Monatsarchiv: Februar 2013

Mit animal-peace auf der VeggieWorld 2013 in Wiesbaden

Alle Jahre wieder…

DSCN0383Drei Tage waren die Rhein-Main-Hallen wieder gefüllt mit allem, was das vegane Herz begehrt. Neben der Paracelsus-Messe fand wieder die jährliche VeggieWorld statt. Eine Messe, die nicht nur Zukunft, Innovation, Ethik und Zeitgeist widerspiegelt, sondern auch jedes Jahr mehr Besucher und Freunde der tierleidfreien Wirtschaft aus ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz anzieht. Mit über 20 000 Besuchern geht der Trend eindeutig in eine gute und hoffentlich verbindliche Richtung. Die Messe wächst. 50 Aussteller präsentierten ihre Produkte und ihre Philosophie von einer Welt ohne Massentierhaltung, Fleischverzehr, Tierqual jeglicher Art und grober Umwelt- / Mitweltzerstörung.

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Schön wars…wie letztes Jahr

Interessant wars…wie letztes Jahr

Tolle Menschen, tolle Themen…wie letztes Jahr

Bestens besuchte Messe…wie letztes Jahr

Leckere vegane Köstlichkeiten…wie letztes Jahr

Lehrreiche Gespräche…wie letztes Jahr

Gute Vorträge…wie letztes Jahr

Grüne Smoothies…wie letztes Jahr

Der beste vegane Döner der Welt (Makam-Döner) …wie letztes Jahr

 

Jetzt kann man sich fragen, warum wir nicht einfach den Messe-Bericht vom letzten Jahr kopieren und das Schreiben gleich sein lassen. Gute Frage! Gute Antwort:

 

IMG_3230Die VeggieWorld entwickelt sich durch ihren beständigen Erfolg und wir haben durchaus Neues zu berichten. Wir haben dieses Jahr an unserem Infostand und auch innerhalb der gesamten Messehallen den Ruck deutlich wahrgenommen, den wir vor Jahren schon vorausgesagt haben. Dieses Jahr noch deutlicher als im Letzten.

Es gibt keinen Weg zurück : die vegane Bewegung ist tatsächlich in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Und keiner kann das Rad des sich wandelnden Bewusstseins mehr stoppen. Gut so!

 

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„Ob freier Markt, fundierte Wissenschaft, Politik oder Bürger – alle schauen richtung Alternativen zu den Qualprodukten aus der Tierhaltungsindustrie. Auf der Messe haben wir einen hervorragenden Vortrag von Sebastian Zösch, Geschäftsführer des Vegetarierbund Deutschland (VEBU), gehört, welcher mit uns einer Meinung ist. Deutschland hinkt nicht mehr hinter Ländern wie England her. Der Veganismus ist schon längst keine Randerscheinung mehr und bezieht sich nicht mehr auf eine kleine Tierrechtsbewegung am Rande der Gesellschaft. Die vegane Lebensweise ist in der Mitte der Bevölkerung angekommen – mit allen Werten die dazu gehören. Wir haben vor vielen Jahren schon gesagt, dass das irgendwann so sein wird. Und nun ist es mehr als deutlich sichtbar, spürbar, erlebbar. Wir sind stolz und froh ein Teil dessen zu sein. Für die Tiere, die Natur und die Menschen!“ kommentiert Reinhold Kassen, Leiter von AP Tierhof seine gelebten Messetage.

