animal-peace Tierhof und das Fadenkreuz in Düsseldorf

Wir zielen auf die Jagd !

Am 22. September fand vor dem Düsseldorfer Landtag eine Groß-Kundgebung der Jägervereinigungen satt. Damit sollte die drohende Novellierung des Jagdrechts in NRW verhindert werden. Diese könnte das Ende der Jagd mit Schlagfallen, des Trainings von Hunden an lebenden Füchsen und Wasservögeln und weitere Einschränkungen der Jagd bedeuten. Um ihrer Meinung Gehör zu verschaffen hatten Jäger dazu aufgerufen, dass um 12 Uhr mehr als 1000 Jagdhörner gleichzeitig geblasen werden sollen.

Anlässlich der Demonstration der Jäger am 22.09.2012 in Düsseldorf nahm animal-peace Tierhof selbstverständlich an der Gegendemonstration engagierter Tierrechtler & Tierschützer teil. Für animal-peace Tierhof hieß es also wie so oft: Antijagd mit Volldampf voraus.

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„Die Jagd ist nicht die eines denkenden Wesens würdige Beschäftigung. Es steht zu befürchten, dass die Menschen, die sie ausüben, ebenso unmenschlich gegen Menschen werden, wie sie es gegen Tiere sind, oder dass die grausame Sitte, mit Gleichgültigkeit Schmerzen zu verursachen, ihr Mitgefühl für das Unglück ihrer Nebenmenschen abstumpft.“

(Friedrich der Große)

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Was war los…auf der Großdemo der Jäger?

Nicht viel – darf man ohne großes Räuspern und mit einem leicht diabolischen Lächeln sagen. Nicht, daß wir schadenfroh erscheinen wollen, aber der großspurige Ruf der Jäger nach ihrer eigenen Zunft war hinsichtlich einer angekündigten „Großdemo“ wohl im Wald verschallt. Anstatt der anvisierten Zahl von 1000 Teilnehmern waren gerade mal ca. 300 Jagdgenossen dem Ruf gefolgt und standen in Lodengrün vor der Rednerbühne herum wie vergessenes Fallobst.

Die von Tierrechtlern, Tierschutzorganisationen und Bürgern organisierte Gegendemo war gut besucht und mit ca. 400 Teilnehmern eine bunte sowie gekonnte Mischung Gegenwind.

„Wir sind sehr zufrieden mit dem Verlauf der Demonstration, die wir sehr gerne mit unserem Besuch unterstützt haben. Das Thema Jagd brennt seit Jahren dauerhaft unter den Nägeln und die unsinnigen Gerüchte um Artenschutz, Hege & Pflege, Naturschutz etc.pp halten sich hartnäckig in der Bevölkerung. Besonders erfreulich war nicht nur die hohe Teilnehmerzahl, sondern die bunte Mischung der Teilnehmenden. Wir haben als Tierrechtler endlich mal wieder zusammen mit Bürgern und Tierschützern aus ganz anderen Themenbereichen und gesellschaftlichen Ecken zusammengestanden und Flagge gegen den organisierten Massenmord in unseren Wäldern gezeigt. Das macht Mut und motiviert. Die Jagd gehört aus unserer Gesellschaft verbannt. Und wir werden daran arbeiten.“ kommentiert Reinhold Kassen, Vorsitzender von animal-peace Tierhof, den Tag vor dem Landgericht.

Er und hunderte Teilnehmer wie auch viele Unterstützer waren zufrieden über das gemeinsame Gegengewicht, welches geschaffen werden konnte und überdeutlich sichtbar den Demotag zu einem Erfolg machte.

Und die Demo-Jäger? Die dürfen sich bis auf  Weiteres auf eine stille Lobby-Treppe setzen und werden darüber hinaus noch von ihren eigenen, sich dafür fremdschämenden Kollegen einiges anhören können. Peinlich war der Auftritt ohnehin schon und es wird sich wohl wie in jeder guten Partei gegenseitig weiter zerfleischt und beschossen. Das begrüßen wir natürlich aufrichtig, denn wer seine Zeit damit verbringt aufeinander zu schießen, schießt nicht auf wehrlose Tiere. Nachdem sich der Jagdverband NRW schon bei der Bekanntmachung des Termins von der Demo und ihren Veranstaltern öffentlich distanzierte, räumen nun auch andere Kollegen mit der zwielichtigen Lobbyarbeit auf:

