Monatsarchiv: April 2014

Der Herzog und die Wildpferde – WELT

Der Herzog und Deutschlands letzte Wildpferde

Von Christoph Driessen | Veröffentlicht am 27.04.2014 |

Im Münsterland lebt die einzige deutsche Wildpferdeherde. Die 400 Tiere kommen ohne Hufschmied und Tierarzt aus. Nur einmal im Jahr wird ihr friedliches Leben empfindlich gestört.

Rudolf Herzog von Croÿ in Dülmen vor seinen Wildpferden Quelle: dpa

Rudolf Herzog von Croÿ in Dülmen vor seinen Wildpferden Quelle: dpa

Mit wehendem weißem Haarschopf steht Rudolf Herzog von Croÿ inmitten von mehr als 400 Wildpferden, und alle sind seine. Wie fühlt sich das an? Der sonst recht mitteilsame Mann sucht nach Worten. „Es gibt keinen besonderen Besitzerstolz“, murmelt er, „es ist eine Verpflichtung.“ Hier im Merfelder Bruch in Westfalen hört man nur den Wind, die Vogelstimmen und das Ausreißen der Grashalme durch die unersättlichen Pferdemäuler. Die Herde verteilt sich über eine große Wiese am Waldrand.

Wild im Sinne von ungestüm wirken diese Ponys ganz und gar nicht. Im Gegenteil, es ist ein Bild von vollkommener Ruhe. Das Fell der Pferde deckt alle denkbaren Brauntöne ab – von Sandfarben über Beige und Ocker bis Dunkelbraun. Über den Rücken zieht sich eine wie mit dem Pinsel gemalte Linie, der sogenannte Aalstrich. Jetzt im April haben viele Stuten Nachwuchs.

„Dieses Wiehern ist ein Rufen zwischen Fohlen und Stuten“, erklärt von Croÿ. „Da sagt die Mama: ,Wo bist du?‘ Im Winter hört man das nicht.“ Ein Fohlen mit flauschigem Fell versucht, sich hinzulegen, doch es ist noch so wackelig auf den Beinen, dass es prompt vornüber auf die Nase fällt. Es sei wohl erst wenige Stunden alt, meint von Croÿ. Die Plazenta liegt noch im Gras. Nächste Nacht wird sie der Fuchs holen.
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Ein anderes Fohlen stupst seine Mutter, als wolle es sie zum Spielen auffordern. Ein drittes knabbert seiner Mutter an den Ohren. Das diene dem Sozialkontakt, erklärt von Croÿ. „Wenn das Fohlen geboren wird, wollen die Stuten niemand anderen in der Nähe haben, höchstens Familienmitglieder, damit das Fohlen direkt ihren Geruch aufnimmt.“
Anfangs waren es nur 40 Pferde

Wenn von Croÿ das Naturgeschehen kommentiert, wirkt der gediegene Endfünfziger mit dem weißen Schnurrbart ein wenig wie Marlin Perkins, der Moderator der US-Serie „Im Reich der wilden Tiere“ aus den 60er- und 70er-Jahren. Im gesamten Umland wird von Croÿ nur „der Herzog“ genannt. Diesem Bild wird er durchaus gerecht. Mit einer gewissen landadeligen Noblesse stapft er kerzengerade durch die Weide und lässt seinen Blick über das weite westfälische Land schweifen.

1316 seien die Pferde erstmals erwähnt worden, erzählt er. Dülmener Brücher nannte man sie früher. Mitte des 19. Jahrhunderts schuf dann sein Ururur…großvater ein eingezäuntes Reservat, das den damals nur noch etwa 40 Tieren das Überleben sicherte. Andere Herden, die damals noch durch die nordwestdeutsche Heide- und Moorlandschaft streiften, starben in den Jahrzehnten der Industrialisierung allesamt aus.

