Deutscher Tierhilfe Verband beteiligt sich an Protestaktion: Nicht Tiere, sondern Betrüger gehören hinter Gitter

Tierschützer sperrten Ministerin Ilse Aigner in einen Kaninchenkäfig

In einer medien- und öffentlichkeitswirksamen Aktion setzte das Tierschutzbündnis „Kaninchenmast, nein danke“ Ende September ein Zeichen für die Forderung nach Einführung von Haltungsbedingungen für Mastkaninchen: Ilse Aigner, verantwortliche Ministerin, wurde symbolisch in einen Mastkäfig gesteckt, nachdem das von ihr versprochene „Tierschutzpaket“, welches auch die Situation der Mastkaninchen in Deutschland verbessern soll, bislang auf sich warten lässt.
Im Frühjahr hatte ein Sprecher in Aussicht gestellt, dass im Rahmen der gemeinsamen Planung für EU-Agrarpolitik auch die Haltung von Mastkaninchen endlich durch verbindliche Haltungsvorschriften geregelt werden solle. Das Ministerium hatte dies bestätigt. Im Sommer war zuletzt ein „Eckpunktepapier“ vorgestellt worden, welches zur Ausarbeitung genauerer Anhaltspunkte dienen sollte.


Viele Tierschutzorganisationen, auch das Tierschutzbündnis „Kaninchenmast, nein danke“, hatten sich enttäuscht gezeigt, da der Entwurf keine wirkliche Verbesserung der Haltungsbedingungen vorsieht. Vor allem die Beibehaltung der nicht artgemäßen Käfighaltung ist Tierschützern ein Dorn im Auge. Den Kaninchen soll zudem auch zukünftig nur eine Fläche von etwa einer Zeitungsseite zur Verfügung stehen. Die Tiere müssen mit ihren empfindlichen Pfoten immer noch auf einem Gitterboden stehen, ein Aufrichten soll zwar möglich sein, doch das vorgeschriebene Platzangebot lässt dies nur schwer zu. Auch sollen die Tiere weiterhin in einem Käfig gehalten werden.
Tageslicht, frische Luft, ungestörtes Hoppeln und Graben, all das, was für Kaninchen ein Grundbedürfnis darstellt, ist auch weiterhin nicht vorgesehen. In Berlin wurde daher nun noch einmal öffentlich auf den Missstand aufmerksam gemacht, indem vor dem Ministerium und später vor dem Brandenburger Tor „Ilse Aigner“ symbolisch von als Kaninchen verkleideten Tierschützern in einen Käfig gesperrt wurde. Die Aktion fand statt unter dem Motto: „Nicht Tiere, sondern Betrüger gehören hinter Gitter“ – der Zuspruch der Berliner Bevölkerung war erwartungsgemäß hoch, Presse und Medien berichteten umfangreich; viele Journalisten und Pressevertreter waren der Einladung von „Kaninchenmast, nein danke“ gefolgt und berichteten.

Seit einigen Jahren bereits ist der Schutz des Tieres in der deutschen Verfassung verankert. Nach dem Gesetz dürfte es die Missstände nicht geben, die immer noch alltäglich sind. Doch die Lobby scheint stärker zu sein als der Gesetzgeber. Bei dem zuständigen Ministerium ist die Problematik seit Jahren bekannt. So schrieb die Bundestierärztekammer schon den damals zuständigen Minister Seehofer mehrfach an. Auch andere Tierschutzorganisationen und Vereinigungen verwiesen immer wieder auf das Thema, alles ohne Erfolg – die Quälerei geht weiter. Glücklicherweise nehmen Verbraucher ihren Einfluss immer stärker wahr, und so nehmen immer mehr Handelsunternehmen Abstand vom Verkauf von Kaninchenfleisch aus Käfigmast.

Dennoch ist eine gesetzliche Regelung dringend nötig.

 

Der Deutsche Tierhilfe Verband ist offizieller Partner vom Tierschutzbündnis „Kaninchenmast, nein danke“.

Weitere Informationen unter http://www.kaninchenmast.info

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