„Falsch fadenscheinige Gründe vorzuschieben“ – Ein Revierförster und Hobbyjäger redet Klartext zur Jagd: „Rein rational kann man einen Jäger nicht verstehen“, sagt Johannes Kaesler, Revierförster und Hobby-Jäger. (…) Die ökologische Notwendigkeit der Jagd ist für Johannes Kaesler das Hauptargument für deren Fortbestand. Andere Argumente, die sonst zu Gunsten des Jagens aufgeführt werden, hält er für weniger zutreffend. So sei zum Beispiel die Behauptung, Jäger kümmerten sich auch um die Hege und Pflege des Wildes, in Kenzingen höchstens für das Anlegen von Wildäckern und -wiesen zutreffend. (…) Kaesler findet es falsch, dafür fadenscheinige Gründe vorzuschieben. Er bekennt klar, dass das Jagen ihm Spaß macht: „Wenn man ein paar Mal hintereinander nichts geschossen hat, ist man schon frustriert. (…)

Ist das Jagen ein archaischer Zug, der noch im Menschen steckt? In jedem Fall durchlebt der Jäger beim Jagen eine ganze Reihe von Emotionen: „Das kann soweit gehen, dass der Jäger sein Gefühl nicht mehr beherrscht, sondern von ihm beherrscht wird. Wenn der Herzschlag so schnell geht, dass er nicht schießen kann.“

Doch auch ein passionierter Jäger wie Johannes Kaesler sieht nicht alles unkritisch. So äußert er seine Abneigung gegen Gelegenheitsjäger, die ihr Hobby aus reinen Prestige-Gründen betreiben und somit mangelhafte Fähigkeiten im Schießen haben. „Auch die Treibjagd muss man kritisch sehen. Denn im Gegensatz zur Ansitzjagd leiden die Tiere dabei unter erheblichem Stress. Andererseits kann man den nötigen Soll-Wert des Wildes nicht alleine durch die Pirschjagd oder das Schießen vom Hochsitz erreichen.“

(Quelle: http://www.badische-zeitung.de/kenzingen/warum-gehen-menschen-auf-die-jagd–64371867.html)

 

 

animal-peace Tierhof wird weiter gegen die Jagd arbeiten und sieht sich auf jeder Ebene auf der richtigen Seite.

Reinhold Kassen dazu: „Jäger schießen auf wehrlose Tiere. Sie schießen damit aber auch auf Moral & Ethik, auf Ökologie und auf das Tierschutzgesetz. Die Jagd ist ein ethisches und ökologisches Verbrechen! Egal, wie man sie aus der Tradition heraus gerne betrachtet sehen möchte. Etwa 10 Millionen ermordete Tiere im Jahr, das sind 28.000 am Tag. Die Jagd ist Nichts anderes als ein blutiges Schlachtfeld. Und am Ende hängen die Überreste der Opfer als Trophäen an den Wänden. Wie heruntergekommen kann fehlende Moral noch aussehen? Ein schutzloses Leben in ein blutendes, gehetztes Bündel Leid zu verwandeln ist doch ein Verbrechen! Was sollte sonst ein Verbrechen sein?“

Gegenüber der Presse schlossen wir mit einem Satz ab, der uns und allen anderen einen Auftrag erteilt:

 „Wissen Sie, Gegner der Jagd wird man nicht aus Langeweile, sondern weil man die dunkle Wahrheit über sie kennt.“

…thats it!

 

 

 

Brennpunkt Jagd – in Kürze betrachtet

Hier eine kurze, thematische Zusammenfassung der Tierrechtsorganisation Peta, die wir Ihnen mit auf den Weg geben möchten :

„Das Nachstellen und Töten von Tieren hat sich als Form der Subsistenzwirtschaft, von der die Menschen in der Steinzeit weitgehend abhängig waren, zu einer Form der Freizeitgestaltung entwickelt. Ungeachtet der Tatsache, dass heutzutage in den zivilisierten Regionen der Welt niemand mehr jagen muss, um sich ernähren zu können, frönen ca. 350.000 Jäger allein in der Bundesrepublik dem „Handwerk“ – und töten zusammen jährlich mehr als fünf Millionen Wildtiere.