Von Croÿ lebt ganz in der Nähe auf einem Anwesen aus dem 15. Jahrhundert, das von oben bis unten mit Ölgemälden und Antiquitäten vollgestopft ist – alles Erbstücke seiner Familie, die es nach der Französischen Revolution ins Westfälische verschlug. Aber diese Historie scheint ihm lange nicht so viel zu bedeuten wie die Pferde. „Eines ist mir wichtig“, sagt er. „Wir sind keine Pferdezüchter, wir versuchen, eine Art zu erhalten. Meine Pferde sollen keine Schleifen beim Turnier gewinnen, sie sollen mit dem Leben zurechtkommen.“

Die Wildpferde aus dem Merfelder Bruch gehen ohne Hufschmied und Tierarzt durchs Leben, sie haben keinen Stall und keinen Namen. Nur Heu erhalten sie im Winter vom Menschen. Und manchmal, wenn sich ein altes Tier sehr quält, bekommt es den Gnadenschuss. Obwohl die Dülmener Wildpferde nur selten mit Menschen in Kontakt kommen, sind sie nicht scheu. Man kann bis auf wenige Schritte an sie herangehen, und sie bleiben immer noch entspannt im Gras liegen. „Die kennen keine Menschen, von denen Böses ausgeht“, sagt ihr Besitzer.
Junge Hengste müssen ausgesondert werden

Einmal im Jahr allerdings, immer am letzten Samstag im Mai, werden die Pferde in einer Arena vor 15.000 Zuschauern zusammengetrieben. Dann erzittert die Erde unter ihren Hufen, und der berühmte Wildpferdefang von Dülmen beginnt. Männer von umliegenden Bauernhöfen betätigen sich als Fänger: Rodeo in Westfalen – nur ohne Lasso. Mit bloßen Händen packen die Fänger den Hals der jungen Hengste und versuchen, ihnen ein Halfter anzulegen, was nie ohne blaue Flecken abgeht. Anschließend werden die etwa 30 Tiere versteigert.

Reinhold Kassen

Reinhold Kassen

Wenn die jungen Hengste in der Herde bleiben würden, käme es zu Rangkämpfen. Die unterlegenen Hengste hätten keine Rückzugsmöglichkeit und würden von ihren Rivalen gegen die Zäune getrieben. Tierschützer kritisieren das Spektakel: Die Pferde würden dabei zur Belustigung der Zuschauer großem Stress ausgesetzt, lautet der Vorwurf. „Diese johlende Menge, die nervt uns“, sagt Reinhold Kassen vom Verein Animal Peace Tierhof in Duisburg.

Gleichzeitig betont er, dass der Herzog „ein ehrenwerter Mann“ sei. Und als er sich den Fang einmal selbst angesehen hat, konnte auch er sich der Faszination nicht entziehen: „Wenn die an einem vorbeireiten und der ganze Boden vibriert – das ist schon eine tolle Sache.“ Friederike Rövekamp, die Oberförsterin im Merfelder Bruch, ist zwar Angestellte des Herzogs, hat aber ihren eigenen Kopf. Sie sagt über den Wildpferdefang: „Das ist der beschissenste Tag im Leben der Herde. Aber es ist wenigstens nur einer.“ Nach ihrer Überzeugung gibt es keine bessere Möglichkeit, die Hengste aus der Herde auszusondern.

duelmenDie Fänger werden mittlerweile alle von einer Expertin der Tierärztlichen Hochschule Hannover geschult. Früher sollten sie zeigen, was für harte Burschen sie waren. „Jetzt vermitteln wir: Ein guter Pferdefänger ist gerade besonders sensibel und hat Köpfchen“, sagt Rövekamp. Wenn möglich, soll er das Pferd beim Fangen gar nicht mehr zu Fall bringen, sondern ihm im Stehen das Halfter anlegen. Denn ein am Boden liegendes Pferd steht Todesängste aus: Auf der Flucht vor Wolf oder Bär bedeutete ein Sturz das unwiderrufliche Ende.
Fang soll so human wie möglich sein

Es gibt beim Wildpferdefang mittlerweile auch keine Brandzeichen mehr, stattdessen wird den Tieren ein Chip eingesetzt. Das Halfter ist aus weicher Baumwolle. Und es muss nicht mehr die ganze Herde in die Arena einlaufen: Familienverbände, die keinen Jährlingshengst haben, bleiben draußen. Gleichwohl gab es 2013 erstmals in 107 Jahren einen ernsthaften Zwischenfall: Eine kleine Stute wurde von einem älteren Tier so unglücklich mit dem Huf am Kopf getroffen, dass sie starb. So etwas könne leider immer passieren, sagt Rövekamp. „Das ist natürlich auch ein Stück Natur – es geht nicht immer gut. Aber das ist heute schwer zu vermitteln: Tote Fohlen darf es nicht geben.“

