Schlagwort-Archiv: tierrechtsbewegung

Die unveräußerlichen Werte des Tierrechts

Der Kernsatz um den sich alles dreht …

Was ist Vernunft? Wahrnehmen, bewerten, entscheiden, handeln.
Wer ist vernünftig? Der mit Bewußtsein.
Wer hat Bewußtsein? Zumindest all diejenigen, die über eine Zusamenballung von mehreren tausend Nervenzellen verfügen, also eine Art Gehirn haben, denn damit ist Bewußtsein bereits möglich und wahrscheinlich dann auch da.

undefined
Dieser Satz Immanuel Kants – einst für Menschen entworfen und Leitmotiv des Menschenrechts – hat also seine Gültigkeit für alle anderen Tiere.
Er ist das erste Gebot des Tierrechts, ohne dem alles nichts ist.

ANIMAL PEACE und die verrottete Wertehierarchie

Die veganen Spießbürger laufen wieder zur Hochform auf

Attila Hildmann, bekannter veganer Koch und Imbissbudenbesitzer, hatte sich nach ihrer Meinung danebenbenommen, als er jetzt auf Facebook in martialischer Pose mit Sturmgewehr im Arm und markigen Worten gegen Maskenpflicht und andere Corona-Maßnahmen Stellung bezog. Die Phi… äh Vilister beschulmeistern die eigenen Reihen und mahnen zu Verantwortung, was schon grotesk kringt aus dem Mund von Leuten, die gerade mit verräterischen Statements zur Relativierung von Tierversuchen unangenehm aufgefallen sind und viel mehr noch mit der Sabotage von Hilfsbereiten, eine totkranken Kuh zu retten – mit tödlichem Ausgang für die Kuh.

Als Attila Hildmann vor zweieinhalb Jahren für einen Marketinggag ein Kälbchen quer durch Berlin vor seiner Imbissbude karren ließ, kam aus den Vilistermäulern kein einziges kritisches Wort zu diesem zynischen Missbrauch des Kälbchens. Nur ANIMALPEACE äußerte harte Kritik. (Es ist Attila Hildmann anzurechnen, dass er verstanden hat und Wochen später das Kälbchen freikaufte und auf einen Lebenshof brachte. Tätige Reue ist Größe).
Was ist das nur für eine verrottete Wertehierarchie in dieser Community?
Kein Respekt vor den Tieren und den Werten, für die wir einstehen. Das ist Hochverrat, das ist Gotteslästerung. Die heilige Sache der Tiere zur Ideologie verkommen, die Tiere selbst nur Mittel zum Zweck für die eigene Agenda.

Dazu kein Respekt vor den Mit-Bewegten. Man maßt sich an, ihnen ihre sonstige Meinung, ihren Charakter und die Wahl ihrer Mittel vorzuschreiben und pflegt diese Unsitte der Distanziereritis und begibt sich damit selbst in den erhobenen Verdacht. Das ist Größenwahn.

Zusammengenommen ist es ein doppelter Ausdruck von Narzissmus. Der Narzisst kennt weder Demut vor den Werten noch die Achtung vor dem Anderen. Und das ist schwach. Und den Schwachen folgt niemand, das ist ein Gesetz der Massenpsychologie. Das hat Attila Hildmann verstanden. Die Vilister offenbar noch nicht. Sie setzen auf den Terror der Anstandskeule. Mehr ist ihnen das Tierrecht nämlich nicht wert.

BLONDI – Hommage an einen missbrauchten Hund

Zum 75. Todestag von Blondi:

Ehrenrettung für einen politisch missbrauchten Hund

Am 30. April 2020 jährte sich der Todestag von Hitlers Schäferhündin Blondi zum 75. Mal. Auch dieses Jahr gedenkt ANIMAL PEACE der Verstorbenen. Sie wurde Opfer einer schrecklichen Familientragödie, was anderes als das kann es nicht gewesen sein, als der Vater in Bedrängnis die Familie auslöschte.

