Das Viva-Vegan-Baby wird heute 14 Jahre alt – ANIMAL PEACE

Jetzt müssen Sie ganz stark sein, Bauernminister Christian Schmidt:

Das Viva-Vegan-Baby wird heute 14 Jahre alt – trotz veganer Ernährung!

15871883_107135283124180_714504895443147798_nAljoscha lebt bereits sein ganze Leben vegan und das ohne Ernährungstabellen und Vitaminspritzen. Vor drei Jahren haben wir ihn interviewt, und das Gespräch hat über deutsche Grenzen hinweg für großes Interesse gesorgt. Es wurde unter anderem ins Spanische, Russische, Bulgarische und Ukrainische übersetzt. Aljoscha wurde sogar ins russische Fernsehen eingeladen. Anlässlich seines 14. Geburtstags haben wir wieder einmal mit dem jungen Veganer gesprochen.

Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag. Wie alt wirst Du heute?

ALJOSCHA: Danke. Ich werde heute 14 Jahre alt.

Damit bist Du also trotz aller Unkenrufe von Landwirtschaftminister Schmidt mit veganer Ernährung durch die Kindheit gekommen und nun ein Jugendlicher. Du bist doch noch Veganer, oder?

ALJOSCHA: Blöde Frage! Es gibt keinen Grund, den Verstand zu verlieren und auf die Tiere loszugehen, nur weil man erwachsen wird!

Manche bösen Stimmen hofften ja, dass Du anfängst, Fleisch zu essen, wenn Deine Mutter Dich nicht mehr unter der Fuchtel hat und Du in die Pubertät kommst.

ALJOSCHA: Meine Mutter hatte mich noch nie unter der Fuchtel. Aber nicht alles, was die Alten machen, ist ja falsch. Ich finde es gut, dass mein Mutter vegan lebt und würde es ihr verbieten, wenn sie es aufgeben wollte.

Warum denken die Leute, dass Du Dich von der veganen Ernährung abwenden könntest?

ALJOSCHA: Das sollte man diese Leute fragen. Ich glaube ja, dass die auf der unteren Moralebene von Kohlberg stecken geblieben sind. Also das sind Leute, die nur nach Lob und Strafe handeln und für ihr persönliches Glück. Die können sich gar nicht vorstellen, dass ich da anders ticke!

Und auf welcher Moralebene tickst Du?

ALJOSCHA: Auf der obersten. So bin ich schon geboren.

Und das bedeutet?

ALJOSCHA: Ich handle nach meinen eigenen übergeordneten Gesetzen zum Wohle aller.

Wie lange lebst Du schon vegan?

ALJOSCHA: Ich bin Zeugungsveganer und damit fein raus, wenn mal die Schuldfrage geklärt wird, was Menschen verbrechen an den Tieren. Das ist ein sehr gutes Gefühl!

Was glaubst Du unterscheidet Dein veganes Leben von dem anderer junger Menschen?

ALJOSCHA: Dieser Bauernminister redet immer von Mangelernährung und keinen Kuchen und so einen Blödsinn. Wovon er aber nicht spricht ist das Mobbing gegen vegane Kinder, weil er da ja selbst mitdrinsteckt. Wir werden diskriminiert, aber alle reden nur vom Islam, dabei gibt es hierzulande eine Gewissensfreiheit aber keine Religionsfreiheit. Die kennen ihre eigenen Gesetze nicht!

Wie werden vegane Kinder diskriminiert?

ALJOSCHA: Das Gesundheitsgeschwätz macht uns schon mal zu Opfern, das geht gar nicht, das ist eine Beleidigung und eine Einmischung in fremde Angelegenheiten! Mein veganer Freund soll im Kochunterricht zum Beispiel Fleisch und Milchprodukte zubereiten und die Lehrerin hasst ihn, weil er sich weigert, das alles überhaupt nur anzufassen. Null Respekt! Null Toleranz! Das nervt manchmal wirklich. In unserer Mensa gibt es kein veganes Mittagessen, nur vegetarisches, das ist Diskriminierung von Minderheiten. Ich meine, ich würde da ohnehin nicht essen, ich schau mir das doch nicht an, wenn die Leute um mich herum an toten Hühnern rumkauen. Die müssten dann zumindest in ein extra Kannibalenzimmer zum Fressen – aus Rücksichtnahme. Vegan leben ist nichts für Schwächlinge. Da muss man schon Format haben.

Wirst Du gemobbt?

