Von Heuchlern und besseren Menschen

 Lasst uns über Heuchler sprechen!

cache_36017853Es ist ein unleugbarer Fakt, dass ein Thema genau dann in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist, wenn die Narzissten aus den Löchern kriechen und es für sich gewinnbringend – finanziell und imagemäßig – entdecken. Genausowenig zu leugnen ist, dass deren Engagement sich auch genau daran orientiert und genau dort aufhört, wo wirklich mal etwas ins Rollen käme. Deshalb wird man genau die systemstabilisierenden Aspekte finden, die ehrliche Aktivisten allenfalls fahrlässig in ihrer Arbeit integrieren.
Die Fixierung auf die „Heuchler“ ist so ein Aspekt. Was sind Heuchler? Probieren wir es mal mit folgender Definition: Heuchler sind Leute, bei denen Anspruch und Wirklichkeit auseinanderklaffen, die Wasser predigen und Wein trinken, die ihre moralischen Ansprüche nicht leben, die eine doppelbödige Moral vertreten.
Aber: Heuchler sind letztlich alle, weil alle in der Täterwelt irgendwie eingebunden sind, mehr oder weniger, und aus dieser Täterwelt können wir uns niemals ganz befreien.
Und: Heuchler sind prinzipiell schon mal Menschen mit Moral: Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach/ schmeckt gut. Es gibt also etwas, woran man anknüpfen kann und was man weiterentwickeln kann. Das unterscheidet Heuchler von den Soziopathen, denen die Moral völlig verlustig gegangen ist. An diesen werden wir uns die Zähne ausbeißen, das ist klar.

lh_f-nr-069s
Es ist dumm, den aggressiven Blick auf die Heuchler zu richten, wenn man die Welt zum Besseren verändern will. Denn zum einen geht es wirklich nicht um den Wettbewerb um einen Heiligenschein. Schon weil es gar nicht um uns Nacktaffen geht sondern um die anderen Tiere – da ist Selbstbespiegelung fehl am Platze.

foto-shdr-fotolia-comDer Kampf gegen die Heuchelei birgt das Risiko der Akzeptanz des Negativen. Man treibt die Leute in ihrem Dilemma in die Arme der Tätern, wenn sie sich zu schwach fühlen, den anderen Weg zu folgen. Das Herumhacken auf den Mittätern ist der falsche Weg. Und er ist nicht Thema. Precht und Wohlleben aber auch nicht. Sie machen nur sichtbar, was das Tierrecht bisher erreicht hat. Das ist nicht so viel, aber es ist ein guter Ansatz. Vor allem aber zeigt es haargenau auf, was bisher falsch gemacht wurde.

.

.

Umgang mit Tieren – HANDELSBLATT

Von Heuchlern und besseren Menschen

Was der Mensch nicht beherrscht

Seit 10.000 Jahren züchten Menschen Nutztiere. Seit dem Mittelalter gibt es mehr Nutztiere als wildlebende. Seit 40 Jahren gibt es eine Tierschutzbewegung – in Deutschland seit Ende der 80er-Jahre. Seitdem steht im Tierschutzgesetz etwas von „Mitgeschöpflichkeit“. Seitdem wächst die Massentierhaltung stetig an. In diesem Jahr nahm sich die Politik des Themas naturgemäß rund um die Grüne Woche an: Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) stellte ein staatliches Label vor, das gelinde gesagt nicht nur von Tierschützern kritisiert wurde. >>> HANDELSBLATT

Advertisements
Post a comment or leave a trackback: Trackback URL.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: