Pranger und öffentliche Hinrichtungen sind Ausdruck und nicht Bekämpfung der Barbarei – ANIMALPEACE

Öffentliche Hinrichtungen werden populär –

und die Claqueure bejubeln den Backlash

Wer sein Kind zur Gewaltfreiheit erziehen möchte, erspart ihm Gewalterfahrungen. Denn Gewalt gebiert Gewalt. Gewalt schafft nicht nur Opfer, sie schafft auch Täter. Das Trauma der Gewalterfahrung (auch bei beobachteter Gewalt) führt zu Täterintrojekten und damit zu einer teilweisen Identifikation und Übernahme der Verhaltensweisen, Denkweisen und Gefühlen des Täters. Die Opfer entwickeln sich zu Tätern. Wenn ich also einen Menschen zu einem Täter machen will, dann setze ich ihn Gewalt aus, lasse die Gewalt als Normalität in sein Leben einziehen.

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15578233_372434299774881_8758127662487024981_oEs wäre hilfreich, sich diese psychologischen Fakten in Erinnerung zu rufen, wenn man die nun vom öffentlich-rechtlichen Fernsehn und anderen neuerdings veranstalteten öffentlichen Schlachtungen strategisch bewerten will. Vor einigen Wochen hat die ach so innovative Sendung PULS vom Bayerischen Rundfunk fröhliche Mordaktionen veranstaltet. „Kann Ariane ein Tier schlachten?“, wird tiefgründig geraunt und natürlich kann sie, wenn sie sich auch ziert und windet. Ein anderer Hanswurst begleitet einen Jäger beim Abknallen in den Wald. Geht doch. Geht alles. So ist das nun mal. Friß und leb damit.
Kurz darauf wird in der Schweiz ein fröhliches öffentliches Schweineschlachten veranstaltet mit großem medialen Konzert. Dem sich daraufhin aus Protest geißelnde Ex-Pfarrer des Dorfes wird die Rolle des weltfremden Faktotums zugewiesen. Und Freßveganerkönig Attila Hildmann applaudiert vollmundig: „Empört? Nein, so mag ich das, schön die Tiere in der Öffentlichkeit abstechen, damit auch der letzte versteht, dass sein armes Rostbratwürstchen nicht auf Bäumen wächst! 99% der Menschen in unserer verweichlichten „wir-sind-ja-sooo-zivilisiert“-Gesellschaft würden dennoch nicht selbst töten für ihr essen, schön aber andere die blutige Drecksarbeit machen lassen! BRAVO IHR PUSSIES“.
Und nun also in Köln. Der WDR und die Sendung Quarks veranstaltet ein Gänseschlachten in der Fußgängerzone, eine Gans wird ermordet, die anderen neun Todeskandidaten können beherzte Tierschützer zum Glück im letzten Moment freikaufen. BILD zitiert PETA. Die finden die Idee gut!!!!!! Haferbeck bemängelt nur: „Die öffentliche Schlachtung in Köln war viel zu klinisch, ordentlich, gesetzeskonform. Die wahren Verhältnisse sind weitaus drastischer (…).“ Auf deutsch: es war ihm zu harmlos. Die lebensrettenden Tierschützer wurden auf Veganportalen auch noch kritisiert: Sie würden die vegane Idee lächerlich machen.

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wen isst duWas ist da los in den Köpfen? Haben die Gleichgesinnten Herz und Verstand völlig verloren? Ist die Bewegung zu einer zynischen Ideologie degeneriert? Geht es am Ende nur um Selbstdarstellung? Können wir ähnliche Reaktionen künftig bei solchen Veranstaltungen wie Gänsereiten und Stierkämpfen erwarten? Wäre ja nur logisch und man wäre gern vorbereitet, muss man ja offenbar mit allem rechnen, wenn alles Wissen verloren gegangen ist. Zum Beispiel dieses:

Pranger und öffentliche Hinrichtungen sind Ausdruck und nicht Bekämpfung der Barbarei. War glaubt denn tatsächlich, den Frauenrechten würde auf die Sprünge geholfen, indem man öffentliche Steinigungen veranstaltet? Wer würde solchen Stumpfsinn glauben? Wer würde tatsächlich glauben, dem Menschenrecht wäre gedient, auf den Marktplätzen ein Schafott zu errichten und ein paar Probanden zu köpfen, damit die Gaffer merken, dass da ein Mensch stirbt bei der Todesstrafe? Wer würde solchen Stumpfsinn glauben? Würde überhaupt jemand vermuten, die Barbareien des Mittelalters habe das Menschenrecht hervorgebracht?

