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Wildpferdefang zum ersten mal mit Demonstration begleitet

Es war wieder soweit !

 Der Wildpferdefang – das jährliche Schauspiel im Merfelder Bruch, Dülmen (NRW)

 Wir fordern im Sinne der Tiere:

– dass die Verantwortlichen und auch die Besucher diese Form der tierquälerischen Massenveranstaltung abschwören, endlich ein Umdenken zugunsten der Tiere stattfindet

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– dass die Achtung vor den Tieren definitiv über dem zirkusartigen Spektakel zu stehen hat dass der Verbleib der einzelnen Tiere genauestens überwacht werden muss

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– dass es hier einzig und allein um das Wohl der Tiere gehen muss, die man in diesem Reservat zu schützen und zu erhalten versucht

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– dass jedes einzelne dieser Pferde ein Recht auf Unversehrtheit hat, sowohl seelisch wie auch körperlich

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– dass zusammen mit Organisationen, die im Bereich Tierschutz tätig sind, neue, bessere Wege gefunden werden… Wir bieten jede mögliche Unterstützung an!

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http://www.ardmediathek.de/tv/Lokalzeit-M%C3%BCnsterland/Proteste-gegen-Wildpferdefang/WDR-Fernsehen/Video?documentId=21619088&bcastId=7293612

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Und wir fragen uns immer noch :

Warum verschwindet die Achtung gegenüber einem Tier bei Betreten dieser Arena?

 

AnimalsUnited – Aktion Fair Play – Animal-Peace – Partei Mensch Umwelt Tierschutz NRW ua

Erstmals Demonstation beim traditionellen Wildpferdefang – DER WESTEN

Tierschützer protestieren gegen Wildpferdefang in Dülmen

Am 31.05.2014

Was wir bereits wissen

TIERE SIND KEINE WARE!

TIERE SIND KEINE WARE!

Tierschützer haben zum ersten Mal gegen den traditionellen Wildpferdefang im münsterländischen Dülmen protestiert. Die Demonstranten kritisierten, dass das „Spektakel mit Volksfestcharakter“ großen Stress für die Tiere bedeute; sie könnten verletzt und sogar getötet werden. Der Besitzer der Tiere bestritt das.

IMG_2441Dülmen.. Erstmals haben beim traditionellen Wildpferdefang in Dülmen Tierschützer protestiert. Sie trugen Transparente mit Aufschriften wie „Tiere sind keine Ware“. „Wir möchten den Besuchern verdeutlichen, dass dieser eine Tag für die Pferde unheimlicher Stress ist“, sagte die Sprecherin der Tierschützer, Sabine Hasselbeck-Grütering. „Es geht um dieses inszenierte Spektakel mit Volksfestcharakter.“ Die Pferde litten dabei Todesangst, könnten verletzt und sogar getötet werden.

Im vergangenen Jahr war bei dem Spektakel im Münsterland ein Fohlen umgekommen. Rudolph Herzog von Croÿ, dem die Wildpferde gehören, bestreitet die Vorwürfe. Nach seiner Überzeugung gibt es keine bessere Möglichkeit, die Junghengste aus der Herde auszusondern. Auf die mit dem Wildpferdefang verbundenen Einnahmen kann von Croÿ nach eigenen Worten zudem nicht verzichten, da die 400 Tiere große Kosten verursachten.
Dülmener Wildpferde zum ersten Mal im 14. Jahrhundert erwähnt

DER WESTEN

DER WESTEN

Das Dülmener Wildpferd ist eine Ponyrasse im Merfelder Bruch bei Dülmen im Münsterland. Die etwa 400 Tiere umfassende Herde lebt in einem 360 Hektar großen Areal, das eingezäunt ist. Genetisch betrachtet sind es keine Wildpferde, da sich immer wieder Hauspferde unter die Herde gemischt haben. Die Bezeichnung „wild“ bezieht sich auf ihre Lebensweise: Die Tiere werden nur im Winter gefüttert, sonst hält sich der Mensch so weit wie möglich zurück.