ALJOSCHA: Bei mir haben sie es aufgegeben, mich zu nerven. Aber es ist einfach so, das man eben teilweise nicht dazugehört, wenn man nicht mit dem Schwarm mitmacht. Aber das ist in allen Dingen so. Ich mag zum Beispiel Fußball nicht, da bin ich auch Außenseiter. Aber ich sehe nicht ein, mich da zu verbiegen. Ich finde es nicht erstrebenswert, ein Massenmensch zu sein. Der Applaus vom Schwarm ist auch nichts wert. Und es hat ja auch was Positives.

Und was ist das Positive, nicht dazuzugehören?

ALJOSCHA: Wer nicht zum Schwarm gehört schaut einfach genauer hin und sieht und hört und erkennt Dinge, die man im Schwarm nicht wahrnehmen kann. Das ist so wie im Höhlengleichnis. Man hat sich von den Ketten befreit und kann dadurch die Sonne sehen. Aber diejenigen, die noch in der Höhle sitzen und die Schattenbilder anstarren und für die Wirklichkeit halten, die wollen von der Sonne nichts hören und werden böse, wenn man ihnen davon erzählt. Leute, die nur im Schwarm leben, können das Höhlengleichnis nicht wirklich verstehen.

Ist Platon Dein Lieblingsphilosoph?

ALJOSCHA: Ich mag das Höhlengleichnis. Ich habe auch schon etwas über Rousseau gelesen, den finde ich auch teilweise cool. Der hat mal gesagt, dass die vermeintliche Weisheit eigentlich nur aus unterwürfigen Vorurteilen besteht. Die meisten Leute orientieren sich nur daran, was der Schwarm vorgibt. Und das Schönste: sie merken es noch nicht einmal. Das merkt man nur als Individualist.

Hast Du ein Vorbild?

ALJOSCHA: Ich bin mir mein eigenes Vorbild.

Keine Fußballstars oder Sportler? Keine Popmusiker? Da gibt es doch auch Veganer darunter.

ALJOSCHA: Das würde mir gerade noch fehlen! Nein, niemals. Niemand!

Magst Du keine Musik?

ALJOSCHA: Ich mag Franz Josef Degenhardt, das hat die Mami gespielt, da war ich noch ein Baby. Ich mag auch finnische Popmusik, weil ich das mit unsere Urlauben verbinde. Klassische Musik mag ich auch gern. Aber ich finde ja, dass Singschwäne die allerschönste Musik machen, da kann kein Sibelius dagegen anstinken. Ich war mal morgens bei Nebel im Moor, da haben die gerufen, das war wunderschön. Oder die Rufe der Prachttaucher sind auch großartig und bewegend.

Was sind Deine Hobbys?

ALJOSCHA: Ich interessiere mich für Philosophie und Psychologie und Politik und Geschichte, besonders für den Nationalsozialismus. Neulich habe ich „Aus einem deutschen Leben“ gesehen, der Film handelt von einem Lagerkommandanten. So ein richtiger Untertan. Das „weiße Band“ habe ich neulich auch gesehen, da versteht man, warum sich Leute so leicht in Kriege treiben lassen. Man muss ja die Leute verstehen, um sie auszuhalten. Ja, und ich mag natürlich Tiere und ich liebe es, im Zelt in der Wildnis zu leben in Finnland oder Schweden. Und ich fotografiere und filme gern. Ich spiele auch gern Computerspiele, aber ich würde zum Beispiel nie virtuelle Tiere darin umbringen oder Fleisch essen.

Machst Du Sport?

ALJOSCHA: Keine einzige andere Tierart betreibt Sport, ich glaube, Menschen treiben Sport, um sich abzureagieren weil sie das unnatürliche Leben so stresst. Freud nennt das Verdrängung. Das habe ich nicht nötig. Ich bin aber gern in der Natur und rudere und schwimme und klettere auf Bäume und Felsen und Langlauf mache ich auch gern. Aber ich sehe das nicht als Sport.

Nimmst Du Vitaminpräparate?

ALJOSCHA: Auch so eine dumme Idee, man müsste Tabletten nehmen, nur weil man sich Tieren gegenüber respektvoll verhält. Ich habe noch nie Tabletten genommen.

Wie groß und schwer bist Du?

ALJOSCHA: Ich bin 1,68 Meter groß. Was ich wiege, weiß ich nicht, das war aber früher immer normal. Wir haben keine Waage.