„Wir müssen heute kaum noch erklären warum wir vegan leben und wie man das bewerkstelligt. Weder auf der Strasse noch hier am Messestand. Die wachsende Selbstverständlichkeit im Umgang mit dieser Ernährungsweise ist unglaublich schön mit anzusehen. Und auch Lifestyle hat seinen Platz. Veganismus in einem Atemzug mit einem guten Lebensgefühl anstatt mit gelebtem Verzicht – wunderbar!“

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IMG_3217An dieser Stelle gilt unser Dank auch Attila Hildmann, welcher mit seinen Büchern mittlerweile Bestseller-Listen führt und dem – egal, wo er auftritt – ganze Scharen von Menschen zujubeln. So auch auf der diesjährigen VeggieWorld, wo Attila seine Vegan- Kochbücher signierte, ein Challengertreffen abhielt und mittels einer Kochshow wahre Menschenmassen in die Hallen holte. Attila, der momentane Shootingstar unter den veganen Köchen/Sportlern ist ein Phänomen, welches schlichtweg unterstützenswert ist. Er zieht mehr Menschen als man glauben mag und er verschafft der veganen Ernährung ein positives, frisches und leichtes Image. Besseres Marketing gibt es nicht.

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Ebenso wunderbar erfrischend wie auch absolut wichtig das diesjährige Messe-Engagement von Jerome Eckmeier, welcher ebenso sein erfolgreiches Buch „Das Rock`N Roll- Veganer Kochbuch“ dabei hatte und für die Massen an Besuchern signierte. Jerome wie auch Attila ziehen Menschen an und nehmen sie mit, jeder auf seine Weise und mit seinem Können – und beide für eine Lebensweise, die Tierleid verringert und eine Zukunft hat. Wir freuen uns sehr sie dieses Jahr beide getroffen zu haben.

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Weiteres Highlight war der Auftritt von Marsili Cronberg, Autor des Buches „Wie ich verlernte Tiere zu essen“ und wunderbar engagierter Moderator seiner TV-Sendung MiViZ (vegane Lebensweise & Talk). Marsili Cronberg: „Eine große Ehre und ein großes Vergnügen war es für mich, bei der Veggieworld 2013 in Wiesbaden eine Folge MiViZ aufführen zu dürfen.“  Begleitet wurde er von einer veganen, aufstrebenden Sängerin, die mit Charme und beeindruckender Stimme Atmosphäre in die Räumlichkeiten brachte.

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Unser AP Tierhof-Stand war dieses Jahr eine bunte Mischung aus vielen unserer Arbeitsbereiche und Kampagnen. Teil dessen auch wieder unsere „Initiative gegen Welpen-Discount“. Wir hatten wie im Jahr zuvor wieder Unterschriftenlisten ausliegen und haben über den Welpenverkauf bei Zoo Zajac (Duisburg) und Winkel (Dorsten) berichtet, wie auch über den mafiösen Handel mit Welpen aus dem europäischen Ausland. Ein wichtiger Teil der Tierrechtsarbeit, der auch zwei Jahre nach Kampagnenstart nicht in Vergessenheit geraten darf. Weiterhin war die Schweinerettung von Rüsselheim e.V. Infostand-Thema. Nach der Zusammenarbeit während der Rettung der über 150 Schweine aus einer Intensivmast haben wir die Messe gerne als Anlass gesehen hunderte Patenschaftsanträge an unsere Standbesucher herauszugeben, um für dieses wichtige Projekt zu werben. Letztlich waren natürlich auch alle anderen Tierrechtsthemen von AP bis hin zur veganen Lebensweise Teil unseres Messeauftrittes. Ein schöner bunter Mix aus allem, was wir tun und anbieten.

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Wie letztes Jahr ebenfalls vertreten und gerne wieder gesehen:

Unsere Piraten von Sea Sheperd, sorgten wieder für gute Laune und Bildung im Bereich des Schutzes der Meere und ihrer Bewohner. Ganz sicher gehören sie zu den Freunden, vor denen wir ganz besonders den Hut ziehen – sie sind uns sehr ähnlich, sorgen wir doch beide gleichermaßen – jeder auf seinem Gebiet – für spektakuläre Aktionen und Aufklärung. Mit einem jungen und frischen Messeteam waren sie wieder mal herausragend unterwegs.

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. Makam Döner – unsere kulinarischen Retter über die Tage. Direkt gegenüber des Animal Peace- Standes verfielen wir in regelmäßigen Abständen dem Duft ihrer veganen Dönertaschen. Das engagierte Team von Makam Catering hatte jede Menge zu tun und zeigte wie auch schon auf dem Meat Out Day in München wie unglaublich unkompliziert & lecker das vegane Leben sein kann.