Blondi war die Tochter der Schäferhündin von Gerdy Troost, die seinerzeit als Architektin den Königsplatz in München umgestaltet hatte und mit Adolf Hitler seit 1930 bekannt war. Sie wurde 1941 noch als Kleinkind ihrer Mutter entrissen. Martin Bormann verschenkte das entrechtete Objekt wie ein lebloses Möbelstück an Adolf Hitler.

Blondi hatte sich ihren Vater nicht ausgesucht!

In ihrem kurzen Leben wurde Blondi ständig missbraucht. Einerseits wurde sie für Propagandazwecke benutzt, Postkarten von ihr mit Hitler sollten dem Führer eine private und menschliche Seite verleihen. Wurde sie gefragt? Nein! Sie wurde benutzt und der Schaden für ihre Rasse, den deutschen Schäferhund, wirkt rufschädigend bis heute. Aber sie hatte keine Wahl.
Vor allem aber offenbarte sich dieses Missbrauchverhältnis über eine weitaus gnadenlosere Art und Weise. Henry Picker, der Protokollführer von Hitlers Tischgesprächen, schrieb in seinen Aufzeichnungen, er habe den Eindruck gehabt, „… es nicht mit einem Hund, sondern mit einer Maschine zu tun zu haben“, und er stellt sich die Frage, „ob Hitler bei der Dressur … nicht im Grunde von der Absicht beherrscht wurde, selbst in diesem Tier den eigenen Willen auszulöschen.“ (!!!)

Müssen wir wirklich noch erklären, was das für einen Abgrund an Misshandlungen an Körper und Seele erahnen lässt? Wie das abläuft, einen Willen auszulöschen? Welche Attacken auf Leib und Seele da stattfinden müssen, um dieses Ziel zu erreichen?

Blondi wurde gebrochen und sie hat es ihrem Führer mit Sicherheit schwerer gemacht als dessen gesamtes deutsches Volk

Eine bezeichnendes Licht auf Hitlers angebliche Tierliebe wirft folgende Anekdote, von der Egon Hanfstaengl (Sohn von Ernst Hanfstaengl, Hitlers Auslandspressechef und Förderer) berichten kann: „Seine Hündin wurde einmal irgendwie nervös und hat meine Mutter ganz leicht gebissen, eigentlich mehr gezwickt. Hitlers Reaktion war exzessiv. Er wollte gehen, seine Pistole holen und er sagte, er würde den Hund auf der Stelle erschießen, denn die von ihm hochverehrte und angehimmelte Frau war von diesem Hund gelinde gebissen worden. Und meine Mutter hat dann gesagt: ‚Um Gottes willen, Herr Hitler, keineswegs, das ist nicht so schlimm, und lassen Sie das. Der Hund kann nix dafür, der ist nervös geworden.’ Der Hitler hat sich dann beruhigt und keine so grimmige Maßnahme ergriffen.“
Und werfen wir einen Blick auf Blondis gewaltsamen Tod. Am 30. April 1945 wurde Blondi auf der Toilette des Führerbunkers mit Zyanid vergiftet. Wolf, ihr erwachsener Sohn, wurde ebenso erschossen wie ihre erst kurz zuvor – vermutlich am 4.April – geborenen fünf Kinder.
Hitlers SS-Adjudant Otto Günsche erinnert sich an die Tat:„In einem Gang des Führerbunkers standen Professor Haase (Werner Haase, zeitweilig Vertreter von Hitlers Leibarzt, Professor Brandt) und Feldwebel Tornow, der Hitlers Hund abgerichtet hatte. Haase hielt eine Ampulle mit Zyankali und eine Zange in der Hand. Er hatte von Hitler den Befehl erhalten, den Hund ‚Blondi‘ zu vergiften. An ‚Blondi‘ wollte Hitler die Wirkung des Giftes erproben. Um Mitternacht wurde ‚Blondi‘ auf der Toilette vergiftet. Tornow riß dem Hund das Maul auf, und Haase griff hinein und zerdrückte mit der Zange die Giftampulle. Das Gift wirkte auf der Stelle; bald darauf kam Hitler in die Toilette, um sich zu überzeugen, daß ‚Blondi‘ tatsächlich vergiftet war. Er sagte kein Wort, sein Gesichtsausdruck veränderte sich nicht. Nach einer Minute schon kehrte er in sein Arbeitszimmer zurück.“
Der sowjetische Gerichtsarzt Professor Dr. Wladimir Michajlowitsch Smoljaninow deutet die Umstände des Mordes folgendermaßen: „Wissen Sie, das sieht einer sogenannten ‚Toxikologischen Probe’ sehr ähnlich. Dem einen Hund hat man eine Ampulle im Maul zerdrückt, der andere Hund mußte die Ampulle verschlucken und wurde dann erschossen – mit einem Schuß von oben, wie aus dem Protokoll ersichtlich ist.“
Blondi, gebrochen und mißbraucht endete als Versuchshund.