IMG_2418Tierschutz Die Pferde, die 1316 erstmals erwähnt wurden, gehören Rudolph Herzog von Croÿ. Mitte des 19. Jahrhunderts hatte der damalige Herzog ein eingezäuntes Reservat geschaffen, das den damals nur noch etwa 40 Tieren das Überleben sicherte. Andere Herden, die noch durch die nordwestdeutsche Heide- und Moorlandschaft streiften, starben in den Jahrzehnten der Industrialisierung allesamt aus.

Die Wildpferde gehen ohne Hufschmied und Tierarzt durchs Leben, sie haben keinen Stall und keinen Namen. Nur Heu erhalten sie im Winter vom Menschen. Und manchmal, wenn sich ein altes Tier sehr quält, bekommt es den Gnadenschuss. (dpa)

 

DER WESTEN

Der Herzog und die Wildpferde – WELT

Der Herzog und Deutschlands letzte Wildpferde

Von Christoph Driessen | Veröffentlicht am 27.04.2014 |

Im Münsterland lebt die einzige deutsche Wildpferdeherde. Die 400 Tiere kommen ohne Hufschmied und Tierarzt aus. Nur einmal im Jahr wird ihr friedliches Leben empfindlich gestört.

Rudolf Herzog von Croÿ in Dülmen vor seinen Wildpferden Quelle: dpa

Rudolf Herzog von Croÿ in Dülmen vor seinen Wildpferden Quelle: dpa

Mit wehendem weißem Haarschopf steht Rudolf Herzog von Croÿ inmitten von mehr als 400 Wildpferden, und alle sind seine. Wie fühlt sich das an? Der sonst recht mitteilsame Mann sucht nach Worten. „Es gibt keinen besonderen Besitzerstolz“, murmelt er, „es ist eine Verpflichtung.“ Hier im Merfelder Bruch in Westfalen hört man nur den Wind, die Vogelstimmen und das Ausreißen der Grashalme durch die unersättlichen Pferdemäuler. Die Herde verteilt sich über eine große Wiese am Waldrand.

Wild im Sinne von ungestüm wirken diese Ponys ganz und gar nicht. Im Gegenteil, es ist ein Bild von vollkommener Ruhe. Das Fell der Pferde deckt alle denkbaren Brauntöne ab – von Sandfarben über Beige und Ocker bis Dunkelbraun. Über den Rücken zieht sich eine wie mit dem Pinsel gemalte Linie, der sogenannte Aalstrich. Jetzt im April haben viele Stuten Nachwuchs.

„Dieses Wiehern ist ein Rufen zwischen Fohlen und Stuten“, erklärt von Croÿ. „Da sagt die Mama: ,Wo bist du?‘ Im Winter hört man das nicht.“ Ein Fohlen mit flauschigem Fell versucht, sich hinzulegen, doch es ist noch so wackelig auf den Beinen, dass es prompt vornüber auf die Nase fällt. Es sei wohl erst wenige Stunden alt, meint von Croÿ. Die Plazenta liegt noch im Gras. Nächste Nacht wird sie der Fuchs holen.
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Ein anderes Fohlen stupst seine Mutter, als wolle es sie zum Spielen auffordern. Ein drittes knabbert seiner Mutter an den Ohren. Das diene dem Sozialkontakt, erklärt von Croÿ. „Wenn das Fohlen geboren wird, wollen die Stuten niemand anderen in der Nähe haben, höchstens Familienmitglieder, damit das Fohlen direkt ihren Geruch aufnimmt.“
Anfangs waren es nur 40 Pferde

Wenn von Croÿ das Naturgeschehen kommentiert, wirkt der gediegene Endfünfziger mit dem weißen Schnurrbart ein wenig wie Marlin Perkins, der Moderator der US-Serie „Im Reich der wilden Tiere“ aus den 60er- und 70er-Jahren. Im gesamten Umland wird von Croÿ nur „der Herzog“ genannt. Diesem Bild wird er durchaus gerecht. Mit einer gewissen landadeligen Noblesse stapft er kerzengerade durch die Weide und lässt seinen Blick über das weite westfälische Land schweifen.

