas ganz anderes traurig. 40 Stunden sind seit den ersten Hochrechnungen vergangen und meine Timeline ist voller Entsetzen über so einiges, vor allem über das Abschneiden der AFD freilich, man grenzt aus, grenzt ein – das ist erstmal jedermanns gutes Recht.
Aber niemand, niemand, niemand macht auch nur den Versuch, diese Wahl mit den Augen der Sklaven zu betrachten und dem einen offensiven Ausdruck zu verleihen. Alle, alle, alle lassen sich in den Strudel der Nacktaffenpolitik hineinreißen. Leute, die sich die Sache der Sklaven auf die Fahnen geschrieben haben, sind in diesen Momenten auch nur Feudalherren.
Versteht mich nicht falsch, ich will hier niemanden das Recht absprechen, in Nacktaffenfragen Position zu beziehen. Ich sehe es phänomenologisch. Was ist es für ein trauriges Phänomen, dass es „die Bewegung“ nicht schafft, ihrem hohen Ziel treu zu bleiben, wenn die Horde gerade andere Themen hat. Dass es immer Momente gibt, in denen anderes wichtig ist – und wenn es für den Moment ist.
Dies ist – nochmal gesagt – kein Vorwurf an den Einzelnen. Es ist das Erschrecken über die Tatsache, dass NIEMAND im Sturme den Tieren treu bleibt. Es ist das Erschrecken über die Ablenkbarkeit, über die leichte Verführbarkeit zu anderen, vermeintlich wichtigeren Themen, die so durchgängig ist, als dass man darin auch nur den allerkleinsten Sinn erkennen kann. Es ist das Erschrecken über den Gesamtorganismus der Bewegung, in dem kein Organ in solchen Augenblicken bei den Tieren stehen bleibt und für sie spricht.
Was den Tieren bleibt, ist ein kollektives Schweigen der selbsterklärten Fürsprecher darüber, dass

8,9% eine Partei gewählt hat, die noch nicht mal die minimalsten Gnadenerweise gegenüber den Sklaven verteidigt #Schächten/Grüne
9,2% für eine Partei, die sich sogar ausdrücklich für das Schächten ausspricht. #Schächten/Linke
10,7% für eine Partei, deren gefühlt einziges Mitglied den Schießbefehl längst umgesetzt hat und das nicht nur an der Grenze #Jäger Lindner/FDP
12,6% für eine Partei, die – die Hand schon am Schwanz, äh Abzug – den Schießbefehl auf Wölfe anstrebt und überhaupt „Bahn frei“ für Lustmörder fordert #AFD
20,5% für eine Partei eines Gänsestopfleberfressers #Schulz/SPD
33% für eine Partei, deren Muddi zum betäubungslosen Verstümmeln der Sexualorgane nicht mehr zu sagen hat als „Es sind ja nur Tiere.“ #CDU/CSU

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Wehe dem, der solche schwachen Anwälte hat. Wehe den Besiegten. Und sie wurden wieder besiegt, auch mit dieser Wahl, zu 99% verraten.

Und NEIN, es ist eben kein Ausdruck eines politisch wachen Geistes, die Nacktaffenpolitik in Momenten der Wichtigkeit eben kurzzeitig höher zu stellen als die Sache der Tiere. Es ist nur SCHWÄCHE. Es ist ABLENKBARKEIT. Es ist ein AUSDRUCK des VERRATS. Als Einzelphänomen ergibt es zwar den Anschein von Weltzugewandtheit (und schmeichelt der persönlichen Eitelkeit resp. dient der Selbstinszenierung), als geschlossenes Gesamtphänomen zeigt es, dass in 25 Jahren Kampf für die Rechte der Tiere nichts erreicht wurde. Dass wir in Zeiten des Backlashs leben. Dass die Tiere immer noch allein sind in ihrer Klugheit, ihrer Sensibilität, ihrer Schönheit, ihrer Ohnmacht, ihrer Not.

Deshalb hier der Aufruf: ZURÜCK ZU DEN TIEREN ! Und bleibt bei ihnen, niemand hat Loyalität mehr verdient und nötiger als sie. ANIMALS FIRST !
Wer – wenn nicht wir – tut es denn sonst?

Die ANIMALPEACE WAHLEMPFEHLUNG

Morgen werden wieder die Tierfaschisten gewählt
Tierfreunde! – Gebt dem System die Antwort

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ANIMAL PEACE nur auf der Seite der anderen Tiere. Unverrückbar parteiisch.

