Monatsarchiv: Mai 2011

Sklaven der Manege – endlich das Ende von Barelli ?

Tiere im Zirkus – seit Jahrzehnten ein Skandal und Arbeitsplatz der Gegenwehr für Tierrechtsorganisationen

„Ein Zirkus, der Tieren brutale Dressur und ein Leben in Ketten abverlangt betreibt Nichts anderes als eine grausame Vergewaltigung mit Applaus“ beschreibt Reinhold Kassen das leidige Thema Zirkus mit Tieren.

Seit Jahren kämpft animal peace Tierhof gemeinsam mit vielen anderen Tierschutz- und Tierrechtsorganisationen gegen die grausame Zirkuswelt in der Tiere ihr Leben lang leiden müssen. Ein Leben im Zirkus ist ein Leben ohne Ausweg, ein Leben voller Qualen die man als Besucher erst einmal kaum hinter der hübschen Fassade des Vergnügungsbetriebes erahnt. Nun gibt es eine erfreuliche Nachricht aus der Glitzerwelt der Tierschinderei. Zirkus Barelli, seit Jahren immer wieder wegen Verstössen gegen das Tierschutzgesetz auffällig, geriet derart unter Druck dass die Zirkusleitung den Betrieb einstellt. Bei einer groß angelegten Razzia in den frühen Morgenstunden des letzten Donnerstages durchkämmten Polizei und Zoll mit mehr als 100 Beamten den Zirkus. Die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft: Menschenhandel, Hinterziehung von Sozialabgaben und weitere strafrechtliche Verfehlungen. Bereits seit Monaten sitzt die Staatsanwaltschaft dem zwielichtigen Zirkusunternehmen Barelli im Nacken. Neben den Durchsuchungen wurden an die 50 Zeugen als warscheinlich Geschädigte befragt. Zusammen mit den hinterzogenen Sozialabgaben liegt der Schaden laut des leitenden Oberstaatsanwaltes in einer Größenordnung von 700 000 Euro. Menschen aus Rumänien, Spanien und anderen Ländern sollen unter widrigsten Bedingungen geradezu versklavt und bei Arbeitsverweigerung bedroht worden sein. Die Palette der Anschuldigungen geht von Billiglöhnen über Ausbeutung bis hin zu Menschenhandel und Zwangsarbeit. Des Weiteren ist Steuerhinterziehung eines der großen Themen.

Das Barelli nun an der Wand steht und hoffentlich diesmal endlich seiner gerechten Strafe zugeführt werden kann, ist erfreulich. Überrascht hat diese Nachrichtenschlagzeile in der Zentrale von animal peace Tierhof jedoch niemanden.

„Keiner, nicht einmal die Staatsanwaltschaft beobachtet die reisenden Zirkusunternehmen so gut und so lange wie wir. Andauernd gibt es Verstöße gegen das Tierschutzgesetz und es ist den gemeinsam immer wieder kämpfenden Tierschutz- und Tierrechtsorganisationen zu verdanken, dass das Leiden der Tiere endlich auch zu einem politischen Thema wurde. In vielen Ländern ist Zirkus mit Wildtieren bereits verboten. Das in dieser Welt der Tierqual & des organisierten Verbrechens auch Menschen zu leiden haben ist nun wirklich nicht überraschend“

so Reinhold Kassen, Leiter der animal peace Medienkoordination.

„Menschen, die Tiere derart misshandeln machen auch vor anderen Menschen nicht halt. Getan wird, was nicht auffällt und Geld in die Kassen bringt. Dafür ist jedes Mittel recht…ob man nun Menschen oder Tiere züchtigt, einsperrt und gefangen hält.“

animal peace Tierhof und seine Kooperationspartner fordern nun mit Nachdruck, dass auch die dort verbliebenen Tiere endlich Gerechtigkeit erfahren und nicht weiter Opfer bleiben müssen !

Der einzig richtige Schritt kann & muss jetzt sein, die Tiere zu beschlagnahmen und in gute, zirkusfreie Obhut zu geben !

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Notpferd Akarde bei uns in Dauerpflege

Wir danken der tierhilfe e.V. Strasburg !

