Monatsarchiv: Juni 2011

Geplanter Welpenverkauf im größten Zoofachgeschäft der Welt

Zoo Zajac weiter im Kreuzfeuer der Kritik  –  animal-peace Tierhof dankt dem deutschen Tierschutzbund für die klare Linie im aktuellen Fall

DIE  AKTE  ZAJAC  WIRD  IMMER  DICKER

Seit Jahren steht die Duisburger Tierhandlung „Zoo Zajac“ in der Kritik von Tierschützern. So verkauft das Geschäft Wildtiere, die für die Privathaltung nicht geeignet sind, und hat auch mit dem Grundsatz gebrochen, dass Katzen nicht in Zoohandlungen verkauft werden. Jetzt will der Tierhändler Zajac noch einen Schritt weiter gehen und in den Handel mit Hundebabys einsteigen. Bislang hat der Verkauf von Hunden in stillschweigendem Übereinkommen im Zoohandel nicht stattgefunden – nun bricht Zoo Zajac diese Selbstverpflichtung. Rund eine halbe Million Euro investiert er dafür, in der Hoffnung auf lukrative Geschäfte.

Die Tierrechtsorganisation animal-peace Tierhof e.V. lehnt diese Vorhaben entschieden ab und begleitet eine Kampagne gegen das geplante Geschäft mit Wühltischwelpen.

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Kampagne gegen Wühltischwelpen !

Seit März diesen Jahres versammeln sich Tierschützer und Hundefreunde regelmäßig zu Demonstrationsveranstaltungen vor dem Zoofachgeschäft Zajac. Hunderte Teilnehmer zeigen offen ihren Unmut über die verwerfliche Geschäftsidee des Duisburger Unternehmers. Unterstützt wird diese Kampagne von vielen Tierrechts- und Tierschutzorganisationen wie auch animal-peace Tierhof. Der Verein mit Duisburger Sitz ist bei jeder Informationsveranstaltung gegen Zajac päsent.

Initiator der Kampagne sind Massimo Zerbo, ein Hundefreund aus Stuttgart, und die Duisburger Tierschützerin Stefanie Dirks, die zusammen auf Facebook eine eigene Seite zu der Kampagne betreiben und die Entwicklung lückenlos dokumentieren.

“Dem Betreiber Norbert Zajac ist es egal, dass es schon genügend Hunde gibt, die auf die Vermittlung in ein gutes Zuhause warten und dass der zusätzliche Handel mit Hunden verantwortungslos ist. Hier geht es nur um Profit auf Kosten der Tiere.“ so Massimo Zerbo

Negative Auswirkungen von bisher noch unbekanntem Ausmaße sieht animal-peace Tierhof besonders im Bereich der kleinen Tierhändler, die aus wirtschaftlichen Gründen Zajacs Geschäftsidee folgen werden.

„Wenn Zajac an den Plänen des Welpenhandels festhält, wird das darüber hinaus weitere dubiose Trittbrettfahrer sowie kleine Tierhandlungen auf den Plan rufen, die sich diese tierschutzwidrige Geschäftsidee zu nutze machen werden. Dann steht der deutsche Tierschutz schnell vor dem endgültigen Kollaps. Herr Zajac sollte sich seiner Mitverantwortung bewusst sein. Mit seiner Profitgier schafft ‚Zoo Zajac‘ die Tierschutzprobleme von morgen.“ kommentiert Nicola Welp, Mitarbeiterin von animal-peace Tierhof. Ihre Sorge gilt also nicht nur Zajac selbst. Die Prognose ist eindeutig.

„Seit der groß angelegten Kampagne des deutschen Tierhilfe Verbandes (DTV), welcher 2010 zahlreiche Tierhandlungen in Deutschland überprüfte und erschreckende Missstände in der dortigen Tierhaltung dokumentieren konnte, sollte jedem klar sein, dass wir der Flut von kleinen Welpenhändlern nicht mehr Herr werden können, wenn Zajac seine Geschäftsidee durchzieht. Die Folge: an jeder Ecke werden kleine Händler versuchen ihre nach wie vor schwindenden Umsätze mit Hundebabys auszugleichen.Das darf nicht passieren!“

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Öffentliche Reaktionen auf die geplanten „Wühltischwelpen“

Die Pressemeldungen zum Thema häufen sich von Tag zu Tag, der öffentliche Druck auf Zajac steigt. Viele Organisationen wie Peta, das Duisburger Tierheim, der Zentralverband Deutscher Zoofachbetriebe e.V. (ZZF), der deutsche Tierhilfe Verband (DTV), der Bund gegen Missbrauch der Tiere e.V. (bmt), Tasso, diverse weitere Tierschutzvereine und auch der Verband für das deutsche Hundewesen (VDH) beziehen deutlich Stellung gegen Zajacs Geschäftsidee.