1316 seien die Pferde erstmals erwähnt worden, erzählt er. Dülmener Brücher nannte man sie früher. Mitte des 19. Jahrhunderts schuf dann sein Ururur…großvater ein eingezäuntes Reservat, das den damals nur noch etwa 40 Tieren das Überleben sicherte. Andere Herden, die damals noch durch die nordwestdeutsche Heide- und Moorlandschaft streiften, starben in den Jahrzehnten der Industrialisierung allesamt aus.

Von Croÿ lebt ganz in der Nähe auf einem Anwesen aus dem 15. Jahrhundert, das von oben bis unten mit Ölgemälden und Antiquitäten vollgestopft ist – alles Erbstücke seiner Familie, die es nach der Französischen Revolution ins Westfälische verschlug. Aber diese Historie scheint ihm lange nicht so viel zu bedeuten wie die Pferde. „Eines ist mir wichtig“, sagt er. „Wir sind keine Pferdezüchter, wir versuchen, eine Art zu erhalten. Meine Pferde sollen keine Schleifen beim Turnier gewinnen, sie sollen mit dem Leben zurechtkommen.“

Die Wildpferde aus dem Merfelder Bruch gehen ohne Hufschmied und Tierarzt durchs Leben, sie haben keinen Stall und keinen Namen. Nur Heu erhalten sie im Winter vom Menschen. Und manchmal, wenn sich ein altes Tier sehr quält, bekommt es den Gnadenschuss. Obwohl die Dülmener Wildpferde nur selten mit Menschen in Kontakt kommen, sind sie nicht scheu. Man kann bis auf wenige Schritte an sie herangehen, und sie bleiben immer noch entspannt im Gras liegen. „Die kennen keine Menschen, von denen Böses ausgeht“, sagt ihr Besitzer.
Junge Hengste müssen ausgesondert werden

Einmal im Jahr allerdings, immer am letzten Samstag im Mai, werden die Pferde in einer Arena vor 15.000 Zuschauern zusammengetrieben. Dann erzittert die Erde unter ihren Hufen, und der berühmte Wildpferdefang von Dülmen beginnt. Männer von umliegenden Bauernhöfen betätigen sich als Fänger: Rodeo in Westfalen – nur ohne Lasso. Mit bloßen Händen packen die Fänger den Hals der jungen Hengste und versuchen, ihnen ein Halfter anzulegen, was nie ohne blaue Flecken abgeht. Anschließend werden die etwa 30 Tiere versteigert.

Reinhold Kassen

Reinhold Kassen

Wenn die jungen Hengste in der Herde bleiben würden, käme es zu Rangkämpfen. Die unterlegenen Hengste hätten keine Rückzugsmöglichkeit und würden von ihren Rivalen gegen die Zäune getrieben. Tierschützer kritisieren das Spektakel: Die Pferde würden dabei zur Belustigung der Zuschauer großem Stress ausgesetzt, lautet der Vorwurf. „Diese johlende Menge, die nervt uns“, sagt Reinhold Kassen vom Verein Animal Peace Tierhof in Duisburg.