Der Beliebtheit des Wildpferdefangs hat das Unglück nicht geschadet. Die Karten waren auch diesmal schon Monate im Voraus nach gerade einmal 20 Minuten ausverkauft. Auf die damit verbundenen Einnahmen könne er nicht verzichten, sagt von Croÿ. Er kenne da einen passenden Spruch: „Mit Pferden kann man ein kleines Vermögen machen. Man muss nur vorher ein großes gehabt haben.“

Noch immer steht er auf der Weide und schaut seinen Pferden zu. Ein Fohlen vollführt jetzt tolle Bocksprünge. „Das hat so richtig Spaß an seinem jungen Leben.“ Manchmal, an lauen Mai-Abenden, würden sechs oder sieben auf einmal Kapriolen schlagen, besser als in der Spanischen Hofreitschule. Der Pferdeherzog wendet sich zum Gehen. Am Horizont ragt die Arena auf. Für die Jährlingshengste brechen die letzten Wochen in Freiheit an.

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Deutsches Tierschutzbüro organisiert Demonstration gegen letzte Farm in NRW

Demonstration Pelztierfarm, Rhaden NRW, 12. 04. 2014

IMG_1833 Das Deutsche Tierschutzbüro rief alle Tierschützer des Landes auf, sich an der Demonstration zur Schließung der letzten Pelztierfarm in Rhaden, NRW zu beteiligen. Die Partei Mensch Umwelt Tierschutz war selbstverständlich ebenfalls dort vertreten und der Bundesvorsitzende, Stefan Bernhard Eck eigens aus Saarbrücken angereist, um an der Demo teilzunehmen.

Zitiert aus der Pressemitteilung des Deutschen Tierschutzbüros:

„200 Tierschützer aus ganz Deutschland sind dem Aufruf des Deutschen Tierschutzbüro e.V. gefolgt und haben heute in Rahden für die Schließung der letzten Pelztierfarm Nordrhein-Westfalens demonstriert. Gemeinsam zogen sie vom Hauptbahnhof bis vor die Farm in Varl, wo sie eine stille Mahnwache abhielten. Auf der Farm werden tausende Nerze entgegen geltenden Rechts in winzigen Gitterkäfigen gehalten.

IMG_1819Mit Bannern, Schildern und Flugblättern haben heute 200 Tierschützer aus ganz Deutschland in der Rahdener Innenstadt für die Schließung der letzten Pelztierfarm Nordrhein-Westfalens demonstriert. Diese liegt nur wenige Kilometer vom Stadtzentrum Rahdens entfernt.
Nachdem vor rund sieben Jahren vom Bundesrat eine neue Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung beschlossen wurde, die auch bessere Haltungsbedingungen für Tiere auf Pelztierfarmen festschreibt, haben die anderen Farmen den Betrieb eingestellt. Nur auf der Farm in Varl, werden noch immer tausende Nerze in winzigen Drahtgitterkäfigen gehalten – nunmehr illegal.
Gegen die Umsetzung der neuen Tierschutzvorschriften hat der Betreiber der Farm geklagt. Ihm wurde erlaubt die Farm vorerst weiter zu betreiben, bis ein endgültiges Urteil ergeht.

Unbenannt2Aus Sicht des Deutschen Tierschutzbüro ein Skandal. Daher hatte der Verein bundesweit zu einer Großdemonstration in Rahden aufgerufen.
Im Anschluss an die Demonstration versammelten sich die Tierschützer vor der Rahdener Pelztierfarm zu einer stillen Mahnwache. Vor wenigen Wochen hat auf der Farm die Zuchtsaison begonnen. Stefan Klippstein, Sprecher des Deutschen Tierschutzbüro e.V., erklärt was das bedeutet: „Damit hat der Betreiber der Farm erneut Tatsachen geschaffen. Auch in diesem Jahr werden in Rahden tausende Nerze geboren, um ein kurzes erbärmliches Dasein in kleinsten Gitterkäfigen zu fristen und dann einen grausamen Vergasungstod zu sterben.“
Eine Vorstellung, die nicht nur die Tierschützer erschüttert, sondern auch viele Anwohner. „Wir haben heute großen Zuspruch von den Rahdener Bürgern erhalten“, berichtet Stefan Klippstein, „viele haben uns gesagt, dass sie unser Anliegen voll und ganz unterstützen und einige haben sogar mitdemonstriert.““

Frühlingsfest im Tierheim Bochum

MUT Landesverband NRW in Aktion

IMG_1627 Am Sonntag, den 6. April veranstaltete der Tierschutzverein Bochum Hattingen und Umgebung e.V. erstmalig unter dem neuen Vorsitzenden Bettina von der Heiden ein Frühlingsfest.