Professor Dr. Peter Friedrich, Präsident des VDH, übt offen Kritik: „Auf Kosten der Jungtiere sollen Menschen ins Geschäft gelockt und deren Verweildauer erhöht werden. Zudem werden die ‚süßen‘ und ‚niedlichen‘ Welpen selbst zu einem schnellen Umsatzposten. Viel zu oft aber wird dann nach dem ersten Impuls entschieden. Doch schon jetzt landen viele Tiere in den Tierheimen, weil sie unüberlegt angeschafft wurden, sich dann vielleicht als lästig erweisen oder den Halter überfordern. Auch diese Zahl wird Zoo Zajac steigern.“

Besonders erfreulich ist, dass sich auch Unternehmer und Geschäftspartner des Zoohandels offensiv gegen das Vorhaben wenden. Erste Konsequenzen hat das bayerische Familienunternehmen Interquell, das mit seiner Marke Happy Dog zu den führenden deutschen Futtermittelherstellern gehört, gezogen. Es wird die Geschäftsbeziehungen zum Unternehmen Zoo Zajac einstellen.

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Wo kommt die „Ware“ her?

Bislang ist unklar, woher die Welpen kommen sollen, denn seriöse Züchter geben ihre Tiere nicht an Tierhandlungen. Die Tierschützer befürchten, dass die Hunde aus Massen- oder Hinterhofzuchten kommen. Auch verleitet die Präsentation von süßen Hundebabys zu Spontankäufen, dabei sollte gerade die Anschaffung eines Hundes gut überlegt werden.

Gerade in der Prägephase brauchen Hunde Sicherheit, viel Aufmerksamkeit und eine individuelle liebevolle Betreuung. Dies ist in einem Geschäft mit festen Öffnungszeiten, wechselndem Personal und regem Kundenandrang nicht zu gewährleisten. Häufig leiden solche Hunde später unter Verhaltensstörungen oder haben gesundheitliche Probleme, die den Halter überfordern.

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Tierschutzverein Duisburg  steht als Zajac- Befürworter vor dem Aus

Vor Ort überraschte ein Tierschutzverein der Stadt Duisburg in besonders negativer Weise. Der Tierschutzverein Duisburg e.V. hatte sich mittels eines Infostandes demonstrativ vor den Eingang des Tierhandels gestellt, um unter anderem, so hatte es den Anschein, mögliche Bedenken gegen den Welpenverkauf bei Besuchern im Ansatz zu zerstreuen.

Nicola Welp, Mitarbeiterin von animal-peace Tierhof: „Es entbehrt jeglicher Beschreibung, dass ein Tierschutzverein sich in Zajacs Reihen stellt. Es ist erschütternd, bei einem solch tierschutzrelevanten Thema auch noch gegen einen Verein arbeiten zu müssen, der sich den Tierschutz auf die Fahnen geschrieben hat und sich in einem Gespräch mit uns darauf beruft Mitglied des deutschen Tierschutzbundes zu sein. Wir freuen uns daher sehr über die deutliche und schnelle Reaktion des deutschen Tierschutzbundes.“

Laut einem Bericht der Zeitung RP online droht dem Duisburger Tierschutzverein nun der Ausschluss aus dem Deutschen Tierschutzbund, weil Mitglieder den geplanten Verkauf von Welpen bei Zoo Zajac verteidigt hatten. Ein entsprechender Antrag wurde am Donnerstag auf einer Sondersitzung des Präsidiums in Berlin eingeleitet. „Wir kritisieren das scharf. Ein Hundeverkauf bei Zoo Zajac darf nicht stattfinden“, sagt Thomas Schröder, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Tierschutzbundes. Dass dem Ausschlussantrag zugestimmt wird, gilt als sicher. (Quelle: RP online)