Gleichzeitig betont er, dass der Herzog „ein ehrenwerter Mann“ sei. Und als er sich den Fang einmal selbst angesehen hat, konnte auch er sich der Faszination nicht entziehen: „Wenn die an einem vorbeireiten und der ganze Boden vibriert – das ist schon eine tolle Sache.“ Friederike Rövekamp, die Oberförsterin im Merfelder Bruch, ist zwar Angestellte des Herzogs, hat aber ihren eigenen Kopf. Sie sagt über den Wildpferdefang: „Das ist der beschissenste Tag im Leben der Herde. Aber es ist wenigstens nur einer.“ Nach ihrer Überzeugung gibt es keine bessere Möglichkeit, die Hengste aus der Herde auszusondern.

duelmenDie Fänger werden mittlerweile alle von einer Expertin der Tierärztlichen Hochschule Hannover geschult. Früher sollten sie zeigen, was für harte Burschen sie waren. „Jetzt vermitteln wir: Ein guter Pferdefänger ist gerade besonders sensibel und hat Köpfchen“, sagt Rövekamp. Wenn möglich, soll er das Pferd beim Fangen gar nicht mehr zu Fall bringen, sondern ihm im Stehen das Halfter anlegen. Denn ein am Boden liegendes Pferd steht Todesängste aus: Auf der Flucht vor Wolf oder Bär bedeutete ein Sturz das unwiderrufliche Ende.
Fang soll so human wie möglich sein

Es gibt beim Wildpferdefang mittlerweile auch keine Brandzeichen mehr, stattdessen wird den Tieren ein Chip eingesetzt. Das Halfter ist aus weicher Baumwolle. Und es muss nicht mehr die ganze Herde in die Arena einlaufen: Familienverbände, die keinen Jährlingshengst haben, bleiben draußen. Gleichwohl gab es 2013 erstmals in 107 Jahren einen ernsthaften Zwischenfall: Eine kleine Stute wurde von einem älteren Tier so unglücklich mit dem Huf am Kopf getroffen, dass sie starb. So etwas könne leider immer passieren, sagt Rövekamp. „Das ist natürlich auch ein Stück Natur – es geht nicht immer gut. Aber das ist heute schwer zu vermitteln: Tote Fohlen darf es nicht geben.“

Der Beliebtheit des Wildpferdefangs hat das Unglück nicht geschadet. Die Karten waren auch diesmal schon Monate im Voraus nach gerade einmal 20 Minuten ausverkauft. Auf die damit verbundenen Einnahmen könne er nicht verzichten, sagt von Croÿ. Er kenne da einen passenden Spruch: „Mit Pferden kann man ein kleines Vermögen machen. Man muss nur vorher ein großes gehabt haben.“

Noch immer steht er auf der Weide und schaut seinen Pferden zu. Ein Fohlen vollführt jetzt tolle Bocksprünge. „Das hat so richtig Spaß an seinem jungen Leben.“ Manchmal, an lauen Mai-Abenden, würden sechs oder sieben auf einmal Kapriolen schlagen, besser als in der Spanischen Hofreitschule. Der Pferdeherzog wendet sich zum Gehen. Am Horizont ragt die Arena auf. Für die Jährlingshengste brechen die letzten Wochen in Freiheit an.

Der Wildpferdefang – das jährliche Schauspiel im Merfelder Bruch 2011

Es ist wieder soweit !

Der Wildpferdefang – das jährliche Schauspiel im Merfelder Bruch, Dülmen (NRW)

Die Jährlingshengste der Wildpferdeherde des berühmten Merfelder Bruchs in Dülmen werden wieder gefangen, mit einem Brandzeichen versehen und anschliessend versteigert.

Ein jährliches Spektakel, welches tausende Besucher in die Arena des Parks strömen lässt. Volksfeststimmung ist garantiert.

Doch es gibt da ein Problem !

Die Fakten

Das Dülmener Wildpferd ist seit Jahrhunderten in der Umgebung des Merfelder Bruchs beheimatet. Ohne die Errichtung des noch heute bestehenden Reservats durch Herzog Alfred von Croy im Jahre 1847 wäre dieses einzigartige Pferd sicherlich schon ausgestorben.

Seinem Engagement und dem seiner Nachfolger ist es zu verdanken, dass die letzte Wildpferdeherde bis heute ursprünglich, wild und autark leben kann.