Es ist schwer nachzuvollziehen, warum es Jägern – knapp 0,4 Prozent der deutschen Bevölkerung – erlaubt ist, wildlebende Tiere zu töten und zu verstümmeln, die im Grunde genommen genauso den 99,6 Prozent der deutschen Nichtjäger „gehören“. Da die Jägerschaft mit ihren zahlreichen Vertretern in Politik und Wirtschaft jedoch beachtenswerten Einfluß auf die Gesetzgebung ausübt, gelingt es ihr noch immer, ihr blutiges Hobby aufrechtzuerhalten – gleich welche ökologischen Schäden (ganz zu schweigen vom Leid der betroffenen Tiere) hieraus resultieren. Nichtjäger, die oftmals haarsträubenden Thesen der Waidmänner handfeste Argumente ökologischer wie auch ethischer Natur entgegensetzen, werden von diesen Kreisen zumeist konsequent ignoriert.

Unverständlich ist auch, warum es in einigen Bundesländern, unter Strafandrohung verboten ist, die Jäger beim Töten von Tieren zu stören. Es bleibt zu prüfen, inwiefern derartig absurde Gesetze auf Verfassungsebene überhaupt legal sind.

„Naturschutz“, „Hege“ und „Arterhaltung“ sind Schönmalereien, die gerne verwendet werden, um die Jagd vor den Augen einer immer kritischer werdenden Öffentlichkeit zu rechtfertigen. Tatsächlich haben sämtliche ökologischen Bemühungen der Jägerschaft jedoch zum Ziel, einen möglichst großen Bestand an erwünschten „jagdbaren“ Tieren zu erzielen – schließlich will der Jäger genug zum Jagen haben.

Große Summen werden für Biotopmanipulationen ausgegeben – Maßnahmen, die allein jagdbare Tiere begünstigen, während sie für andere Arten (z.B. Amphibien) oftmals mit katastrophalen Folgen verbunden sind. So wird der Artenschwund in der Kulturlandschaft zusätzlich beschleunigt, während jagdbare Tiere – neben Wildschweinen (Schwarzwild) insbesondere Rehe und Hirsche (Schalenwild) – überhand nehmen.

Nicht zu vergessen ist in diesem Zusammenhang auch der gezielte Feldzug der Jägerschaft gegen Beutegreifer wie Fuchs und Marder. Allen wissenschaftlichen Erkenntnissen zum Trotz, die belegen, dass Beutegreifer gerade auch in der Kulturlandschaft erst die Artenvielfalt garantieren, ist in den Jagdzeitschriften immer wieder der Aufruf zu erbarmungsloser Fuchsjagd zu lesen. Um diese Vernichtungsfeldzüge mit Flinte, Falle und Hund vor den Augen der Öffentlichkeit zu rechtfertigen, wurde dem Fuchs kurzerhand das Image des Tollwutüberträgers verpaßt – ungeachtet der Tatsache, dass wissenschaftliche Untersuchungen eine völlig andere Sprache sprechen. Diese weisen aus, dass die Fuchsjagd maßgeblich zur Tollwutverbreitung beiträgt, indem sie die Vermehrungsraten in die Höhe treibt. Somit ist eine größere Zahl von Jungtieren vorhanden, die sich im Herbst auf lange Wanderungen begeben, um ein eigenes Revier zu finden – und gerade diese Wanderungen sorgen für die Verbreitung der Tollwut. Ähnliches gilt für den Fuchsbandwurm, der keinerlei Bedeutung mehr hat .

Nicht nur unter Alkoholeinfluß oder durch Unachtsamkeit werden darüber hinaus auch Hunde und Katzen erschossen – die Jägerschaft selbst wies vor einigen Jahren die Zahl der jährlich erlegten oder in Fallen gefangenen Hunde mit 65.000, die der Katzen mit sage und schreibe ca. 400.000 aus. Als Begründung für diese Abschüsse wird von den Jägern der sogenannte „Jagdschutz“, der Schutz eigener Interessen, sprich: Abschußzahlen, vor vermeintlich wildernden Haustieren angeführt. Ihnen muss, so der Jagdbuchautor Hans Behnke, „als Geißeln der Wildbahn unnachgiebig der Krieg erklärt werden“ und diese Kriegserklärung wird vollkommen legal, sobald sich beispielsweise eine Katze mehr als 200 – 500 Meter (variiert nach den einzelnen Landesjagdgesetzen) von der nächsten menschlichen Behausung entfernt hat.“

(Quelle: www.peta.de)

 

 

 

„Jagd ist nur eine feige Umschreibung für besonders feigen Mord am chancenlosen Mitgeschöpf. Die Jagd ist eine Nebenform menschlicher Geisteskrankheit.“

(Theodor Heuss – ehem. Bundespräsident)

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