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animal-peace Tierhof sagt DANKE !

animal-peace Tierhof e.V. möchte sich daher hiermit öffentlich bei Herrn Apel (Vorsitzender des deutschen Tierschutzbundes) und dem gesamten deutschen Tierschutzbund bedanken. Es ist eine konsequente und richtige Entscheidung ein Verbandsmitglied auszuschließen, welches für Zajac Werbung macht. Dieser Ausschluss ist ein wichtiger Schritt für die gesamte Kampagne. Es gilt, dass sämtliche Vereine, Organisationen und private Tierschützer weiterhin gemeinsam gegen Zajacs skrupelloses Vorhaben vorgehen und aktiv gegen den europäischen Welpenhandel Flagge zeigen. Dazu gehört für animal-peace Tierhof die tägliche Mitarbeit vor Ort bei den von Massimo Zerbo und Stefanie Dirks durchgeführten Demonstrationen sowie eine effektive Öffentlichkeitsarbeit, die im Zusammenschluss und mit voller Unterstützung großer Verbände wie dem deutschen Tierschutzbund stattfinden kann. Wir sagen DANKE und fordern darüber hinaus auch Vertreter der Politik auf im bestehenden Heimtiergesetz Änderungen vorzunehmen, die dem Welpenhandel in Zoofachgeschäften endlich einen Riegel vorschieben.

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„Die Welt ist kein Machwerk, und die Tiere sind kein Fabrikat zu unserem Gebrauch.Nicht Erbarmen, sondern Gerechtigkeit ist man den Tieren schuldig.“                          (A. Schopenhauer)

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Tierschutzverein in der Kritik – WDR MEDIATHEK – WDR.de

Duisburg: Tierschutzverein vor dem Aus | RP ONLINE

Für weitere Informationen zum Thema nutzen Sie unsere Suchfunktion.

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Deutscher Tierhilfe Verband beteiligt sich mit Infoständen an Postkarten-Aktion

Die Ankündigung der verantwortlichen Bundesministerin Ilse Aigner hatte für Erleichterung gesorgt: Endlich sei im Rahmen eines „Tierschutzpakets“ geplant, u. a. verbindliche Mindestanforderungen an die Haltung von Mastkaninchen zu erlassen, wie ein Sprecher des Ministeriums im Frühjahr verlauten ließ. Diese Pläne, von offizieller Seite später bestätigt, sind von Tierschützern lange erwartet worden, denn die Kaninchenmast ist als eines der wenigen Gebiete auf dem Agrarsektor bisher nicht gesetzlich geregelt. Der Deutsche Tierhilfe Verband, Mitglied des Tierschutzbündnisses „Kaninchenmast, nein danke“, beteiligt sich nun an der Postkartenaktion des Bündnisses und fordert: „Frau Aigner, lassen Sie die Kaninchen frei!“

 

Der Deutsche Tierhilfe Verband möchte mit der Unterstützung der Verbraucher sicherstellen, dass die angekündigten Verbesserungen keine Lippenbekenntnisse bleiben. Wir fordern daher alle Tierschützer und Verbraucher auf, sich an unserer Aktion zu beteiligen. Im Rahmen der bundesweiten Öffentlichkeitsarbeit des Deutschen Tierhilfe Verbands werden derzeit tausende Postkarten über Infostände des Vereins an Konsumenten verteilt.

Auf der Kampagnen-Webseite des Bündnisses können Verbraucher auch die Petition online unterzeichnen sowie Postkarten bestellen, die weiter verteilt und direkt an Frau Aigner eingeschickt werden können.

Hier ein Direkt-Link zur Aktion:

http://www.kaninchenmast.info/wp/protestaktion-aigner/

 

Das Tierschutzbündnis „Kaninchenmast, nein danke“ fordert ein baldiges Ende der Käfighaltung von Mastkaninchen in Deutschland. Zwar ist der Tierschutz mittlerweile im Grundgesetz verankert und sollte damit durch die Verfassung garantiert sein, die Haltung von Mastkaninchen unterliegt jedoch bisher keiner Regelung, obwohl es bereits durch die Veröffentlichung der Mastbedingungen durch Tierschützer in der Vergangenheit schon vermehrt zu Skandalen gekommen ist. Nachdem Verbraucher empört reagiert hatten, war es teilweise zu vorübergehenden  Auslistungen von Kaninchenfleisch aus den Regalen der Verbrauchermärkte gekommen.