Aufgrund der Tatsache, dass der Bestand einer gesunden Herde selbstverständlich wächst und das Reservat des Merfelder Bruchs nur eine gewisse Raumgrösse zur Lebenssicherung und natürlichen Ernährung der Tiere zur Verfügung hat, taucht ein Problem auf. Wohin mit den Jungtieren?

Junghengste, die in der Wildbahn die Geschlechtsreife erlangen, werden von den Leithengsten auch hier vertrieben. Innerhalb der strengen hierarchischen Ordnung in einem Herdenverband wird keinerlei heranwachsende Konkurrenz geduldet.

Letztendlich müssen Junghengste den Familienverband verlassen und sich eine eigene Herde in fremdem Territorium erkämpfen. Diese natürliche Verhaltensweise würde im Angesicht des nicht vorhandenen Platzes im Merfelder Bruch in dauerhaften Rangordnungskämpfen und unweigerlich auch in erbitterten Todeskämpfen enden.

Aus diesem Grund ist eine Regulierung der Herde unbestritten notwendig.

 

Die Veranstaltung

Jedes Jahr Ende Mai wird die Herde des Bruchs zur Zuschauer-Arena des Reservates getrieben und die Junghengste werden dort unter dem Getöse tausender Zuschauer eingefangen und mit einem Brandzeichen versehen. Die anschließende Versteigerung dieser Jungtiere gehört zum Ablauf der festlichen Veranstaltung. Volksfestliches Spektakel mit Applaus. Es wurde dafür eine Arena für 25.000 Zuschauer gebaut.

Aber man sollte es schlicht nicht für möglich halten, dass das, was dann über Stunden abläuft, angesichts des deutschen Tierschutzgesetzes überhaupt möglich ist.

Nachdem das Rahmenprogramm gelaufen ist, wird die Herde am Nachmittag in die Arena getrieben. Die Aufregung der Zuschauer steht der der Pferde um nichts nach. Pferdekenner erkennen anhand der Ohrenstellung und der Mimik der Pferde sofort, dass sie unter Angst und Stress stehen. Die ganz jungen Fohlen werden in dem Chaos von ihren Müttern getrennt und laufen Gefahr, von der Herde in vollem Galopp umgerannt zu werden.

In dem großen Gehege am Ende der Arena, wo die Pferde, die nicht gefangen wurden, untergebracht werden, wird es zwangsläufig immer voller. In dem Gedränge kreisen die Pferde panisch umher und beißen und treten sich gegenseitig.

 

Das Problem

Wir bestreiten in keinster Weise die Notwendigkeit der Regulierung des Bestandes…ABER:

Als Organisationen, die sich dem Schutz der Tiere, jedes einzelnen Individuums verschrieben haben… können wir nicht anders handeln, als das jährliche Volksfesttreiben beim Fang der Junghengste zu verurteilen.

Pferde sind sehr sensible Fluchtiere, die bekanntermaßen nur allzu leicht in Panik geraten.

Innerhalb dieser kollektiven Massenpanik neigen diese sensiblen Tiere zu blinder Hysterie, in der keine Rücksicht auf niedergetrampelte Fohlen, trächtige Stuten oder schwächere Tiere genommen wird. Hier steht der Spaß des Menschen, das Vergnügen an einer actionreichen Show wieder wie so oft über dem Wohl eines empfindsamen und schutzlosen Mitgeschöpfes.

Letztendlich findet im Veranstaltungsrahmen eine öffentliche Verlosung und Versteigerung der Junghengste statt, die ihnen eine ungewisse Zukunft beschert, von der man nicht behaupten kann, dass ein artgerechtes Weiterleben möglich ist.

WUSSTEN SIE…..

– dass es auch geeignetere Methoden dazu gibt, um die Kopfzahl konstant zu halten. In den USA werden bereits erfolgreich (reversible) Sterilisationsmethoden angewandt.

– dass der Umgang mit den Jährlingen ein Initialtrauma* verursacht

– dass die kleinen Fohlen durchaus von der Herde umgerannt werden, sich schwere Verletzungen zuziehen können.