Veganer und Tierrechts Darsteller liessen natürlich weniger auf sich warten als die Sklaverei Befürworter und Massenmörder.

Auch am gestrigen Trauertag fielen die piätätlosen Horden an Tierhassern wieder über ANIMAL PEACE her und störten die Trauerfeierlichkeiten.
In erster Reihe und Seit an Seit mit den üblichen Verdächtigen der überzeugten Tiermörder, -vergewaltiger und -fresser die barbarischen Horden linkstotalitärer Tierhasser, die natürlich sofort gemerkt hatten, ihnen mit der Trauer um Blondi ihr ebenso wirkungsvolles wie verlogenes und hinterhältiges Totschlagargument mit der Trauer um Blondi verloren geht.

Seit sieben Dekaden benutzen die Tierhasser das Bild vom angeblichen Hundefreund und Vegetarier Hitler, um der Sache der Tiere einen üblen Geruch zu verleihen. Der politische Missbrauch von Blondi nahm mit ihrem gewaltsamen Tod kein Ende. Nur waren es jetzt gerade die Linksfaschisten, die da in erster Reihe standen.

Höhepunkt ihres traditionellen Tierhasses – wurzelnd in ihrer ideologisch verankerten wahnhaften, sektiererischen Überbewertung des Menschen – war 1969 die geplante Verbrennung eines deutschen Schäferhundes im Hof des Deutschen Museums, von der man schließlich nur abließ, weil man beherzten Widerstand von Normaldenkenden fürchtete. Ein Schäferhunde-Verein aus Schleswig-Holstein hatte einen Besuch angekündigt.

Stark gelichtet haben sich zum Glück die Reihen der Anpasser-Veganer, die sich krampfhaft bemühen, den Garten des gesellschaftlich Tolerierten tunlichst nicht zu verlassen, jetzt, nachdem sie endlich mitspielen dürfen und am Tisch der Tierfresser ihr Sojawürstel verzehren, mit der ihnen der Markt das revolutionäre Maul gestopft hat. Ihr Nein zum Verbrechen ist schon längst erstickt, ihre Demonstrationen foltervoyeuristische Präsentationen von Elend und Not, wo eh kein Widerspruch zu befürchten ist. Vor drei Jahren waren die wohlfeilen wohlfühligen Rebellionsdarsteller noch in Massen zusammen mit den linken Tierhassern und den Tiermördern beim gemeinsamen Kriegstanz anzutreffen in der Hoffnung, ANIMAL PEACE nun endlich rechtsradikale Gesinnung und damit das Stigma anhängen zu können, weil man befürchtete, dass nach zwei Jahrzehnten Anpasserunsinn das wahre Tierrecht die Deutungshoheit wieder übernehmen könnte und damit das gemütliche Geschäftsmodell zerstört. Das Programm läuft trotzdem und steht kurz vor der Vollendung