Nachdem sich im Dezember 2010 die Lage zuspitze und Akardes Zukunft immer unsicherer wurde, bekam Sie den vorerst letzten „freien“ Pflegeplatz bei der Pferdehilfe. Eigentlich war auch bei uns bereits absolutes Aufnahmestop und die Unterbringung eines weiteren Pferdes alles andere als geplant oder möglich. Angesichts der vielen Pferde in Not, der ständigen Anfragen und täglich neuen Notfällen ist es kaum noch machbar, Pferde dauerhaft unterzubringen oder auch wieder zu vermitteln. Wir sind bereits an den Grenzen unserer Kapazitäten angekommen. Akarde hatte Glück im Unglück und landete dann doch noch bei uns…und sie darf bleiben…

Dank der finanziellen Unterstützung der tierhilfe e.V. Strasburg, die sich für die zarte Stute sehr engagiert, konnte doch noch ein abgesicherter Platz zum Leben geschaffen werden. Die sensible Vollblutstute hatte leichte Startprobleme in ihrem neuen Umfeld, da sie vieles nicht kannte und sehr unsicher war….dann kamen Zahnprobleme und Hufprobleme dazu (an dieser Stelle danken wir dem Pferdedentisten M. Gosepath und der Hufpflegerin J. Mahfouth sehr für die liebevolle und kompetente Betreuung ! Ebenso gilt unser Dank Dieter & Silke, die ebenfalls einen großen Anteil daran haben, dass wir Akarde doch noch aufnehmen konnten).

Mittlerweile können wir sagen: die quirlige Vollblutdame ist vollkommen angekommen, fühlt sich pudelwohl und liebt das Leben in ihrer kleinen Herde auf den Weiden. Die temperamentvolle und anfangs eher scheue Stute liebt die täglichen Streicheleinheiten ihres menschlichen Personales, fordert diese geradezu mit Nachdruck ein und hat sich wunderbar entwickelt. Akarde ist souverän, sehr lernfreudig und scheint ein vollkommen zufriedenes Pferd zu sein. Wir freuen uns über ihre positive Entwicklung.

Ohne die vielen helfenden Hände und die Unterstützung der tierhilfe wäre dieses Pferdeleben mehr als gefährdet.
Akarde, animal-peace & die Pferdehilfe danken Euch für die schnelle und anhaltende Hilfe!

Zweite Runde der Kampagne gegen den geplanten Welpenverkauf bei Zoo Zajac

Gegen Wühltischwelpen !

Am Montag, den 28.03.2011 versammelten sich erstmals Tierschützer und Hundefreunde zu einer Informationsveranstaltung vor dem Zoofachgeschäft Zajac. Der Auftakt der Kampagne gegen den von Zajac geplanten Welpenhandel war ein voller Erfolg. Insgesamt 300 Teilnehmer zeigten offen ihren Unmut über die verwerfliche Geschäftsidee des Duisburger Unternehmers. Unterstützt wurde dieser Kampagnenstart von vielen Tierrechts- und Tierschutzorganisationen wie auch animal-peace Tierhof e.V.

Initiator der Kampagne ist Massimo Zerbo, ein Hundefreund aus Stuttgart, der auf Facebook eine eigene Seite zu der Kampagne betreibt.

„Der Bau einer großen Anlage ist bereits fast abgeschlossen.“, so Massimo Zerbo.
“Dem Betreiber Norbert Zajac ist es egal, dass es schon genügend Hunde gibt, die auf die Vermittlung in ein gutes Zuhause warten und dass der zusätzliche Handel mit Hunden verantwortungslos ist. Hier geht es nur um Profit auf Kosten der Tiere.“

Nun ging es gegen Zajacs Vorhaben in die zweite Runde. Am Samstag, den 21 Mai versammelten sich erneut Gegner des geplanten Welpenhandels vor dem Zoofachgeschäft in Duisburg. Auch Vertreter von animal-peace Tierhof und des DTV (Deutscher Tierhilfe Verband) waren vor Ort, um die Kampagne weiter zu begleiten.

„Wir werden die Kampagne gegen Zajac weiterhin unterstützen. Dem rücksichtslosen Geschäft mit Hundewelpen muss Einhalt geboten werden.“ so Reinhold Kassen, Leiter der vereinsübergreifenden animal-peace Medienkoordination.

Der Betreiber Norbert Zajac und die Demonstranten im Gespräch

Die Demonstration am Samstag war gerade erst im Aufbau, da zeigte sich Norbert Zajac persönlich seinen Gegnern und schien einem Gespräch nicht aus dem Wege zu gehen.

Nach einer etwas hitzigen Stimmung zu Beginn des Gesprächsverlaufes konnten zumindest einige der anwesenden Zajac-Gegner am Strassenrand sachlichere Worte mit Zoohandels-Chef Norbert Zajac wechseln.

Reinhold Kassen, Medienkoordinator des DTV (Deutscher Tierhilfe Verband) sprach lange mit Zajac:

„Wir sind und bleiben sicherlich Gegner in der Sache. Herr Zajac äusserte mir gegenüber jedoch seine Bereitschaft zu einem persönlichen Termin. Als Gegner an einem Tisch zu sitzen und sich einer sachlichen Debatte zu nähern, kann nicht verkehrt sein angesichts unserer Verantwortung für die Tiere. Ein fortgeführter Dialog birgt ungeheure Chancen. Wenn Herr Zajac seine Gesprächsbereitschaft nicht zurückzieht, werden wir die Gelegenheit gerne nutzen.“

Über das Geschehen im größten Zoofachgeschäft der Welt hinaus möchte Reinhold Kassen mit Zoo Zajac auch über eine weitere Verantwortung hinsichtlich seines geplanten Welpenverkaufes sprechen.