– dass trächtige Stuten mit gehetzt werden (was in den USA zu schon zu Fehlgeburten geführt hat).

– dass Kinder direkt vom Ansager angesprochen werden, damit die Eltern/Großeltern ihnen Lose kaufen. Damit werden Wünsche geweckt. Außerdem, sollte man ein Tier verlosen bzw. als Preis aussetzen?

* „Initialtrauma“

Aus: Margit Zeitler-Feicht „Handbuch Pferdeverhalten“:

„Als Ursache für das erstmalige Auftreten einer Verhaltensstörung dürften vor allem einschneidende Ereignisse im negativen Sinne in Frage kommen (Radke 1985, Sambraus und Rappold 1991). Als ein solches „Initialtrauma“ wurden nachgewiesen: plötzliches Absetzen von der Mutterstute, Trainingsbeginn von heute auf morgen, Überforderung in der Ausbildung oder krasse Haltungsänderungen (Umstallung in einen Boxenstall nach vorausgehender Gruppenhaltung mit Weidegang) oder eine vorübergehende krankheitsbedingte Isolation bzw. längere Boxenruhe. Diese abrupten Veränderungen zum Schlechteren wirken sich besonders tiefgreifend aus, wenn sie während der Jugendentwicklung stattfinden.“

Nordrhein-Westfalens Umweltminister Eckhard Uhlenberg wurde bisher mehrfach über die Vorgänge informiert und gebeten, Verbesserungen im Umgang mit den Pferden zu erreichen. Im Jahr 2005 verbot das Bundesland bereits das vom Rodeo bekannte „Wild Horse Race“. Was in Dülmen passiert, steht dem „Wild Horse Race“ in Nichts nach!


Wir fordern im Sinne der Tiere:

– dass die Verantwortlichen und auch die Besucher diese Form der tierquälerischen Massenveranstaltung abschwören, endlich ein Umdenken zugunsten der Tiere stattfindet

– dass die Achtung vor den Tieren definitiv über dem zirkusartigen Spektakel zu stehen hat dass der Verbleib der einzelnen Tiere genauestens überwacht werden muss

– dass es hier einzig und allein um das Wohl der Tiere gehen muss, die man in diesem Reservat zu schützen und zu erhalten versucht

– dass jedes einzelne dieser Pferde ein Recht auf Unversehrtheit hat, sowohl seelisch wie auch körperlich

– dass zusammen mit Organisationen, die im Bereich Tierschutz tätig sind, neue, bessere Wege gefunden werden… Wir bieten jede mögliche Unterstützung an!

Und wir fragen uns immer noch :

Warum verschwindet die Achtung gegenüber einem Tier bei Betreten dieser Arena?

Wir fordern dahingehend jede Organisation & jede Privatperson, die unseren offenen Brief unterstützen möchte auf, sich mit ihrer Unterschrift an der Kampagne zu beteiligen. Wir werden die Stimmen gegen das tierquälerische Spektakel den Veranstaltern offiziell übergeben.


Es gibt eine Online-Petition unter:

http://www.petitiononline.de/petition/menschen-fuer-pferde-gegen-duelmens-panikspektakel/326

Vereine und Organisationen melden sich bitte direkt bei uns über email. Danke für Eure Hilfe !

info@pferdehilfe-sonnenhof.de

animal-peace Tierhof e.V.


animal-peace


tierhilfe e.V. Strasburg


Deutscher Tierhilfe Verband (DTV)


Initiative Anti-Corrida


European Anti-Rodeo-Coalition (EARC)


tierrechtsbund aktiv e.V.