Diese jedenfalls sind es, die uns nun diktieren wollen, um wen und was wir hier trauern dürfen und unanständig Trauerfeierlichkeiten störten. Rufmordet uns nur! Wir werden Euch Eure denunziatorische Gesinnung nicht nehmen können und die Narren werden Euch weiter auf den Leim gehen. Aber auf die kommt es ohnehin nicht an. Und wir werden weitergehen und uns das Recht auf Loyalität mit unserem Mandanten nicht nehmen lassen. Und schon gar nicht werden wir uns Euren perversen Vorstellungen beugen und uns Bedingungen auferlegen lassen, wann und für wen und wie wir gedenken dürfen. Auf solche grotesken Vorstellungen kommt man – nicht ohne bösen Grund – nur, wenn es – nur – um Tiere geht. Überall dient das Tabu und der ungeschriebene Kodex des Erlaubten der Aufrechterhaltung herrschender Verhältnisse. Und das Tabu, nicht um Blondi trauern zu dürfen, ruht auf der Vorstellung vom Tier als minderwertiges Objekt. Nur der Tabubruch ist das Zeichen, dass die herrschenden Verhältnisse unerträglich sind. Nur der Tabubruch ist die Antithese zum Zeitgeist. Genau deshalb ist es uns auch so wichtig, immer und immer wieder das Tabu zu brechen. Es ist uns bitter ernst und wir sind entschlossen, den Tieren auch mit diesen kleinen Gesten die Würde zurückzugeben. Wer weiterhin ungestört auf Tiere losgehen wollen, fressend und mordend und vernichtend, wird sich an unserer Trauer um Blondi empören.

Aber mehr und mehr werden verstehen, warum es eben keine Provokation ist, was wir tun. Nicht für die, denen es ernst ist mit der Befreiung der Tiere aus der Tyrannei des Menschen.

Unsere Ziele sind größer als Eure Lügen.

Silke Ruthenberg – ANIMAL PEACE

Apropos: Hitler war genau genommen leider noch nicht mal ein Gesundheits-Veganer. Seine Magenprobleme zwangen ihn zwar zu einer weitgehend pflanzlichen Diät, die er allerdings nicht konsequent einhielt. Aber wir wollen wegen ein paar Leberknödeln nicht kleinlich werden.

Deshalb bin ich gegen Menschenrechte – ANIMALPEACE

Menschenrechte und Tierrechte

Ein Ding oder ein Widerspruch in sich?