„Wir konnten mit dem DTV letztes Jahr zahlreiche Tierhandlungen überprüfen und haben skandalöse, geradezu schockierende Ergebnisse zusammengetragen. Auf unsere Anzeige hin wurde auch eine der Zoohandlungen wegen der katastrophalen Zustände innerhalb ihrer Tierhaltung für immer geschlossen.“  fasst Herr Kassen die große DTV-Aktion 2010 zusammen.

„Wenn Zajac an den Plänen des Welpenhandels festhält, wird das dubiose Trittbrettfahrer und Nachahmer auf den Plan rufen, die sich diese tierschutzwidrige Geschäftsidee andernorts zu nutze machen werden. Dann steht der deutsche Tierschutz schnell vor dem endgültigen Kollaps. Herr Zajac sollte sich seiner Mitverantwortung bewusst sein.“

Eine traurige Randerscheinung der Demonstration

Als wenn das Thema Welpenhandel und das damit verbundene Leid vieler tausend Hunde sowie die brisante Lage der überfüllten Tierheime nicht schon gravierend genug wären, überraschte vor Ort ein Tierschutzverein der Stadt Duisburg in besonders negativer Weise. Für Unruhe, verständlichen Unmut sorgte der Tierschutzverein Duisburg e.V., welcher direkt vor Zajacs Ladentür einen Losestand betrieb. Der mit Zajac anscheinend befreundete Verein bezog deutlich Stellung gegen die Demonstration und für den dort geplanten Welpenverkauf. Man sollte nicht glauben, dass ein Tierschutzverein, der sich mit den Realitäten des Tierleides beschäftigen sollte, dermaßen blind in einer wohlwollenden Verbindung zu Zajac steht.

„Ein Tierschutzverein, der sich derart realitätsfremd in Zajacs Reihen stellt sollte sich eher schämen anstatt bunte Lose und Kuscheltiere feil zu bieten. Es entbehrt jeglicher Beschreibung und grenzt für mich an Verrat an den Tieren, die als Handesware verkauft werden. Verantwortungsgefühl und thematische Kenntnis bzgl. der wirklichen Probleme im Tierschutzwesen waren bei den Vertretern des sog. Tierschutzvereines nicht ansatzweise erkennbar. Dieser Verein zeigt mir deutlich, was mit der Umschreibung „schwarzes Schaf der Tierschutzszene“ gemeint sein kann“ so Nicola Welp, animal-peace Tierhof-Aktivistin und Teilnehmerin der Demonstration.

Öffentliche Reaktionen auf die geplanten „Wühltischwelpen“

Die Pressemeldungen zum Thema häufen sich von Tag zu Tag und der öffentliche Druck auf Zajac steigt. Viele Organisationen wie Peta, der Deutsche Tierschutzbund, das Duisburger Tierheim, der Zentralverband Deutscher Zoofachbetriebe e.V. (ZZF), der Bund gegen Missbrauch der Tiere e.V. (bmt), Tasso, diverse weitere Tierschutzvereine und auch der Verband für das deutsche Hundewesen (VDH) beziehen Stellung gegen Zajacs Geschäftsidee.

Professor Dr. Peter Friedrich, Präsident des VDH, übt offen Kritik: „Norbert Zajac, der im letzten Jahr vom Bundesverband mittelständische Wirtschaft zum Unternehmer des Jahres gekürt wurde, setzt sich über die Beschränkung seiner Kollegen hinweg und zwar mit Kalkül: Auf Kosten der Jungtiere sollen Menschen ins Geschäft gelockt und deren Verweildauer erhöht werden. Zudem werden die ‚süßen‘ und ‚niedlichen‘ Welpen selbst zu einem schnellen Umsatzposten. Viel zu oft aber wird dann nach dem ersten Impuls entschieden. Doch schon jetzt landen viele Tiere in den Tierheimen, weil sie unüberlegt angeschafft wurden, sich dann vielleicht als lästig erweisen oder den Halter überfordern. Auch diese Zahl wird Zoo Zajac steigern.“

Besonders erfreulich ist, dass sich auch Unternehmer und Geschäftspartner des Zoohandels offensiv gegen das Vorhaben wenden. Erste Konsequenzen hat das bayerische Familienunternehmen Interquell, das mit seiner Marke Happy Dog zu den führenden deutschen Futtermittelherstellern gehört, gezogen. Es wird die Geschäftsbeziehungen zum Unternehmen Zoo Zajac einstellen.

animal-peace Tierhof wird an dem Thema dranbleiben, die Kampagne gegen Zajac weiterhin nach Kräften unterstützen und über das traurige Thema des Welpenhandels informieren.