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. Der veganversand.at – vegane Leckereien aus dem Hause eines engagierten Paares, welches schon vor vielen Jahren bei Animal Peace aktiv war, unsere Tierrechtsarbeit bis heute unterstützt und daraus ihre Geschäftsidee eines Versandes für vegane Spezialitäten entwickelte. Wir haben uns nicht nur über die hochwertigen Produkte, sondern einfach auch über ein Wiedersehen mit unseren österreichischen Freunden gefreut. Ein Besuch ihrer Homepage und ein Einkauf: mehr als empfehlenswert!

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. Die Tierschutzpartei – mit Stand vertreten und wie immer ganz im Sinne der politischen Tierrechtsarbeit unterwegs. Wir arbeiten gerne und oft mit ihnen bei Kampagnen zusammen und freuen uns jedes Mal, wenn wir uns auf Veranstaltungen treffen. Die weitere Zusammenarbeit wird intensiviert.

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Katja Kaminski Katja Kaminski, Buchautorin, vegane Köchin und Familienmama brachte dieses Jahr die ganze Kaminski-family mit und ihren wie immer farbenfrohen, frischen Wind. Ihre veganen Koch- und Kinderbücher haben mittlerweile eine große Fangemeinde und wir wünschen uns weiterhin so kreative, wie wunderbare Ergebnisse ihrer Arbeit sehen zu dürfen. Ihr neues Kinderbuch „die geschenkte Freiheit“ (eine Tierrechtsgeschichte für die Kleinen) sollte wirklich in jedes Kinderzimmer wandern. Katja ist ein Garant für kulinarische Weisheiten, vegane Lebensweise mit Familie und farbenfrohe Lebenslust. Wer glaubt, dass Veganismus & ernsthafte Tierrechtsarbeit, Familie mit Kindern und fröhlich freier Geschäftssinn nicht zusammenpassen, sollte die Mutter und ihre Kreativwerkstatt kennen lernen.

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Wir könnten jetzt noch viele Seiten füllen mit den Inhalten und Menschen, die die VeggieWorld dieses Jahr wieder zu einem Arbeits-Highlight gemacht haben…

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Und was sagt der Veranstalter selbst?

 

Dazu Torsten Fuhrberg, Geschäftsführer des Messeveranstalters MCO GmbH: „…mit der VeggieWorld, der Messe für Vegetarier, Veganer und Rohkost-Freunde, liegen wir voll im Trend “

 

Wie sagte auch Sebastian Zösch, Geschäftsführer des Trägers VEBU, treffend beschreibt: „Regelmäßige Skandale wie beispielsweise der aktuelle Pferdefleischskandal überzeugen immer mehr Menschen sich vegetarisch oder sogar vegan zu ernähren. Der fleischfreie Lebensstil gewinnt mehr und mehr an Fahrt. Wie der Erfolg der diesjährigen VeggieWorld eindrucksvoll bewiesen hat.“

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Unser Messe-Fazit…bleibt somit das Gleiche wie letztes Jahr

Unser fünfköpfiges Team hat sich fast um die Stimmbänder geredet, gut gegessen, viel gearbeitet, viele überzeugt, wenig geschlafen und eine Menge Freude bei der Arbeit gehabt!. „Heute ist nicht alle Tage – wir kommen wieder, keine Frage“.

 

Euer AP-MESSE- TEAM

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Noch ein interessanter Artikel für jeden wachen Bürger:

http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/erstmals-seit-deutschland-produziert-weniger-fleisch-1.1598856

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Das Delfinarium Münster ist nun Geschichte

Und endlich geht es weiter…

Gegen das Flippern bis zum Tod

 

Wieder schließt eines der letzten verbliebenen deutschen Delfinarien seine Pforten. Das Delfinarium Münster ist nun Geschichte. Zum Glück!