Die Aufklärungsarbeit der Tierschützer konnte bereits dazu führen, dass in einigen Ländern die Haltung in Mastkäfigen nicht mehr gestattet ist; das Fleisch deutscher Kaninchen darf etwa in der Schweiz nur mit dem Hinweis „aus in der Schweiz nicht zugelassener Käfighaltung“ vermarktet werden. Die Ankündigung zur Einführung von Haltungsbedingungen für Mastkaninchen im Rahmen der EU-Agrarreform 2013 ist nun für viele Tierschützer mit großen Hoffnungen verbunden, auch in Deutschland eine Verbesserung zu erreichen.

animal-peace Tierhof – Ein ganz normaler Tag und eine weitere Anzeige gegen einen Bauern

Manchmal ist man vollkommen zufällig zur richtigen Zeit am richtigen Ort. So geschehen vor kurzem, als animal-peace Tierhof- Mitarbeiterin Nicola Welp eigentlich nur ihren Wagen parken wollte. Beim Aussteigen dann der flüchtige Blick durch ein Fenster in …einen Kuhstall.

Ich sehe ständig schlimme Missstände in der Tierhaltung und man könnte meinen, dass mich derartige Zustände nicht mehr schocken können, aber so ist es nicht. Ich bin immer wieder neu schockiert und fassungslos, was ich zu sehen bekomme.“  kommentiert Nicola Welp ihren flüchtigen Blick, der Auftakt zur einer Anzeige gegen den Tierhalter sowie interessanter Gesprächsfetzen wurde.

In dem kleinen Laufstall stand der Mist derart hoch, dass die Rinder mit der Wirbelsäule an die Betondecke stiessen, die Größeren unter ihnen somit nicht einmal mehr den Kopf heben konnten. Es roch erbärmlich und neben dem Fenster in einer Ecke des Stalles lag eine tote Kuh. Einige Jungrinder traten auf den Kadaver und stiessen mit den Köpfen an die Decke wenn sie ranghöheren Tieren ausweichen wollten.

Ich habe sofort bei den Nachbarn gefragt, ob dieser Zustand „normal“ sei und es wurde mir erzählt, dass man schon öfter beim Veterinäramt angerufen hätte, da die Rinder im Sommer zwar meist draussen stünden, aber im Winter diese Form der Haltung Dauerzustand sei.“

„Kühe interessieren mich eh nicht!“

animal-peace Tierhof zögerte nicht lange und holte sofort die Polizei sowie einen Vertreter der zuständigen Veterinärbehörde.
Wir waren in der Zwischenzeit vom Knecht des Hofes dem Gelände verwiesen worden und konnten nur kurz mit dem Handy noch ein Foto durchs Stallfenster schiessen. Bei Ankunft der Polizei wurde der Beamte gefragt, ob er den Stall besichtigen wolle und gab höflich zu verstehen, dass es Sache des Veterinäramtes sei die Anzeige aufzunehmen. Er entgegnete Frau Welp nebenbei: „Kühe interessieren mich eh nicht“. Ob wir eine andere Reaktion erwartet hatten? Ein weiterer Kommentar unsererseits ist überflüssig.

„Das Bestandsbuch ist ordentlich geführt!“

Im Gespräch mit dem Herrn, der uns als vom Veterinäramt beauftragt vorgestellt wurde, bekamen wir heitere Informationen, die nicht weiter entfernt vom Thema hätten sein können. Die Hofleitung hätte ein gut geführtes Bestandsbuch, die Rinder alle eine Ohrmarke und die tote Kuh wäre eh schon alt gewesen. Interessante Informationen, die mit dem Sachverhalt der unübersehbaren Haltungsmissstände jedoch Nichts zu tun hatten. Wir konnten nur staunen, wie nett und kumpelhaft der Veterinärsbeamte uns nebenbei zu verstehen gab, dass er aus einer Metzgerfamilie stammt, er bei den Tieren keine Krankheiten entdecken könnte und es sich hier auch nicht um Milchkühe handelte. Punktlandung in Sachen Rinderkunde, warum auch immer das nun wichtig sein sollte.

Wir wiederholten erneut fast gebetsmühlenartig, dass uns die Ohrmarken, Bestandsbücher oder die Rassezuordnung nicht interessieren und wir die Haltung beanstanden. Nicht mehr und nicht weniger! Daraufhin wurden uns nette Geschichten von Rinderrassen und gesunden Beständen erzählt, während dessen der Hofknecht sich darüber wunderte was wir denn überhaupt hätten. Der Stalltrakt würde doch zweimal im Jahr ausgemistet und für die tote Kuh könne er Nichts. Sie sei halt dort gestorben und er könne sie nicht alleine herausholen. Wir erfuhren, dass der Abdecker zum Abtransport der toten Kuh nun bestellt sei und in zwei Tagen den Kadaver aus dem Rinderstall holen werde. Daraus schlussfolgern wir vorsichtig, dass das tote, aufgasende Tier noch zwei Tage dort zwischen den Jungrindern liegen bleibt und es keinen wirklich interessiert.

Irgendwann, nach einer gefühlten Ewigkeit und einer echten Geduldsprobe unserer Nerven, wurde die Anzeige handschriftlich am Wagen aufgenommen. Bisher ohne weiteres Ergebnis. Wir werden jedoch den Fall weiter verfolgen, die Rinderhaltung dort beobachten und unsere Anzeige sicherlich nicht zurücknehmen – ganz im Gegenteil. Wir werden nachhaken.

Das Fazit dieses Tages:

Der Satz „es sind ja nur Tiere“ hat wieder einmal gepasst wie die Faust aufs Auge. Gerade aufgrund des Verhaltens der beteiligten Personen ist es unsere Verpflichtung diesem Betrieb weiterhin alle Aufmerksamkeit zu widmen. Die Tiere können sich nicht wehren und deutlicher hätten uns die Beteiligten ihr grundsätzliches Desinteresse am Wohl der Tiere nicht aufzeigen können.“ so Nicola Welp.

Deutscher Tierhilfe Verband will Welpenverkauf in Tierhandlung verhindern

Hundewelpen werden in Deutschland seit vielen Jahren nicht mehr in Tierhandlungen angeboten. Das ist zwar keine gesetzliche Vorschrift, aber ein Konsens zwischen Tierschützern und Tierhandel. Nun will sich der Tierhändler Norbert Zajac darüber hinwegsetzen und in seinem Geschäft Hundewelpen verkaufen. Der Deutsche Tierhilfe Verband verurteilt dies als tierschutzwidrig und will den Welpenverkauf verhindern.

Seit Jahren steht die Duisburger Tierhandlung „Zoo Zajac“ in der Kritik von Tierschützern. So verkauft das Geschäft Wildtiere, die für
die Privathaltung nicht geeignet sind, und hat auch mit dem Grundsatz  gebrochen, dass Katzen nicht in Zoohandlungen verkauft werden. Jetzt will der Tierhändler Zajac noch einen Schritt weiter gehen und in den Handel mit Hundebabys einsteigen. Rund eine halbe Million Euro investiert er dafür, in der Hoffnung auf lukrative Geschäfte.

Der Deutsche Tierhilfe Verband lehnt diese Vorhaben aus verschiedenen Gründen entschieden ab. So ist bislang unklar, woher die Welpen kommen sollen, seriöse Züchter geben ihre Tiere nicht an Tierhandlungen. Die Tierschützer befürchten, dass die Hunde aus Massen- oder Hinterhofzuchten kommen. Auch verleitet die Präsentation von süßen Hundebabys zu Spontankäufen, dabei sollte gerade die Anschaffung eines Hundes gut überlegt werden. Zudem befürchtet der Deutsche Tierhilfe Verband Nachahmer.

Aber vor allem ist der geplante Welpenhandel aus Sicht des Deutschen Tierhilfe Verbandes absolut tierschutzwidrig.

