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Burgfrieden, eine Bewegung im Wandel

Burgfrieden – oder über unsere heilige Pflicht gegenüber den Tieren

Als Burgfrieden oder Burgfriedenspolitik wird das Zurückstellen innenpolitischer Konflikte zugunsten eines höheren gemeinsamen Ziels bezeichnet. Im Mittelalter schlossen die Besitzer einer Burg – zumeist Erbengemeinschaften – sogenannte Burgfriedensverträge, die das Zusammenleben auf der Burg festlegten. Sie dienten einerseits dem inneren Frieden, andererseits aber und vor allem auch dem wirksamen Schutz nach Außen gegenüber Feinden. Burgfrieden ist eine Machtfrage, wer ihn nicht halten kann, ist über kurz oder lang dem Untergang geweiht.

Leider haben viele Tierbewegte den Burgfrieden als eine der wesentlichsten Erfolgsgrundlagen auf vielen Ebenen nicht verstanden: Wo ist Toleranz und Akzeptanz angesagt und was ist so wichtig, dass es um keinen Preis aufgegeben werden darf. In wenige Worte gefasst: Die Tiere und ihre Sache sind die Burg, die wir verteidigen nach Außen, während wir nach innen dafür zu sorgen haben, dass alle dem Wohl der Burg dienen. Wie sieht sowas aus? Ich beschränke mich hier auf die derzeit aktuelle Coronadiskussion.

Da die Sache der Tiere größer ist als alle herrschenden Ideen und vor allem von politischen Konstrukten, vulgo LinksRechtsGedöhns genannt, gewinnt sie die unterschiedlichsten Menschen für sich – quasi eine Erbengemeinschaft, und wir wissen ja, was das bedeutet. Dies zeigt zwar erfreulicherweise die potentielle Breitenwirksamkeit der Idee, aber es ist andererseits eine besondere Herausforderung für einen gelingenden Burgfrieden. Eben weil wir sehr unterschiedlich sind.

Vermutlich ist es die tiefverwurzelte Geringschätzung der Tiere, die in unser aller Köpfe implantiert wurde von Geburt an und auf tausend Wegen, warum es unserer Bewegung auf eine einzigartige Weise nicht gelingt, dem gemeinsamen Ziel nicht nur treu zu bleiben, sondern dieses entkoppelt von unseren sonstigen Wertevorstellungen und Ideen zu vertreten und an oberste Stelle zu halten.
Zum Beispiel jetzt zeigt es sich in geradezu tragischer Weise, wie die eigenen Reihen mit dem Thema Corona umgehen. Sie zerstreiten sich über ein Thema, das so viel unbedeutender ist als die Sache der Tiere – unabhängig davon, wie gefährlich man Virus und Grundrechtsbeschneidung einschätzt, sind das faktisch Luxusprobleme gegenüber den Problemen, die unsere Artgenossen den Andertieren bereiten. Bei einem Seuchenausbruch werden sie alle ermordet und auch sonst hatten sie nie auch den Hauch eines Grundrechts je gehabt.

Burgfrieden für die Tiere zu halten in ihrem und nur in ihrem Sinne, heißt, andere Meinungen in anderen Fragen zurückstecken zu können. Er heißt auch, zu verinnerlichen, wer eigentlich „wir“ sind und wer „die anderen“. Und das jenseits von Animositäten und Unzulänglichkeiten. Unhinterfragbar und absolut ist einzig und allein die Sache der Tiere. Die Loyalität und der Dienst an der Burg.

Je mehr uns das gelingt, desto stärker wird die Sache der Tiere. Habt ihr Euch eigentlich nie gefragt, warum die Bauern und Jäger mit ihren Verbrechen stets durchkommen und wir noch nicht mal mit unseren Minimalforderungen? Ein wesentlicher Grund ist, dass die Mafia zusammenhält und sogar der schlechteste Jäger und der übelste Bauer immer noch der Burgfrieden sicher ist. Die Loyalität, und wenn sie schweigend ist, der anderen Jäger und Bauern ist ihnen gewiss. Man weiß ja, was man will.

Und bei uns? Zerstreitet man sich über Themen, die so klein sind wie ein Virus. Man zerstreitet sich über Personen, man fetzt sich über Anstandsfragen und tausend andere Kleingeistereien. Würden wir uns doch nur über Tierfragen auseinandersetzen, aber da herrscht dröhnendes Schweigen. Dabei täte dies der Sache nur gut für das kollektive Bewusstsein über unsere Ziele und die Strategien, die dort hinführen.

Und so kommt dann heraus, dass ein Attila Hildmann ob seiner teilweise vulgären Kommunikationsformen massiv kritisiert wird, aber als er sich von einem Bauern ein Kalb auslieh für einen Marketinggang wird das hingenommen oder sogar noch für toll befunden (er hat nach nachdrücklicher Intervention von ANIMAL PEACE das Kalb nach Monaten freigekauft und zu einem Lebenshof gebracht, was gut und richtig war und Charakter zeigte). Letztlich war es kein Thema für die Tierbewegten. Dabei hatte er die Burg verraten.