Tierrechte und Menschenrechte werden gern in einem Atemzug genannt. Wohlgemerkt von Tierschutzbewegten und praktisch nie von Menschenrechtsaktiven. Allein das macht die These verdächtig, ob dahinter wirklich eine sinnvolle Analogie steckt oder es allenfalls nur eine schwachsinnige, vielleicht sogar im Kern schädliche Phrase ist.
.
Um dieser Frage nachzugehen, ist eine Begriffsklärung im Vorfeld sinnvoll. Menschenrechte sind zunächst subjektive Rechte, die jedem Menschen gleichermaßen “aufgrund seines Menschseins” zustehen. Dazu gehören das Recht auf Leben, auf Freiheit, auf Unversehrtheit, auf Schutz vor Diskriminierung, Folter und einiges mehr. Praktisch alle Staaten der Welt anerkennen die Menschenrechte prinzipiell! Sie sind Bestandteil des Grundgesetzes und Internationaler Deklarationen. In den meisten Ländern werden Verstöße gegen Menschenrechte sanktioniert mit teils erheblichen Strafen. Menschenrechte müssen nicht gefordert werden. Sie existieren!
.
Wenn wir von Tierrechten sprechen wird bereits die Definition schwieriger. Viele “Tierrechter” meinen, sie seien “Tierrechtler”, weil sie bessere Schutzgesetze für Tiere fordern, die deren Leiden abschaffen. Historisch kam der Begriff aber mit einer anderen Konnotation und einer anderen Anspuchshaltung auf: Tierrechtler fordern für die Tiere (zumindest für die denkenden, fühlenden unter ihnen, also diejenigen mit Bewußtsein) subjektive Rechte in Analogie zu dem Menschenrechten, konkret zumindest das Recht auf Leben, Freiheit, Unversehrtheit, ganz einfach, weil sie ein vergleichbares Interesse an solchen Rechten haben wie Menschen. (Anmerkung: Tierschutzgesetze legen die Rechte des Menschen am Tier fest, NICHT Tierrechte. Selbst ein allerbestes Tierschutzgesetz räumt Tieren keine Rechte ein, sondern beschränkt nur die Verfügungsgewalt des Menschen. Tierrechte gibt es nirgendwo auf der Welt. Kein einziges Tier von der Muschel bis zum Schimpansen hat auch nur ein einziges Recht. Nirgendwo.
.
Unbenanntmn
Aus dieser Begriffsdefinition ergibt sich bereits, dass das Nennen beider Begriffe in einem Atemzug die wesentliche Realität dazu verschleiert. Aber das Problem geht noch tiefer.
.
.
1.) Menschen SIND Tiere, sie sind EINE Art von weit mehr als einer Million Tierarten. Von Menschen und Tieren zu sprechen ist so sinnvoll wie von Birken und Bäumen, Rosen und Blumen, Löwen und Säugetieren, Menschen und Frauen/ Schwarzen/ Russen. Hier wird ein Gegensatz unterstellt, der de fakto nicht da ist, da die eine Gruppe implizit Bestandteil der anderen Gruppe ist, was mit der Auseinanderdividierung aber verschleiert wird, noch schlimmer: indirekt sogar bestritten wird. Das geschieht natürlich mit der Absicht, fälschlich zu suggerieren, Menschen wären gar keine Tiere, oder bestenfalls ein ganz besonders Tier, das keinesfalls mit den anderen in einem Atemzug genannt werden darf. Diese Botschaft wird der Floskel untergeschoben und dann in der ständigen Praxis zur ideologischen Realität ohne tatsächliche Substanz. Der Wendung “Menschen und Tiere” ist bereits Propaganda gegen Tiere.
.
.
2.) „Menschenrechte“ ergeben sich allein aus der Zugehörigkeit zur Art Mensch – so wird es begründet. Egal, wie dieser Mensch beschaffen ist, hat er dieses Recht per se. Weil er eben Mensch ist. Es ist also de facto nur ein Feudalherrenprivileg, ein selbstverliehenes Sonderrecht für die herrschende Art auf Grundlage einer gigantischen Diskriminierung aller anderen Arten, denen dieses Recht vorenthalten wird. Kraft einer moralisch irrelevanten, metaphysischen Annahme “Besonderheit der Zugehörigkeit zu einer Art” werden diese Rechte verliehen. Groteskerweise bzw. logischerweise ist hierbei die begünstigte Spezies gleichzeitig Partei und Richter in einer Person: es sind Menschen, die sich selbst Rechte verleihen und den Nichtmenschen diese Rechte vorenthalten. Ätsch. Das Menschenrecht ist damit das Rechtsverständnis einer Bananenrepublik. Dies ist umso pikanter, weil der Grundidee des Rechts die Absicht vorausgeht, dem “Recht des Stärkeren” aus Gerechtigkeitserwägungen etwas Wirksames entgegenzusetzen und eben den Schwächeren vor dem Stärkeren beschützen soll und nicht den Starken zusätzlich priviligieren. Das Menschenrecht tut das Gegenteil: es begünstigt den Sieger. Es ist Zweiklassenjustiz. Es ist Diskriminierung par excellence. Privilegien zementieren Ungerechtigkeiten zu geltendem Recht. Das Menschenrecht ist in seinem Kern faschistisch und gehört als ein solches abgeschafft, weil es eine in Gesetzform gegossene Diskriminierung aller fühlenden, denkenden Individuen ist, die der priviligierten Art nicht angehören,nur weil sie dieser Art nicht angehören. Aus diesem Grund MUSS ein Tierrechtler Menschenrechte ablehnen und ihre Abschaffung einfordern.