Reinhold Kassen, Vorstand des Deutschen Tierhilfe Verbandes, erklärt:
„Gerade in der Prägephase brauchen Hunde Sicherheit, viel Aufmerksamkeit und eine individuelle liebevolle Betreuung. Dies ist in
einem Geschäft mit festen Öffnungszeiten, wechselndem Personal und regem Kundenandrang nicht zu gewährleisten. Häufig leiden solche Hunde später unter Verhaltensstörungen oder haben gesundheitliche Probleme, die den Halter überfordern. Mit seiner Profitgier schafft ‚Zoo Zajac‘ die Tierschutzprobleme von morgen.“

Der Deutsche Tierhilfe Verband hat daher bereits an einer Demonstration gegen den Welpenhandel bei „Zoo Zajac“ teilgenommen und auch den Dialog mit Zajac selbst gesucht. „Wir werden all unsere Möglichkeiten ausschöpfen, um den Welpenverkauf zu verhindern“, kündigt Kassen an.

Siehe auch: http://www.deutschertierhilfeverband.de/news_welpenhandel.htm

Deutscher Tierhilfe Verband fordert Verbot der Wildtierhaltung im Zirkus

In Deutschland reisen derzeit über 300 Zirkusunternehmen, vom kleinen Familienzirkus bis hin zum professionellen Showunternehmen. Viele versuchen, mit exotischen Wildtieren das zahlende Publikum zu locken. Was den Zuschauern verborgen bleibt: Hinter den bunten Kulissen fristen die Wildtiere ein elendes Dasein. Der Deutsche Tierhilfe Verband e.V. fordert daher ein Verbot der Wildtierhaltung im Zirkus.

In den Zeiten von Satellitenfernsehen, Internet und 3-D-Kino nimmt das Interesse an Zirkusbesuchen ab. Die Zahl der Zirkusunternehmen scheint jedoch in den letzten Jahren zu steigen. Immer wieder machen sich Mitglieder von Zirkusfamilien mit neuen kleinen Familienzirkussen selbstständig.

Im immer härteren Kampf um die Gunst des Publikums setzen zahlreiche Unternehmen auf exotische Wildtiere. Und so werden in Deutschland hunderte Wildtiere, wie Tiger, Löwen, Elefanten, Giraffen und Nashörner, in kleinen Käfigwagen durch die Lande gekarrt. Alle paar Tage in einer anderen Stadt, auf einem anderen Platz.

Reinhold Kassen, Vorstand des Deutschen Tierhilfe Verbands e.V. (DTV), hält dies für Tierquälerei: „In den engen Käfigwagen und den kleinen mobilen Außengehegen können die Tiere ihre natürlichen Verhaltensweisen nicht annähernd ausleben. Ein Tiger läuft in freier Wildbahn täglich 20–25 km. Im Zirkus werden die Einzelgänger zu 5 Tieren auf gerade einmal 50 qm gehalten.“

Schon vor Jahren waren sich Experten einig, eine artgerechte Haltung von Wildtieren im reisenden Zirkus ist nicht möglich. In anderen Ländern wurden daraus bereits Konsequenzen gezogen. In Österreich, Bulgarien, Dänemark und Schweden ist die Haltung mancher oder gar aller Wildtiere im Zirkus bereits verboten.

Auch in Deutschland gab es entsprechende politische Vorstöße. 2003 sprach sich der Bundesrat für ein grundsätzliches Verbot der Haltung von bestimmten Wildtierarten im Zirkus aus.

Umgesetzt wurde dies von der Bundesregierung bislang nicht. Mittlerweile haben einzelne deutsche Städte die Initiative ergriffen, um zumindest auf ihren städtischen Flächen das Wildtierleid zu beenden.

Reinhold Kassen vom Deutschen Tierhilfe Verband begrüßt diese Initiativen, fordert jedoch ein bundesweites Vorgehen: „Nur durch ein bundesweites Wildtierverbot in Zirkusbetrieben lässt sich das Leid der Tiere beenden“, so Kassen. „Ein solches Verbot bedeutet jedoch nicht, dass Kinder zukünftig keinen Zirkus mehr zu sehen bekommen oder alle Zirkusbetriebe schließen müssen. Es gibt bereits jetzt Zirkusunternehmen wie den weltbekannten Cirque du Soleil oder den Chinesischen Staatszirkus, die ihr Publikum ohne jegliche Tierdarbietungen begeistern.“