Vor ein paar Tagen sehe ich in meinen Feeds ein Bild von Alice Weidel bei der liebevollen Umarmung eines Hundes im AFD-Gewand und musste doch sehr lachen. Ich bin dann mal auf Weidels fb-Seite und fand da noch einen Mops, ebenso als „Fanboy“ tituliert. Er wird nicht widersprechen.
Tiere als Wahlkampfhelfer sind traditionell beliebt (siehe Bild). Fürs Image tätscheln dann sogar Hundeparanoiker wie Angela Merkel fellige und befiederte Köpfe und in den Wahlprogrammen findet man überall gleichermaßen ungefährliche pseudotierfreundliche Lippenbekenntnisse wie den klassischen Verrat.

Morgen ist es wieder soweit, das Stimmvieh darf seinen politischen Willen ausdrücken, ständig ploppen in meinen Feeds irgendwelche Wahlberatungen von Gesinnungsfreunden und Vereinen auf, grotesk sind sie alle irgendwie, ebenso gutgemeint wie geistbefreit.
„Unbeirrbar bestehen sie auf der Ideologie, durch die man sie versklavt,“ möchte man ihnen mit Adorno zurufen, und weinen, weinen, weinen gleichzeitig über den wabernden Kleingeist, den fehlenden Witz, Esprit und den revolutionären Geist des Aufbruchs, der der Tierbewegung so gründlich abgeht. Und ja, vor allem geht ihr jede Vorstellung von Tierrecht ab und von der Befreiung aller Arten aus dem Joch der Diskriminierung. Von der Befreiung unserer Schwestern und Brüder aus der Sklaverei und einer echten Vision. Das Denken bewegt sich in den tradierten Bahnen von Verboten und Regelwerk. Und das zeigt sich wieder deutlich, wenn Kleingeister auf Wahlzettel schielen und gar Wahlempfehlungen abgeben für die FoltertdasSchafzuTodeFans GRÜNE und LINKE oder die Jägerbande AFD.

21766633_269426753565196_4165771728226905630_nDiese Wahl ist wie jede Wahl ein Akt der Diskriminierung, an der wir uns beteiligen, wenn wir teilnehmen. Sie ist allein deshalb ein grundfalscher Akt, da der breiten Mehrheit der Einheimischen das Wahlrecht vorenthalten wird, so, wie alle anderen bürgerlichen Rechte. Die Leibeigenen, die Sklaven, die Entrechteten, Ausgebeuteten, Eingesperrten, ihnen wird jede Möglichkeit der Teilnahme am politischen Willensbildungsprozess verweigert. Und das macht den vermeintlich demokratischen Akt zu einem Ausdruck der Feudalherrlichkeit. Zu einem falschen Akt.

Sprechen wir von den Tieren, wieder nur von den Tieren, denen wir uns verpflichtet fühlen. Jenen vollkommen entrechteten, versklavten Personen im Joch der herrschenden Despoten, für die wir, die wir sie sehen – in ihrer Schönheit, ihrer Klugheit, ihrer Sensibilität. ihrer Würde, ihrer Not – der einzige Hoffnungsschimmer sein können in ihrer schier grenzenlosen Ohnmacht.

Was also ist zu tun, morgen, wenn wir Stimmvieh sein dürfen und sollen in diesem großen Theaterspiel? Was ist zu tun oder zu lassen, wenn wir dieses winzig kleine, tatsächlich unsichtbare Zeichen setzen können für diejenigen, die es nicht dürfen und doch am nötigsten bedürfen? Ist Wahlverweigerung als Ächtung des feudalistischen Systems die einzige Option? Sollen wir mit Adorno erkennen, dass „das Ganze das Unwahre ist“, aus dem nichts erhofft Segensvolles erwachsen kann? Und die Teilnahme verweigern? Das wäre zu kurz gedacht, zu ideologisch. Auch in einem falschen System kann man die richtigen Signale setzen. Das nennt man Sabotage.

Wie sabotieren wir nun am Wirkungsvollsten?

Das erste, was wir – die wir uns entschieden haben, eindeutig auf der Seite der Sklaven zu stehen – tun müssen, ist, unsere Wahlentscheidung einzig und allein strategisch nach dem Interesse der Sklaven auszurichten. Wir wählen nicht als Feudalherr, wir wählen als Sklave, als Hund, als Huhn, als Reh als Regenbogenforelle. Nur, wenn wir das tun in aller Entschlossenheit und befreit von unseren eigenen politischen Neigungen, bekommt unsere Entscheidung überhaupt eine Bedeutung. Wir agieren in ihrem Auftrag.