Zukünftige Demonstrationstermine und interessante Links zum Thema finden Sie immer aktuell auf unserer Homepage!

Tierrechtsbund Aktiv ruft zum Boykott des „Moskauer Katzentheaters“ auf

Am 21 Mai gastierte im Bremer Ernst Waldau Theater das „Moskauer Katzentheater“. Auf unsere Anfrage ermöglichte die Intendanz des Waldau Theaters uns einen Einblick hinter die Kulissen des Zikusbetriebes. Hierfür möchten wir uns ausdrücklich beim Ernst Waldau Theater bedanken.

Von artgerechter Tierhaltung kann in diesem Unternehmen nicht die Rede sein. Die Katzen in Ihren Käfigen kamen aus dem unter direkter Sonneneinstrahlung stehenden Reisebus erst nach einiger Zeit hinter die Bühne.

Dort wurden die in die Käfige integrierten Katzentoiletten gereinigt. Der Grad der Verunreinigung ließ nur den Schluss zu, daß sie aus diesen Käfigen seit der letzten Show in Berlin am Vortag diese nicht mehr verlassen hatten und auch nun blieben sie die ganze Zeit eingesperrt.
Einen vorgeschriebenen Ruheraum für die Tiere hatte der Zirkusbetreiber weder im Vorfeld, noch bei Ankunft beim Waldau Theater angefragt.

Gegenüber der von uns herbeigerufenen Amtsveterinärin gab der Zirkus an die Tiere zwischen den Shows in Hotels unterzubringen. Für uns ist jedoch klar, daß die Katzen die gesamte Tournee in den Käfigen verbringen. Interessieren würde uns in diesem Zusammenhang, welcher Hotelier seine Zimmer durch 36 Katzen verwüsten lässt.

Tierschützer in Russland werfen dem Katzentheater vor, elektrische Heizer einzusetzen, um den Katzen beizubringen, schnell zu springen. Dabei würden sich die Tiere die Pfoten verbrennen. Im Internet ist zu lesen, dass der frühere Tierarzt des Zirkus beobachtete, wie Katzentheater-Direktor Kuklachev den Tieren beibrachte, still sitzen zu bleiben: „Er bindet den Katzen einen Strick um den Hals, der sich zuzieht, sobald sie springen und ihnen die Luft abschnürt. Sie sterben daran zwar nicht, bekommen aber Panik und Angst“
Was für uns widerliche Tierquälerei ist, ist Aufgrund der Gesetzeslage für das Veterinäramt noch lange kein Grund zum eingreifen, da die für solche Unternehmen geltenden „Leitlinien für die Haltung, Ausbildung und Nutzung von Tieren in Zirkusbetrieben oder ähnlichen Einrichtungen“ Hauskatzen nicht behandeln.

Die von uns herbeigerufene Amtsveterinärin konnte nach Inaugenscheinnahme des Betriebes nicht eingreifen, da die Tiere noch nicht in einem so erbärmlichen Zustand waren, daß eine sofortige Beschlagnahme oder ein Auftrittsverbot durchsetzbar waren. Allenfalls hätte sie Aufgrund unserer Aussagen über die Käfighaltung der Tiere ein Bußgeld verhängen können, welches vom „Moskauer Katzentheater“ in Russland unmöglich einzutreiben wäre. Der Zirkusbetreiber hatte allerdings entgegnet, einen Ruheraum für die Tiere zu haben, dies ist definitiv falsch, wie uns der Intendant des Waldau Theaters mitteilte. Weder wurde ein solcher Raum angefragt, noch wäre es möglich einen solchen zur Verfügung u stellen, da er anschließend nicht mehr zu gebrauchen gewesen wäre.
Wir fordern Ministerin Aigner auf eine Erweiterung der Zirkusleitlinien zum Schutz dort gehaltener Haustiere, sowie eine Verordnung zur Katzenhaltung zu erlassen um den Amtsveterinären eine rechtliche Grundlage zu geben, dem Staatsziel Zirkus auch in solchen Fällen zur Geltung zu verhelfen. Insbesondere sind der Transport der Tiere, Transportdauer, Ruhezeiten, Fütterungs-, sowie Tränkzeiten, Raumbedarf etc.

„Bis dahin muss wieder einmal an den Verbraucher durchsetzen, was die Politik versäumt: Gehen Sie nicht in den „Moskauer Katzenzirkus“. Unterstützen sie so etwas nicht mit Ihrem Geld.“ sagt Andreas Zemke, 1. Vorsitzender des Tierrechtsbund Aktiv e.V.

In der Juniausgabe von Tier Natur Zukunft sehen sie einen ausführlichen Bericht.