Gutes Wetter, reichhaltiges Essen, nette Menschen und die „prominente“ Simone Sombecki aus der WDR Sendung „Tiere suchen ein zu Hause“ lockten zahlreiche Besucher.

Die Parteimitglieder Reinhold Kassen und Sabine Hasselbeck-Grütering machten sich als offizielle Vertreter für den Landesverband NRW auf den Weg.

IMG_1645Ein fabelhaftes Kuchenbuffet, veganes „Chili sin Carne“ und süße Leckereien wurden auf dem Frühlingsfest den zahlreichen Gästen geboten.
Unter der 1. Vorsitzenden Bettina von der Heiden hat sich viel in Sachen Tierschutz und Tierrecht getan. Der Grundgedanke wird in Bochum jetzt weiter verfolgt und vorgelebt.

Die Vertreter der Partei Mensch Umwelt Tierschutz erhielten eine persönliche Führung durch die Anlage und somit die Möglichkeit, sich über das Tierheim und sein hervorragendes Angebot ausführlich zu informieren.

Anschließend erfolge eine „Showeinlage“ durch die TV-Moderatorin Simone Sombeck, die sichtlich der Partei Mensch Umwelt Tierschutz zugetan war. Ein voller Erfolg – kein Wunder bei unsren sympathischen Parteimitgliedern, die vor Ort waren.
Die Besucher waren begeistert, die bekannte Moderatorin einmal live erleben zu dürfen und ließen sich anschließend Autogrammwünsche von Frau Sombecki (vegan lebend) erfüllen, die sich auch für nette Gespräche viel Zeit nahm.

IMG_1602Die Partei Mensch Umwelt Tierschutz ist wieder einmal begeistert, und kann mit Bestimmtheit sagen:

Es wird nicht der letzte Besuch unserer Partei beim Tierschutzverein Bochum, Hattingen und Umgebung e.V gewesen sein. Gemeinsam sind wir stark. Und gemeinsam wollen wir etwas bewegen!

Vor allem am 25. Mai 2014 bei der Europawahl.

Tierschutz gehört ins EU-Parlament – das war größtenteils die Meinung der Besucher im Tierheim Bochum Hattingen und Umgebung e.V.!

Animal Peace präsentiert: Viva-Vegan.info

VIVA VEGAN!

Bunt. Freundlich. Lebensfroh.

So zeigt sich der neue Webauftritt von Viva-Vegan.info und dabei stehen einmal nicht farbenfrohe, raffinierte Gemüserezepte im Vordergrund, sondern diejenigen, die es wirklich betrifft: die Tiere. Sonst degradiert zum Lebensmittel treten die Betroffenen hier mit ihrer ganzen Persönlichkeit auf und verkünden: Wir sind es wert, für Euch kein Stück Fleisch zu sein.“
Und vor allem die Einsteiger ins vegane Leben werden hier viel Interessantes und Hilfreiches finden: Wissenschaftlich fundierte Ernährungspyramiden für Schwangere und Nichtschwangere, aktuelle News, Hintergründiges.
Viel Spaß beim Vegansurfen wünscht Animal Peace

Der Veganismus ist eine Ernährungs- und Lebensweise, die die natürlichen Rechte der anderen Tiere auf ihr Leben und eine freie, unversehrte Existenz freiwillig ebenso respektiert, wie es im zwischenmenschlichen Bereich verbindliches Gesetz ist.

Der vegane Lebensstil ist populär wie noch nie. Geschätzte 800000 Menschen leben in Deutschland bereits vegan und es werden täglich mehr… 

Go Vegan !

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Verbraucher- schutz macht sich Sorgen um die Veganer!

Böse, böse!

Die Helden des Verbraucherschutzes Hamburg haben in akribischer Kleinarbeit herausgefunden, dass vegane Wurst – pfui! – fettiger und salziger ist als eine Paprikaschote.  >>>

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Ostern vegan!

Ein Rückblick!

So cool war OSTERN VEGAN am Stachus in München. Da war Feiern und Geniessen angesagt. Schau hier, was abging …  >>>

vegane ostern in münchen