Das zweite, was wir tun müssen ist: wir müssen es laut tun. Wenn wir die Wahl verweigern, weil die Sklaven ausgeschlossen sind vom demokratischen Akt, dann müssen wir das LAUT formulieren und kundtun. Wenn wir – und das ist die wohl bessere Entscheidung trotz allem – wählen, so müssen wir es laut tun und überall kundtun, warum wir eine Partei wählen und warum wir die anderen nicht wählen. Wichtig ist dabei weniger, wen wir dann wählen, denn diese Entscheidung kann ohnehin nur falsch sein, wichtig ist nur: wir müssen es LAUT tun und mit dem Bezug auf die Tiere:“Ich gebe Euch meine Stimme ausschließlich wegen Eures Versprechens, dies oder jenes für die Tiere durchzusetzen. Werd ich feststellen müssen, dass ihr Euch nicht ausreichend bemüht, oder gar den Tieren schadet, wird das das letzte mal sein, dass ich Euch wähle.“ Nur so wird wahrgenommen werden, dass es Feudalherren gibt, die trotzdem und nur für die Sklaven handeln. Und wählen. Nicht: auch die Tiere. Sondern: nur die Tiere.

Das dritte, was wir tun müssen, ist, zu unterlassen. Wir müssen unterlassen, auch nur die allergeringste Hoffnung auf Veränderung durch das System zu hegen. Dieses System wird nichts ändern, sonst hätte es das schon längst getan. Worauf wir uns verlassen können ist einzig, dass die Tiere benutzt werden für den Stimmenfang, das hat Tradition. Nach der Wahl werden sie genauso sicher verraten. Die Politik ist das allerletzte Instrument, auf das wir Verantwortung abschieben können.

Und nun? Wen wählen? Ich denke, es ist das lauteste Zeichen, das wir setzen können im falschen System, die Tierschutzpartei zu wählen. Und Nein, ich bin kein Anhänger oder Mitglied der Tierschutzpartei. Und Ja, auch ihre Vertreter haben mich schon beschimpft und verleumdet und mich mit ihrem Korinthenkackergeist beleidigt, was nicht schön ist aber immer verzeihlich, aber vor allem demonstriert, dass es bei ihnen doch auch nur „Animals Second“ heißt und das ist unverzeihlich. Eigentlich.
Aber: die Partei hat „Tier“ im Namen. Wer sie wählt drückt damit aus, dass „die Tiere“ ihm das Wichtigste bei der Wahlentscheidung sind. Am politischen Willensbildungsprozess wird die MUT nicht teilnehmen, aber jede Stimme an sie ist ein Ruf in die Welt: Die Tiere sind die Wichtigsten. Und das ist die stärkste Botschaft an die Fraktionen, die wir erreichen können. Sie ist oberflächlich, aber unsere Welt ist oberflächlich.
Und die V-Partei? Nun: Dies leistet die V-Partei eben genau nicht. Bei diesen steckt der Bezug auf das Fressverhalten des Nacktaffen im Namen, denn es sind die Nacktaffen, die fressen, vegetarisch, vegan oder wie auch immer. Die Idee dahinter, Fressveganer hinter Tierrechtsforderungen zu locken, mag ja sinnhaft erscheinen, sie wird jedoch scheitern, dafür ist die Idee des Tierrechts zu groß, um mit bauernschlauen Winkelzügen wirklich punkten zu können. Hat schon die Tierschutzpartei das Tierrecht nicht wirklich verinnerlicht und hält sich am Kleinklein von „politischmachbaren“ krampfhaft fest, statt Visionen zu entwerfen, so drückt die V-Partei namentlich nur den Narzissmus des Freßveganers aus. Der Veganer im Zentrum des Interesses.

Genug der zuvielen, viel zuvielen Worte. Jetzt backe ich eine Pizza für mich und drei für Aljoscha und bereue dabei diese Zeilen und diese Zeitverschwendung. Das Kreuz morgen, es ist soviel bedeutungsloser als mein Schiss unter die Birke in Lappland vor vier Wochen, denn im nächsten Jahr werden die dort üppig gedüngten Blaubeeren einem daherkommenden Braunbären immerhin einen Gaumenschmaus bereiten. Und mein Kreuz verschwendet Papier und verändert im Endergebnis die 8. Stelle hinter dem Komma. Oder so. Aber ich bin ehrlich: eigentlich wollte ich ja nur Adolf Hitler mit Blondi (RiP) posten, der ja leider, leider doch kein Vegetarier/ Veganer war.