Wie jedes anderes Todesbecken wird auch diese Schließung in die dunklen Kapitel der Sklaverei abtauchen und als Mahnmal hoffentlich dafür sorgen, daß auch die letzten zwei Riesen (Nürnberg & Duisbug) bald folgen.

Animal Peace hat den Kampf gegen Delfinarien vor mehr als 20 Jahren aufgenommen. Wir standen immer wieder mit vielen gleichgesinnten Tierrechts- und Tierschutzorganisationen wie auch bemühten Bürgern vor den Toren der „Todeszone Betonbecken“ um aufzuklären, zu demonstrieren und auf die dunklen, tierquälerischen Machenschaften in der Delfinhaltung aufmerksam zu machen.

Noch letztes Jahr war die gemeinsame Demonstration mit dem WDSF (http://www.wdsf.eu) und dem international bekannten Delfinschützers Ric O´Barry  vor den Toren des Duisburger Zoos eine gute Gelegenheit um Bürger aufzuklären und der Politik, der Stadt Duisburg und den Betreibern weiterhin Druck zu machen.

Der prominente Delfinschützer Ric O’Barry titulierte den Zoo Duisburg als den vielleicht größten Delfin-Friedhof Europas    War mir eine Ehre...    Um die 200 Teilnehmer verschiedener Organisationen versammelten vor dem Zooeingang und folgten so dem Aufruf von Jürgen Ortmüller, Leiter des WDSF

Das Durchhaltevermögen lohnt sich….so einige Delfinarien konnten mit Hilfe vieler Verbündeter in die Aufgabe genötigt werden und wir möchten uns hiermit bei allen bedanken, die mit uns und vor allem mit dem WDSF den Tieren eine Stimme verleihen. Jetzt heißt es auch weiterhin nicht locker lassen bis der Tag endlich gekommen ist und es keine gedrillten, um ihr natürliches Leben gebrachten Delfine in kleine Betonbecken mehr gibt….bis die endlos langen Todeslisten der in diesen qualvollen Verhältnissen verstorbenen Tiere endlich Teil einer dunklen Geschichte sind, die es nie wieder geben darf.

 

 Jürgen Ortmüller, Leiter des WDSF (Wal- und Delfinschutz –Forum).Die unrühmliche Geschichte der Vergewaltigung mit Applaus nimmt in Münster ein Ende und die letzten drei überlebenden Delfine Nando, Palawas und Rocco wurden in die Niederlande verbracht, wo sie nun leben und teils auch geboren wurden. Die Freiheit ist nicht in Sicht, soviel steht fest. Die Tiere werden nie ihrer eigentlichen Natur in den endlosen Weiten des Meeres folgen können um das Leben zu leben auf das sie ein natürliches Recht gehabt hätten. Sie bleiben Gefangene…und doch gibt es einen Grund zu feiern. Niemals wieder werden in Münster Delfine eingesperrt werden können um lebendig begraben in immer wiederkehrenden, würdelosen Shows zur Volksbelustigung beizutragen.

 

Das Delfinarium Münster wurde im Jahr 1974 als „Filiale“ des Dolfinarium im holländischen Harderwijk eröffnet, dorthin wurden die Tiere nun umgesiedelt.

 

Auszug aus der aktuellen Meldung des Altwetterzoos:

 

„Delfine wohlbehalten in Harderwijk eingetroffen!

…am frühen Dienstagmorgen (5.2.) haben die Delfine Nando, Palawas und Rocco das Delphinarium Münster in Richtung Harderwijk in den Niederlanden verlassen. Der Umzug wurde von Tierärzten und Delfintrainern sowie von Spezialisten begleitet, die Erfahrung mit dem Transport dieser Meeressäuger haben. Die Fahrt ins rund 200 km entfernte Harderwijk verlief ruhig und ohne Störungen. Man hat bewusst eine Abfahrtszeit am sehr frühen Morgen gewählt, um Verkehrsstaus zu vermeiden. Im Dolphinarium Harderwijk bezogen die drei Großen Tümmler in der Meereslagune ihr neues Zuhause. Palawas und Rocco wurden 2004 bzw. 2005 in Harderwijk geboren und kennen die dortigen Gegebenheiten. Einzig Nando muss sich an eine neue Umgebung gewöhnen. Er kam 1990 im Tiergarten Nürnberg zur Welt. Aber er sieht in Harderwijk seinen älteren Bruder Nemo wieder, der seit knapp fünf Jahren in den Niederlanden lebt.“ (Quelle: http://www.allwetterzoo.de)