.
.
3.) Die Unterstellung, man müsse für Menschenrechte sein, um Tierrechte fordern zu können, verschleiert die Wirklichkeit in einem zentralen Punkt: Menschen haben Rechte, alle anderen Tierarten haben KEINE Rechte. Wenn Menschen diese Rechte verweigert werden bzw. gegen diese Rechte verstoßen wird (durch staatliches Handeln, diskriminierende Gesetze oder durch Verbrechen), dann leiden sie im UNRECHT. Das ist nicht unbedingt ein Trost und oft ist trotzdem Hilfe fern, aber darin liegt ZUMINDEST die Anerkennung, dass ihnen UNRECHT geschieht. Alle anderen Tiere leiden ZURECHT, im RECHT. Darin liegt auch die völlige Aussichtslosigkeit darauf, dass ihnen Recht widerfahren kann! Das beste, was ihnen geschehen kann, ist ein Gnaden und wir wissen, wie gering selbst diese Aussichten sind. Sie leiden ZUDEM unter der Gewalt derer, die Rechte haben. TÄTER haben RECHTE. Menschenrechte. Und fast alle Menschen sind Täter! Diejenigen Tierschützer und Tierrechtler, die immer das Menschenrecht so hoch halten, betreiben Opferverrat und übelsten Täterschutz, ein Schutz von Tätern, die keine Strafe befürchen müssen, also die allerfeigsten Täter überhaupt.
.
.
4.) Wer “Menschenrechte” fordert – was in sich ja schon falsch formuliert ist, da es sich dabei allenfalls um die DURCHSETZUNG von BESTEHENDEN Menschenrechten handelt, da es Meschenrechte ja schon gibt – fordert Rechte für TÄTER und PRIVILIGIERTE ein – fast in allen Fällen. Das ist gutes Recht, mag in manchen Fällen auch angebracht sein und steht unabhängig und für sich als Herausforderung in der Welt. Es geht hier also nicht um rethorisch trickreiches Aufrechnung und gegenseitiges Ausspielen von Verlierern. Dies aber mit der Forderung nach Tierrechten zu verknüpfen – die es ja eben nicht gibt und eben eine echte Forderung darstellen – nennt Dinge in einem Atemzug, die nicht zusammengehören und die das Schicksal der Tiere unerträglich relativiert bzw. verharmlost. Was würde man wohl rückwirkend über Leute sagen, die bei den Protesten von ausgebeuteten Arbeitern im Industriezeitalter Schilder hochhalten würden mit dem Text: „Fabrikbesitzer haben auch Rechte“ und in “Arbeiterrechte” eine Diskriminierung des Fabrikbesitzers vermuten würden. Ich bin sicher: wer das bei den Arbeiteraufständen getan hätte, hätte sein leben riskiert und das Zurecht. Es wäre Kollaboration mit dem Feind. Genau das tun Leute, wenn sie von Tierrechtlern das Menschenrechtsbekenntnis abverlangen.
.
.
5.) Es gibt noch einen weiteren Punkt, Menschenrechte abzulehnen. Rechte zu haben macht rasch BLIND für die Folgen von Rechtlosigkeit. Dh. eben auch, dass das Menschenrecht blind macht für die Folgen der Rechtlosigkeit für Tiere. Die Gewalt gegen Tiere mit ihren Milliarden Gesichtern und Schicksalen ist allein die Folge der prinzipiellen Rechtlosigkeit. Wir Menschen wissen nicht (mehr), wie es sich anfühlt, rechtlos zu sei. Und welche ungeheure Schutzmacht von Rechten ausgeht, weil wir sie nämlich allzuselbstverständlich in Anspruch nehmen. Das Menschenrecht erschwert die Verwirklichung von Tierrechten, es ist sogar ein Grund, es anderen Arten zu verweigern. Einen “gerechten Staat” entwirft man nicht als per se egoistisches Triebwesen, wenn man schon vorher weiß, dass man zu den Priviligierten gehört. Nicht umsonst sprach John Raws vom “Schleier des Nichtwissens” als Voraussetzung für die Entwicklung eines gerechten Gesellschaftsordnung.
 .
.
Fazit: Wer Tierrechte=Menschenrechte proklamiert, verhöhnt die Milliarden rechtlose Individuen und den Genozid an ihnen. Wer Tierechte will fordert die Abschaffung des Fedalherrenprivilegs Menschenrecht. Das Recht auf Leben, Freiheit, Unversehrtheit, Schutz muss allen Arten zustehen. Nur dann ist es ein Recht und kein Privileg des Machthabers.
.
Deshalb bin ich gegen Menschenrechte. Deshalb bin ich für Grundrechte für alle fühlenden, denkenden Individuen. Niemand darf aufgrund seiner Artzugehörigkeit benachteiligt oder bevorzugt werden.
 .
.
Silke Ruthenberg
ANIMALPEACE

