Monatsarchiv: April 2011

T N Z – Tier Natur Zukunft

TV Sendungen 2011

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Bunte Tierquälerei

Ostern naht und der Eierverkauf läuft auf Hochtouren. Leider stehen auch hier wieder Tradition & Wirtschaft dem Tierschutzgedanken im Weg.

Wir hören von Konsumenten an den Infoständen immer wieder: „wir essen ja nicht viele Eier und unsere kommen vom Bauern“ … das glauben wir gerne. Doch letztlich ist der deutsche Pro-Kopf-Verbrauch weiterhin gestiegen und darüber hinaus verstecken sich die meisten Eier, die man als Konsument verzehrt, in Fertigprodukten. Produkte, denen man nicht ansieht, wie viel Tierqual ihnen vorausgeht.“ so Reinhold Kassen von animal-peace Tierhof.

Haben Sie sich schon mal gefragt, wie viele Eier aus sog. Intensivhaltung Sie wirklich unbemerkt kaufen? Vielleicht in Backwaren, Fertiggerichten oder anderen Produkten mit tierischen Inhaltsstoffen? Dann wird es im Sinne der Tiere Zeit den eigenen Verbrauch zu überprüfen.

Wie die MEG (Marktinfo Eier und Geflügel) meldete, lag der durchschnittliche Pro-Kopf-Verbrauch 2010 bei 214 Eiern. Das ergibt rund 18 Milliarden Eier. Damit steigerte sich der Verbrauch in den letzten Jahren kontinuierlich. So belief sich der Bestand an Legehennen laut MEG 2010 bereits wieder auf 34 Millionen Stück. 85 Prozent der Legehennen leben immer noch in Käfigen & sog. Kleinvolieren/ Kleingruppenhaltungen, haben dabei nicht viel mehr als eine DIN A4-Seite „Lebensraum“.
Die in der Lebensmittelindustrie verarbeiteten Eier werden fast komplett aus derartigen Intensivhaltungen bezogen.

Die Entwicklung der letzten 10 Jahre zeigt, um den Tierschutz im Bereich der Legehennenhaltung ist es weiterhin schlecht bestellt, schleppend zeigt sich die Diskussion um Gesetzesänderung und man kann nicht behaupten, dass Politik und Wirtschaft aufgrund der hohen Ertragserwartungen ernsthaft auf dem Wege sind, den Tieren endlich zuzugestehen, was moralisch selbstverständlich sein sollte: Ein Leben ohne Leid und Qual. Im Gegenteil, es wird ausgeschlachtet was geht. Nach wie vor…

Und als wenn das nicht schon schlimm genug wäre, wird der Verbraucher auch noch bei jeder Gelegenheit hinters Licht geführt. Es wird geglaubt, dass sich für die Tiere etwas zum besseren geändert hat…und das ist schlichtweg eine dreiste Lüge der Lobbyisten. Reine Augenwischerei.“ kommentiert Nicola Welp, Aktivistin bei animal-peace Tierhof.

Deutschland im Jahre 2001

84% Legehennen in Käfig-Batterien, 17% in Bodenhaltung, 15% im Freiland, 4% in Volieren und 2% in intensiver Auslaufhaltung

im Jahre 2003

Ab 2003 gilt eine größere Mindestkäfigfläche je Henne von 550 cm² statt der bisherigen 450 cm²

im Jahre 2007

Ab.2007 ist die Käfighaltung in Deutschland offiziell verboten. Allerdings eher auf dem Papier als in der Praxis.

In der EU tritt das Verbot erst ab dem 01.01.2012, bis dahin stammt auch jedes zweite in der BRD verarbeitete Ei aus ausländischen Batteriehaltungen. Für den Käufer unbemerkt. Neue Regelungen lassen jedoch auch die Käfighaltung weiterhin zu und moderne
Käfige haben bis zu 20 Jahre Bestandsschutz.

Noch stammt jedes zweite Ei aus dem Ausland

Laut MEG (Marktinfo Eier & Geflügel) stammt rund jedes zweite Ei aus dem Ausland.
In der EU ist die konventionelle Käfighaltung jedoch bis zum 01.01.2012 ohne Einschränkung erlaubt,
bis dahin stammt also jedes zweite in der BRD verarbeitete Ei aus ausländischen Batterie-Qualhaltungen.

Im Jahre 2010/2011

Aus einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts (2010) geht hervor, dass die geplanten Vorschriften zur Haltung von Legehennen in Kleingruppen nicht mit dem Grundgesetz vereinbar sind. Das Bundesverfassungsgericht hat die Regelung zur Legehennen-Haltung dementsprechend gerügt. Die erarbeitete Regelung aus dem Jahr 2006/2007 ist somit als verfassungswidrig betitelt.
Allerdings gilt sie noch bis 2012 !

Eine Neuregelung lässt auf sich warten. Zwar gilt die herkömmliche Käfighaltung schon länger in Deutschland verboten; in Form der Kleingruppenhaltung, bei der die Hennen geringfügig mehr Platz als in Legebatterien haben, gibt es sie aber noch.
Das ist Nichts anderes als spitzfindiger und hinterhältiger Betrug am Verbraucher, dem vorgegaukelt wird es gäbe keine derartige Qualhaltung mehr. Trotz des jüngsten Urteils wird sich also für die in Kleingruppenhaltung lebenden Hennen in ihrem kurzen, qualvollen Leben erst einmal nichts ändern.

Und was viele Verbraucher auch nicht hören sollen:

50 Prozent der für die Eier-Produktion gezüchteten Küken sind männlich. Ungeachtet ihres Leidens werden alle männlichen Küken kurz nach dem Schlüpfen über Aussortierung an Förderbändern von den Weiblichen getrennt und bei lebendigem Leib in Schredder geworfen oder vergast, da sie für die Industrie wertlos sind. Das gilt im Übrigen auch für Bio-Eier. Allein dieser Umgang mit Lebewesen ist eine ethisch-moralische Bankrotterklärung.

Politik und Wirtschaft werden auch Weiterhin jeden Bereich der Intensivnutzung von Legehennen ausreizen, dessen kann man sich im Karussell von Macht, Gier, Lobbyistentum und Millionengewinnen sicher sein. Allein der geforderte Bestandsschutz konventioneller Massentieranlagen über viele weitere Jahre zeigt
deutlich wohin die Reise geht – Ausschöpfen, was geht.

Wir hoffen, dass sich immer mehr Menschen der Industrie um die Eierproduktion abwenden. Es kann nicht sein, dass ethisch-moralische Grundsätze und auch unser nicht beachtetes Tierschutzgesetz derart mit Füssen getreten werden, weil man sich leise hinter vorgehaltener Hand sagt: es sind ja nur Tiere…“ so Nicola Welp von animal-peace Tierhof, die selbst seit 20 Jahren vegan lebt, der Tierschinderindustrie den Verbraucherrücken gekehrt hat.

animal-peace Tierhof wird weiterhin zusammen mit vielen anderen Tierschutz- und Tierrechtsorganisationen auf das Leid der Tiere aufmerksam machen und mit viel Aktionismus gegen diese mörderische Industrie arbeiten.