 

AP Tierhof – Kampagne Delfinarium mit WDSF & Ric O´Barry:

 

https://reinholdkassen.wordpress.com/2012/04/01/animal-peace-kampagne-flippern-bis-zum-tod/

 

https://reinholdkassen.wordpress.com/2011/11/28/%E2%80%9Edelfine-gehoren-ins-meer/

 

 

Weitere Informationen finden Sie unter:

 

http://www.wdsf.eu/index.php/delfinarien/delfinarium-muenster

 

 

Presseauszug zur Schließung:

 

http://www.derwesten.de/region/delfine-verlassen-zoo-muenster-weiter-kritik-am-duisburger-delfinarium-id6866253.html

 

http://www.presseportal.de/pm/43450/2395869/delfinschuetzern-platzt-der-kragen-klage-gegen-delfinarium-muenster

 

TV-Bericht ZDF:

 

http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1817422/Delfinarium-in-Muenster-wird-geschlossen#/beitrag/video/1817422/Delfinarium-in-Muenster-wird-geschlossen

 

animal-peace Tierhof und viele Organisationen werden weiterhin vor den Toren der beiden Zoologischen Gärten Duisburg und Nürnberg demonstrieren. Infos und Termine erhalten Sie unter: 

www.animal-peace.net    www.wdsf.eu 

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ANIMAL PEACE zum Welpenverkauf bei Zoo Zajac – DER WESTEN

Warum ein Gegner des Welpenverkaufs mit Zoo Zajac kooperieren würde

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Philipp Wahl – am 01.02.2013

Duisburg.  Dass Zoo Zajac nur 400 statt 1000 Hunde verkauft hat, sei ein Erfolg der „Initiative gegen Welpendiscount“, findet Reinhold Kassen. Warum der Tierschutzaktivist dennoch behauptet, Norbert Zajac zu mögen und warum er manche Zajac-Gegner „Hundehändler übelster Sorte“ nennt.

Seit Jahren kämpft Reinhold Kassen gegen den Handel mit Tieren und Tierfleisch – und darum auch gegen Zoo Zajac. Der Duisburger Tierschutzaktivist demonstriert, sammelt Unterschriften und versucht, seine Botschaften gegen die XXL-Tierhandlung an Menschen und Medien zu bringen. Als Norbert Zajac 2011 bekanntgab, ab Januar 2012 Hundewelpen in seinem Geschäft verkaufen zu wollen, war es Kassen, der den bundesweiten Widerstand im Bündnis „Initiative gegen Welpendiscount“ organisierte. Und nun sagt Kassen, Medienkoordinator der Tierrechtsorganisation Animal Peace, so etwas: „Ich mag ihn. Er hat es weit gebracht.“ Ja doch, der Aktivist meint Norbert Zajac, den Gründer und Chef des laut Guinness-Buch größten Zoofachgeschäftes der Welt. Zajac, so Kossen, sei ein „Ruhrpott-Original und ich glaube, dass ich auch eins bin.“ Damit nicht genug: Zajacs Hundeverkaufsanlage, so Kassen, sei „nicht schlecht“ und „am liebsten würde ich gemeinsame Sache mit Herrn Zajac machen“.