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Nein, das Menschenrecht und seine Durchsetzung war das Produkt der Aufklärung. Kant wäre da zu nennen mit seiner praktischen Ethik und mit dem Leitsatz „Der Mensch und überhaupt jedes vernünftige Wesen […] existiert als
Zweck an sich selbst, nicht bloß als Mittel zum beliebigen Gebrauche […].“ Im übrigen auch der Kernsatz des Tierrechts, schließlich sind die Tiere – anders als Kant glaubte – nachgewiesen vernünftige Wesen. Aber offenbar ist das bei einer Reihe von Gleichgesinnten noch nicht angekommen.

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cache_36168669Sind nämlich die Opfer Gänse, Schweine oder Ziege lösen sich offensichtlich bei so vielen Kollegen historisches und psychologisches Bewußtsein in Wohlgefallen auf. und so einiges mehr. Denn auch jenseits dieses Wissens kann es doch nur eine einzige richtige Reaktion auf diese öffentlichen Verbrechen geben, wenn man noch Mensch bleiben will: die Opfer zu retten. Weil sie es wert sind. Weil sie in ihrer greifbaren Todesgefahr unsere Hilfe brauchen. Weil Opfer in den Händen der Psychopathen gerettet werden müssen und es das ALLERLETZTE und der ALLERGEMEINSTE VERRAT ist, sich in so einer Situation mit den MÖRDERN gemein zu machen. Und weil weder die Gänse, noch die Ziege, noch die Schweine Mittel zum Zweck sind, sondern ein Recht auf ihr Leben haben. Wenn wir ihr Leben preisgeben als Mittel zum Zweck, dann geben wir unsere Ziele auf. Dann haben wir vollständig kapituliert vor dem Verbrechen.
Und genau dahin sollen wir getrieben werden. Von Journalisten und Mördern und einer Gesellschaft, die auf den Knochen der Tiere lebt und davon nicht lassen will. Und es gibt tatsächlich Kollegen, die das nicht kapieren. Die ihre Ideologie über das Individuum stellen. Wehe den Tieren vor solchen Freunden.

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Übrigens: Der Verein Hofzeit e.V. sucht noch Paten für die geretteten Gänsen. Statt Euch im veganen Essen zu suhlen kann man hier wirklich Tiere retten helfen. Eine Patenschaft wäre das mindeste als Wiedergutmachung für den Zynismus sogenannter Veganer. Bei dieser Gelegenheit möchte ich diesen aktiven Leuten, die den Todeskandiataten das nackte Leben gerettet haben, danken. Was für ein Glück für die Gänse und die Menschlichkeit, dass es Euch gibt, allen voran Annabell, die großartige Retterin der Gänse. Mir kamen die Tränen bei Deinem Video, es waren Tränen der Erleichterung darüber, dass es Menschen gibt, die fühlen können, was richtig ist und was falsch. SR

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Verein Hofzeit e.V.

10. Dezember 2017

Gestern erreichten uns Anrufe von aufgebrachten Kölnern, die über eine Live Schlachtung von Gänsen auf der Breite Strasse mitten in Köln berichteten. Die Anrufer baten uns um Hilfe für die Gänse. Die Aktion wurde scheinbar vom WDR, Sendung Quarks & Co, durchgeführt, um Bürger darüber aufzuklären, wie der Gänsebraten auf den Tisch kommt.
Eine Aktion, die nicht alle Menschen ertragen können. Annabell, siehe Video, hat sich daher spontan für die 9 Gänse, die mitten in der Innenstadt im Gatter ausharren mussten, starkt gemacht und den Freikauf gestartet. Den passenden, gänsegerechten und gefiederfreudlichen Platz haben wir fast gefunden.

Eine lebende Gans soll 80 Euro kosten, eine geschlachtete übrigens nur noch 30 Euro. Finde den Fehler!!!!
Möchtet ihr uns beim kleinen Weihnachtswunder helfen und unterstützten? Dann teilt oder spendet.
Weitere Informationen unter www.hofzeit.com

Spendenkonto:

Verein Hofzeit e.V.
IBAN: DE57 8306 5408 0004 9545 56
BIC: GENODEF1SLR
Deutsche Skatbank

paypal: spenden@hofzeit.com

Verwendungszweck: Gänse

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