Findest Du es schwer, vegane Klamotten zu finden? Jetzt in Deinem Alter wird das ja interessant, was man anzieht.

ALJOSCHA: Ich interessiere mich überhaupt nicht für Markenklamotten. Das ist ja albern. Das, was ich brauche, gibt es alles vegan, auch die Schuhe. Ich würde nie Lederschuhe anziehen. Zum Glück weiß meine Mutter, wo man alles bekommt. Nervig finde ich, dass Winteranoraks oft mit Daunen gefüllt sind. Eine Frechheit. Ich nehme statt dessen die 3in1-Jacken, die sind auch gut für Trekkingtouren.

Was würdest Du anderen Kindern raten, wenn sie vegan werden wollen?

ALJOSCHA: Sie sollen die anderen Leute und ihr Geschwätz nicht so wichtig nehmen. Wenn man Individualist sein will und nicht nur Schwarmmitglied, dann muss man halt stark sein. Immerhin stehen Millionen Tiere hinter einem, das gibt schon Power, wenn man sich das bewusst macht.

Wenn Du mal eine Freundin hast, müsste sie dann vegan leben?

ALJOSCHA: Ich habe keine Freundin und ehrlich gesagt hätte ich auch keine Lust auf ewig lange Erziehungsarbeit. Da muss man ja dann auch immer gegen den Einfluss der Eltern anarbeiten. Die sind ja meistens noch voll indoktriniert und gehirngewaschen. Bei meinem Freund hat das auch länger gedauert. Ziemlich mühselig das Ganze.

Was magst Du an Dir?

ALJOSCHA: Ich kann mich rundum gut leiden. Eigentlich mag ich alles an mir.

Und was magst Du an Dir nicht?

ALJOSCHA: (überlegt) Dass ich soviel Mitleid habe. Sogar bei Nacktaffen habe ich Mitleid und die haben es manchmal wirklich nicht verdient. Aber ich kann nichts dagegen tun.

Was sind Deine schönsten Momente im Leben?

ALJOSCHA: Wenn ich Tieren das Leben retten kann ist das für mich schöner als alles andere. Und ich liebe es, wenn wilde Tiere zu mir Vertrauen aufbauen. In Finnland sind mir wilde Kuukkeli (Unglückshäher) auf die Hand geflogen, das ist unglaublich schön, mit ihnen Verbindung aufzubauen. In der Wildnis erlebt man immer wieder großartige Augenblicke, also zum Beispiel besondere Sonnenaufgänge oder Untergänge oder Schwimmen in eiskalten norwegischen Flüssen oder Nebel im Moor. Ich mag auch die Finnendisko auf der Fähre von Finnland nach Schweden. Das ist so lustig und ich habe viel zum Beobachten. Ich liebe es, Nacktaffen zu beobachten.

Was sind traurige Momente in Deinem Leben?

ALJOSCHA: Wenn jemand stirbt, den man liebt, ist das sehr schlimm. Und die Gewalt gegen Tiere, ich mag so was gar nicht sehen, weil das so schlimm ist und ich mich dann immer sehr schlecht fühle. Ich ärgere mich auch immer, wenn die Leute so unsensibel miteinander umgehen, auch in der Politik. So plump und primitiv. Die haben keinen Respekt und noch nicht einmal einen Funken Selbstachtung.

Machst Du auch etwas für Tiere?

ALJOSCHA: Natürlich. Immer wieder. Und ich unterstütze auch meine Mutter, bei dem was sie tut. Ich würde mir wünschen, dass es wieder so wird wie damals, als die Mami ANIMAL PEACE angeführt hat und dauernd Tierbefreiungen machte und Aktionen. Ich hab mir das auf Youtube angeschaut. Da wäre ich gern dabei gewesen.

Deine Mutter setzt ja dann und wann mit provokanten Aktionen auf Facebook Zeichen. Dann gibt es einen großen Shitstorm und ihr seid auch schon bedroht worden, du und Deine Mutter. Das war jetzt bei dem Gänse-Terror-Vergleich so, aber auch bei der Rache des Rindermanns. Macht Dir das Sorge?

ALJOSCHA: Ich mache mir doch um solche Leute keine Sorgen!!

Wie feierst Du heute Deinen Geburtstag?

ALJOSCHA: Mit Kuchen. Und Abend gibt es Kartoffelsalat mit veganen Würstchen. Das habe ich mir gewünscht.

Vielen Dank für das Gespräch, Aljoscha.

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