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Reinhold Kassen aus Duisburg organisiert den Widerstand gegen den Welpenhandel bei Zoo Zajac n der „Initiative gegen Welpendiscount“. Eigentlich mag er Norbert Zajac, sagt Kassen. – Foto: Animal Peace

Allerdings hat Kassen nicht etwa die Seite gewechselt. Für den Geschäftsführer des gemeinnützigen Ablegers „Animal-Peace Tierhof“ ist Zajacs Hundeverkauf „immer noch eine Gräueltat“ und „der Tierhandel der moderne Sklavenhandel. Im Zajac-Supermarkt ist es besonders schlimm.“ Beinahe jede Woche, so der 48-Jährige, hätten er und der harte Kern seiner Aktivisten seit dem Start des Welpenverkaufs im Januar 2012 in den Fußgängerzonen an Rhein und Ruhr vor dem Hundekauf bei Zajac gewarnt und Unterschriften gesammelt. Etwa 10.000 Bürger sollen an den Infoständen unterschrieben haben, „um dem gewerblichen Verkauf von Hunden und Katzen in Zoohandlungen Einhalt zu gebieten“.

Vor allem wegen dieser Dauerkampagne, so Kassens Sichtweise, habe Zoo Zajac im ersten Jahr 400 statt 1000 Hunde verkauft – und nicht etwa, weil dem Unternehmen seriöse Lieferanten fehlten. So hatte Norbert Zajac selbst die unter seinen anfänglichen Erwartungen liegenden Verkaufszahlen nach 365 Tagen Welpenhandel erklärt: „Die Nachfrage ist auf jeden Fall da.“ Einen Erfolg will der Geschäftsmann dem Tierrechtler dennoch zugestehen, wie er sagt: „Mit den Dauerprotesten vor meinem Laden hat er zumindest erreicht, dass bis heute keine andere Zoohandlung in Deutschland in den Welpenhandel eingestiegen ist. Das soll mir nur Recht sein.“

 

Tierschützer will Hunde und Katzen in Zoogeschäften verbieten lassen

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Tierschützer Reinhold Kassen (links) im Gespräch mit Norbert Zajac. Foto: Animal Peace

 

Zurück zu Kassens Charmeoffensive. Die lässt den 58-jährigen Adressaten erwartungsgemäß kalt. Kassen indes hofft – allen Ernstes ? – darauf, „dass der Tierfreund Norbert Zajac aufwacht, Tieren in Not mit seinem vielen Geld Gutes tut und dass wir endlich gemeinsam gegen die richtigen Bösewichte vorgehen.“ Mit Zajac als medialem Zugpferd würde er „gerne ein Auffanglager für Wildtiere aus nicht artgerechter privater Haltung aufbauen und die Tiere weitervermitteln. Dasselbe könnte Herr Zajac auch mit Hunden aus dem Tierheim machen. Da wäre er doch auch in den Medien ein Held.“

Will Zajac aber nicht, weil er so nicht für „unseren Qualitätsstandard“ bürgen könne. Und Exoten, die ihren Herr- und Frauchen zu groß geworden sind, lieferten Zoll und Behörden ohnehin schon bei ihm in Duisburg-Neumühl ab, „weil Zoos keinen Platz dafür haben und Tierheime nicht das Know-how“. Kaimane, Riesenschlangen, große Fische und Affenfamilien habe er so beispielsweise schon weitervermittelt.

Hinter dem Annäherungsversuch des Mannes, der schon Anfang der 90er-Jahre für Animal Peace im Dauereinsatz ist, vermutet Norbert Zajac ohnehin „den Versuch, eine neue Einnahmequelle zu generieren“. Was Kassen freilich bestreitet:

Zajac nennt Hunde-Lieferanten nicht – Vorwürfe und Erklärungen

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Foto: WAZ

Zwischen 5000 und 10.000 Euro nehme sein Verein „Animal-Peace Tierhof“, dessen Geschäftsstelle an der Friedrich-Alfred-Straße in Rheinhausen liegt, monatlich ein: „Unsere Fördermitglieder – es sind zurzeit etwa 700, 800 – unterstützen uns monatlich mit jeweils 30 bis 100 Euro, dazu kommen Spenden, auch anderer Organisationen.“

Das Geld investierte er einerseits in Tierhöfe in Moers-Kapellen und Haltern sowie in Aufklärungsarbeit, Kampagnen und „Tierbefreiungen“. Vor wenigen Tagen erst endete die Rettung von 129 Mastschweinen, die der Verein „Rüsselheim e.V.“ in Augsburg freigekauft hatte. „Animal-Peace Tierhof“ half beim Transport auf einen Hof im Berliner Umland mit.