Dass er sich nun in dem Coronadingens reinhängt mit einem Elan, den man sich für die Tiere die ganzen Jahre gewünscht hätte, spaltet die Tierbewegten aber bis in die Grundfesten. Dabei steht im Burgfrieden festgeschrieben, dass JEDER Tiersolidarische NATÜRLICH in allen anderen Themen seine eigene Meinung haben kann, weil es UNBEDEUTENDER ist als die Sache der Tiere. Corona ist eben NICHT die Burg. Es ist ja tatsächlich eigentlich nur von Vorteil, wenn wir in den anderen Dingen so vielfältig sind wie nur möglich. Gibt ja nicht nur Verschwörungstheoretiker sondern auch genug Maskenfans in den eigenen Reihen, es besteht also keine Gefahr, vereinnahmt zu werden von einer politischen Bewegung. Oder glaubt hier jemand ernsthaft, dass Tiere von Verschwörungstheoretikern/ Maskenfans gefressen werden wollen? Und selbst wenn man Hildmann für den größten Spinner seit Cäsar hält, für den größten Narzissten seit Dorian Grey, so ist es immer noch besser, ein Veganer schwingt sich zum Häuptling einer Szene auf, als dass es ein Tierfresser tut? Als Häuptling der veganen Szene hat er sicher verspielt, seit den Ledersitzen, dem mißbrauchten Kälbchen und Corona braucht es dafpr auch nicht. Nur einen solchen Häuptling brauchen wir auch nicht. Unser Häuptling, unser König, ist der Löwe und niemand anderer.
Nein, man muss Hildmann wahrlich nicht zustimmen, doch auch Veganer haben das Recht auf eine freie und auf eine falsche Meinung, oder wollen wir diese uns gegenseitig absprechen? Habt Ihr mitbekommen, dass sich die Jägerszene über Corona zerfleischt? Also ich nicht.
Aber bei uns jubeln, wenn Buchläden, die ohne Bedenken Jagdliteratur verkaufen und andere ruchlose Werke, seine VEGANEN Kochbücher entfernen und Supermärkte, die mit Leichen von Verbrechensopfern handeln, seine VEGANEN Produkte auslisten. WAS heißt das eigentlich? Wie wehrhaft ist eine Burg, wenn sie bei einem Angriff von Feinden die eigenen Ritter preisgibt, und mag der Ritter noch so windig und mißraten sein.
Ich sage es deutlich: Es ist Verrat an den Tieren. Auch wenn der sicher nicht gewollt ist und tatsächlich das Motiv nur die Sorge um den eigenen Scheiß Ruf als Veganer („Das fällt auf uns alle zurück“) ist. Versteht nur: Diesen Schwachsinn hat man Euch eingeredet, um Euch klein zu halten. Fakt ist: Soviel enge Egozentrik, Größenwahn und fehlendes Prioritätenbewusstsein fällt ganz sicher dem eigenen Ruf auf die Füße, denn Schwäche und Verrat sind keine Eigenschaften, die dem eigenen Ruf dienen. Und nichts Anderes als das kommuniziert man mit einer solchen Haltung. Man kommuniziert eine Wertehierarchie, in der Coronameinung wichtiger ist als die Tiere. Meinungsverbrechen schlimmer als Massenmord. Denn wären die Tiere wichtiger als Corona, wäre Corona kein Grund, mit einem Tiersolidarischen zu brechen, auch wenn man seine Coronameinung für falsch hält.

Ich schreibe das nicht, um Euch zu beschämen. Ich will Euch Tiersolidarische stark sehen, weil uns die Tiere viel mehr stark brauchen, denn wahr und gut. Wir sind Diener, Anwälte, Soldaten und Leibwächter der Tiere und wir haben in dieser selbstgewählten Rolle unseren Job gut zu machen. Um mehr geht es mir nicht.

Es mag nun pathetisch klingen, aber genau so ist es auch gewollt:

Ich gelobe hiermit, dass bei mir die Grenze der Toleranz genau dann erreicht ist, wenn jemand einem Tier Gewalt antut. Und ich gelobe meine Loyalität gegenüber JEDEM, der den Tieren loyal ist und den Wunsch und den ehrlichen Willen hat, SEIN Bestes zu geben, ihnen zur Seite zu stehen. Und gegenüber allen Tiersolidarischen gelobe ich den Respekt vor ihrer Meinung zu allen anderen Dingen, ob ich sie nun teile oder nicht.
Und warum? Weil es die Grundlage zum Erfolg ist und zu dem sind wir verpflichtet, denn davon hängt das Leben der Tiere ab. Ehren wir die Tiere als höchsten Wert, da sitzen wir ganz sicher nicht den Falschen auf. Amen

Silke Ruthenberg

ANIMAL PEACE

LION der XIV, KÖNIG

WILLKOMMEN BEI HOFE VON LION XIV

Ein Tierrecht für alle!

Hoch lebe der König !

„Wir müssen alle wissen, wo wir stehen.
Wir sind Diener der Tiere. Nichts weniger.
Welche eine Ehre!“ 
Silke Ruthenberg