Pferdehilfe Sonnenhof e.V.


animal-peace Medienkoordination

info@animal-peace.net

UPDATE:

es ist schön zu hören, dass die Veranstalter von einem Heissbrand der jungen Tiere Abstand genommen haben, leider ändert das Nichts an der Panik-Veranstaltung mit Volksfest….welche einem Rodeo in Nichts nachsteht. Dranbleiben…


Wildpferdefang in Dülmen – Nachtrag

Persönlicher Erfahrungsbericht

Nachdem wir mit mehreren unterstützenden Tierschutz-/Tierrechts – Organisationen im Laufe der letzen Woche an die Öffentlichkeit herangetreten sind (siehe offenen Brief), um unsere Bedenken und Wünsche bezüglich des jährlichen Wildpferdefangs in Dülmen zu äußern, habe ich mich am Samstag mit einigen Vertretern der Presse zum Ort des Geschehens begeben, um das Spektakel genau zu beobachten. Ich möchte nicht versäumen, meine persönlichen Eindrücke einmal Revue passieren zu lassen.

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Was ist mir aufgefallen? Was habe ich erlebt? Vieles…

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1.  Zuerst etwas zutiefst Menschliches.
Der seltene Anblick einer wilden Pferdeherde, eines letzten Stückes bewahrter Natur in dieser direkten Nähe ist etwas Atemberaubendes. Ich kann die Anziehung, die dieser Anblick auf die vielen dort anwesenden Menschen hat, durchaus nachvollziehen. Es treibt einem eine Gänsehaut über den Rücken.
Es ist unbestritten ein beeindruckendes Schauspiel, dessen man sich vor Ort nicht verschließen kann.

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2.  Und doch war mit äußerst bewusst, warum ich da war. Warum wir von animal peace Tierhof  und die weiteren Vereine unser Veto nach wie vor vorlegen wollen, um ein paar Dinge zu ändern.
Die Tiere mit der Hand zu fangen, sie überhaupt zu fangen, ist vielleicht NOCH eine notwendige Angelegenheit, um dieses einzigartige kleine Paradies in Zukunft bewahren zu können.
Jedoch wurde mir die Motivation während des Ablaufes wieder bewusst. Die tausenden Zuschauer, der zusätzliche Stress, die Vergnügungsmaschinerie für Menschen, das wahrlose Versteigern und Verlosen der Jährlinge, das überflüssige Branding…

insgesamt warscheinlich ein lohnendes Geschäft…auf Kosten der Tiere.

Man muss Umdenken und den Tieren den Weg in ein anderes Leben behutsamer ermöglichen. Sollte das Geld der Veranstaltung für das Reservat von Nöten sein, kann man sicher andere Wege des Sponsorings suchen und auch finden. Worauf ich gerne noch mal verweisen möchte, denn auch wir würden gerne dazu beitragen, dass etwas so Einmaliges erhalten bleibt.

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3.  Die Veranstalter in Dülmen hatten den Presserummel um unseren „offenen Brief“ durchaus mitbekommen und das war dem Ablauf des Spektakels auch anzumerken.
Das erste Mal wurde mit etwas mehr Behutsamkeit agiert und der Ansager hat im Verlauf des Fangens mehrfach erklärt, dass diese Tiere nur dem nötigsten Stress ausgesetzt wurden, es sich nicht um brutale Tierquälerei handelt. Das war ein offizielles Statement, welches wohl absichtlich diesmal niemand überhören sollte.

Natürlich bin ich der Überzeugung, und das war ich auch vor diesem Samstag schon
(entnehme man dem offenen Brief), dass keiner dort absichtlich die Tiere quälen möchte.
Doch gehen die Meinungen über Notwendigkeiten, das „Wie“ auch weiterhin auseinander.
Ich möchte nach wie vor den Dialog mit dem Park Dülmen anstreben.
Es wäre wünschenswert, wenn der Mensch, der die Aufgabe übernommen hat, dieses einzigartige Stück Natur auch weiterhin zu erhalten, auch seine Möglichkeiten nutzt, zu jedem Zeitpunkt moralisch fortschrittlich zu handeln.
Für die Tiere und diesmal vielleicht auf Kosten des Showeffektes, einer Machtdemonstration, die wir nicht benötigen.