Fünf Pferde aus insolventem Reitschulbetrieb im Ruhrgebiet gerettet

Fünf sog. Schulpferde ohne Zukunft, ein Ultimatum und kein Happy End in Sicht.

Das war der Beginn einer harten Woche aktiver Tierrettungsarbeit.

Februar 2011- Innerhalb weniger Tage gelang es der Tierrechtsorganisation animal-peace Tierhof e.V. unter Mithilfe der Pferdehilfe Sonnenhof e.V. fünf verwahrloste und teils kranke Pferde aus einem aufgelösten Kinderreitschulbetrieb in Essen (NRW) zu retten und sie bei kompetenten, pferdegerechten Stellen dauerhaft unterzubringen.

Nachdem Vereinsmitglieder und auch der Vorstand der insolventen Kinderreitschule in Essen (NRW) das sinkende Boot verlassen hatten, erhielt die Pferdehilfe Sonnenhof e.V. einen Hilferuf der einzig bei den Pferden verbliebenen Geschäftsführerin. Die Tiere seien in ein paar Tagen obdachlos, sie seien unterversorgt und nur notweise in einem fremden Stall untergebracht, den man nicht zahlen könne.

Nicola Welp, Mitarbeiterin von animal-peace Tierhof e.V. und Mitgründerin der Pferdehilfe Sonnenhof ist Pferdefrau durch und durch:

„Wir haben uns mit der Geschäftsleiterin des insolventen Vereines an einen Tisch gesetzt und eine schnelle sowie den Tieren gerecht werdende Lösung gesucht. Das ist heutzutage alles andere als einfach, denn Pferdehaltung ist ein kostenintensiver Bereich und es gibt tausende von Pferdenotfällen“.

Die ehemaligen Schulpferde konnten nun mit viel Einsatz und engagierten Vereins- wie auch Privatpersonen aus ihrer traurigen Lage befreit werden.

„Ab jetzt dürfen sie endlich Pferd sein und sich erholen. Wir möchten jedoch betonen, dass dieses vermeindliche Happy End ein eher trauriger Zwischenfall ist, der weitaus größere Ausmaße hat als man meinen könnte. Tausende von Schulpferden werden falsch gehalten, dienen dem Menschen als Sportgerät, werden gezüchtigt und gequält und landen nach getaner Arbeit in falschen Händen und beim Pferdeschlachter“, so Nicola Welp.

Die Zukunft ehemaliger Schulpferde sieht meist düster und leidvoll aus. Die Missstände in deutschen Reitschulen und der Umgang mit der Ware Schulpferd ist ein grausames Thema hinter verschlossenen Türen. Kaum jemand nimmt Notiz vom Leiden der Schulpferde und kaum jemand fühlt sich verantwortlich für ein ausgedientes, altes Pferd.

Diese fünf Pferde hatten Glück. Es gab noch einen Menschen im Reitverein, der sich persönlich verantwortlich fühlte und eine Lösung für die Tiere suchte. Doch das ist und bleibt wohl eine Ausnahme.

In den meisten Fällen, so schätzt Frau Welp die Lage ein, verschwinden die kaputt gerittenen Pferde in der Versenkung sobald sie keinen wirtschaftlichen Gewinn mehr abwerfen. Ein Thema, über das man nicht spricht, weil es dem Ruf der deutschen Reiterei schadet – einer Pferdewirtschaft, die jährlich Millionen verdient. animal-peace Tierhof und die Pferdehilfe werden weiter daran arbeiten, dass diesem grausamen Thema mehr Beachtung geschenkt werden muss.

Infos    http://www.animal-peace.net

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Kommentare

  • Marion  On 13. April 2012 at 15:14

    Leider dienen die meisten Pferde dem Geschäft,sind eine Verdienstmöglichkeit und so werden sie dann auch behandelt,wenn sie keinen Nutzen mehr bringen.Gut ist,das es aber immer mehr Menschen gibt,die sich mit dem Pferd auch der verantwortung für ein Leben bewußt sind oder wo es möglich ist helfen wo Not ist und nicht nur wegschauen.
    Immer wieder Danke an diese Helfer…….

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