Seid den Tieren loyal, sie sind es wert – Silke Ruthenberg

Die archaische Kraft der Treue und die Tücke des Verrats

(Dieser kleine Text ist ein Dank an alle, die in stürmischen Zeiten mir die Treue halten.)

 

23561629_288855001622371_646785585615999970_nFür mich ist das eigentliche Thema des Tierrechts weniger das des Leidens, schon gar nicht des eigenen, sondern das des Verrats. Wenn das Füreinanderdasein nicht funktioniert. Für mich ist es wie ein Lebensthema von dem Moment an, als das Kätzchen ins Plumpsklo geworfen wurde und niemand ihm beistand. Das unberührte, unverbindliche Bedauern und gleichzeitige Imstichlassen. Aber es hat lange gebraucht, bis ich das überhaupt verstanden habe, ich dachte, es ginge immer um Empathie, um Mitgefühl. Aber im Leben ist immer Leid, Leben ist Leiden, sagte nicht nur Schopenhauer, der größte Pessimist aller Zeiten. Am Leiden kann man sogar wachsen, den Umgang damit lernen, daraus etwas Schöpferisches werden lassen. Bei Nietzsche las ich den Satz „Das dionysische mit seiner selbst am Schmerz perzipirten Urlust, ist der gemeinsame Geburtsschooss der Musik und des tragischen Mythus.“ Und er sagte auch „Muth zum Leiden. – So wie wir jetzt sind, können wir eine ziemliche Menge von Unlust ertragen, und unser Magen ist auf diese schwere Kost eingerichtet. Vielleicht fänden wir ohne sie die Mahlzeit des Lebens fade: und ohne den guten Willen zum Schmerze würden wir allzu viele Freuden fahren lassen müssen!“ Denn wo kein Schmerz ist, ist auch keine echte Freude, keine Liebe und Leidenschaft. Was wäre ich ohne die Schmerzen meines Lebens?

 

.
Der Verrat jedoch separiert einen von allem Echten und Lebendigen. Nach dem Verrat gibt es kein Leben mehr im Miteinander. Zu wissen, dass man im Moment der Not alleine ist, schafft diese tiefste und schmerzhafteste Einsamkeit, die sich durch alle Schichten der Seele frisst. Verrat lähmt. Nicht Trost braucht man da, denn auch Trost trägt bereits den Verrat in sich, den Trost bekräftigt den Opferstatus. Es ist die Loyalität, die in solchen Momenten in Würde ertragen lässt. Verraten sind wir auf uns selbst zurückgeworfen und dafür sind wir nicht geboren. Der Verrat nimmt uns alle Sicherheit. Der Verrat vereinzelt das Individuum und zerstört seine innere Kraft. Das Prinzip Loyalität und ein „alle für einen, einer für alle“ hingegen führt uns an die archaiischen Wurzeln der Moral zurück, an seine Urprinzipien. Aufgefangen werden, das Gefühl, gesehen zu werden in seiner Not, ist rettend und heilend.