Ein Dauerbrenner bleibt die Kampagne „gegen Wühltischwelpen“. Kassen hofft, den Verkauf von Katzen und Hunden in Zoohandlungen gesetzlich verbieten lassen zu können: „Dazu müssen aber alle deutschen Tierschutzorganisationen und Tierheime an einem Strang ziehen.“

Kunden erfahren nicht, woher Welpe stammt

Bis dahin kritisiert Kassen erst einmal seinen „Lieblingskontrahenten“ Zajac weiter: Der nenne die Namen seiner Welpen-Lieferanten nur nicht, „um irgendwelchen unseriösen Hinterhofzüchter zu decken“. Dass Norbert Zajac genau mit diesen Züchtern keine Geschäfte macht und nur jeden vierten angebotenen Hund kauft, will der Tierschützer ihm nicht glauben.

Der Hundehändler selbst argumentiert, er müsse seine Lieferanten nach den schlechten Erfahrungen Anfang 2012 vor Tierschützern wie Kassen schützen: „Diese Leute haben meine Geschäftspartner beschimpft, haben Demos in deren Vorgärten veranstaltet und ihre Internetseiten gekapert.“

Selbst die Kunden erfahren nicht, woher ihr Hund stammt: Die Tierschützer, so Zajac, „haben wiederholt Testkäufe bei uns gemacht. Ich kann da nicht zwischen Aktivisten und ehrlichen Käufern unterscheiden. Wenn da Adressen in Umlauf geraten, habe ich bald wirklich keine Züchter mehr, die mir gesunde Welpen verkaufen.“

Als die Proteste vor dem Zoogeschäft im Januar 2012 ihren Höhepunkt erreichten, hatten Zajac und Kassen häufiger Gelegenheit zum Gespräch:

Im Duisburger Tierheim wurden wohl noch keine Zajac-Hunde abgegeben

Damals habe Kassen ihm erklärt, dass viele der Tierschützer vor Ort ihre Einnahmequelle durch Zajacs „Sortimentserweiterung“ gefährdet sähen, behauptet Zajac: „Diese Gruppen verkaufen jährlich 500.000 Straßenhunde, die sie zum Beispiel aus Mittelmeerländern einführen, hat Herr Kassen mir erzählt.“

Der Tierrechtler bestreitet diese Aussage, gesteht aber zweierlei: dass tatsächlich viele „vermeintliche Tierschützer als Hundehändler übelster Sorte Geld verdienen“ und dass er sich während der Demonstrationen auch mit Hundezüchtern verbündet habe, denen er selbst kritisch gegenüberstehe. Zumal er jede Form des Tierhandels ablehne.

Vorsitzende des Tierheims kritisiert Hundeverkauf bei Zajac

Im „Tierschutzzentrum Duisburg“, dem städtischen Tierheim, hat seit Beginn des Hundehandels übrigens noch niemand einen Hund abgegeben und Zajac als Bezugsquelle genannt. Das berichtet die Vorsitzende Monika Lange. Sie bleibt dennoch dabei, dass die Zajac-Welpen „in der wichtigsten Phase ihres Lebens, in der Sozialisierungsphase sehr stressige Veränderungen erleben müssen, die bei empfindlichen Tieren Schaden anrichten können.“

So könnten durch die fehlende Prägung Verhaltensauffälligkeiten verursacht werden. Gleichwohl seien die Unterbringung und die Betreuung der Hunde bei Zoo Zajac nicht schlecht, besser sogar als bei vielen Züchtern, so Lange. „Wir sollten aber bei der Bewertung des Hundeverkaufs dort nicht nur Negativbeispiel heranziehen. Es geht eben auch viel besser.“

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