.
In unserer Gesellschaft leben wir separiert voneinander wie in einem Schwarm lauter Einzelwesen, die sich aneinander orientieren, aber kein echtes Wir kennen. Nur die tiefe unbewusste Sehnsucht danach. Das macht uns verletzlich und schwach. Verstanden habe ich die Bedeutung des Verrats allerdings erst spät. Wahrscheinlich kann man ohnehin nur etwas wirklich verstehen, was man erfahren hat. Deshalb ist das Erlebnis mit dem Kätzchen für mich so ein wichtiges im Leben. (Ich hatte die Geschichte übrigens schon einmal erzählt, 1996 einem SPIEGEL-Reporter für die Reportage „Tierische Gier„, da nannte ich sie mein Schlüsselerlebnis).

Unbenanntj
Ich habe in den vergangenen drei Jahren genau mit diesem Element „Verrat und Treue/ Loyalität“ gearbeitet und jedes Mal war es ein Donnerschlag in seiner Wirkmächtigkeit: wenn man die Welt verändern will, ist Widerspruch Bestätigung, nicht der Applaus. Jedes Mal habe ich mir den Hass zugezogen, ganz bewusst, um Treue und Loyalität zu demonstrieren als einen politischen Akt. Weil nichts stärker macht und schützt im psychologischen Sinn wie diese Botschaft: das Opfer steht nicht alleine.

.
Das erste Mal war es der Rindermann, der den Bauern tötete, und dem ich meine Solidarität aussprach, was zu einem europaweiten Echo der Empörung führte. Ein Jahr später war es mein Satz zum Terroranschlag auf dem Berliner Weihnachtsmarkt, mit dem ich erinnerte: „Sechs Millionen Terroropfer jährlich in Deutschland. Für Gänse ist jeden Tag Weihnachtsmarkt. Vergesst das nie!“ In diesem verletzlichen Moment Loyalität mit den Tieren leben, darum ging es und der Shitstorm war auch hier gewaltig. In der WELT erkannte ausgerechnet ein JÄGER mehr als so viele Tierschützer und Tierfreunde. Und nun war es meine demonstrierte Loyalität mit Hitlers Hündin Blondi und ihrem Schicksal, dass zum nächsten Widerstand führte, dem SÜDDEUTSCHE ZEITUNG-Artikel, und das in seiner vernichtendsten Form, nämlich dem Nazivorwurf. In unserer Gesellschaft ist Loyalität nur mit den Richtigen erlaubt, nämlich mit den Mächtigen, mit den Tätern und deren nützlichen Idioten, die im Spiel um die Macht eine Funktion als Opfer erfüllen und wo die ausgedrückte Solidarität, das Sehen ihres Leids, erlaubt und erwünscht ist. Dies allein dient der Aufrechterhaltung des Herrschaftssystems. Wer sich an diese Spielregeln nicht hält, wird sozial vernichtet mit dem Ziel, um das Ausgedrückte eine Art gedankliche Bannmeile zu legen, es zu einem Tabu zu erklären, um die Verhältnisse zu befestigen.

.
Es ist eine archaische Sprache, die ich spreche. Es ist eine einfache Botschaft: Seid den Tieren loyal, sie sind es wert. Und am deutlichsten drückt man das aus in Konfliktsituationen, wo die solidarische Entscheidung der meisten aus einer unbewussten Beugung vor der Macht anders ausfällt. Und in dem Verrat des Opfers liegt die Wurzel des Unrechts. Das kleine Kätzchen aus Südtirol erfährt in meinem Fühlen damit jedes Mal eine Rettung. Fast ein halbes Jahrhundert nach dem Vorfall. Und vor allem jedes Opfer, dessen Opfersein nicht gesehen werden soll.

.
Der Nicht-Verrat , die Loyalität mit dem Opfer, wertet das Opfer auf in seiner Bedeutung. In diesem Moment ist es nicht nur Opfer, es ist ein Jemand, der es wert ist, dass man zu ihm steht. Es sind Botschaften, die viel wichtiger sind als alle argumentativen Kopfgeburten, weil sie verstanden werden von allen, sehr schmerzhaft verstanden werden, weil sie die Wurzel der Moral berührt. Und nur im Schmerz lernt der Mensch.

.
In diesem Sine: Seid stark! Seid treu!

.

Silke Ruthenberg