Monatsarchiv: April 2010

Alltag der Mastkaninchen in Deutschland

Kaninchen hinter Gittern

  Videodokumentation zeigt Alltag der Mastkaninchen in Deutschland

 

Als festlicher Braten haben die Kaninchen vor allem zu Ostern Hochkonjunktur, ihr Fleisch gilt als zart, fett- sowie cholesterinarm und steht gerade bei dem bewussten Konsumenten hoch im Kurs. So hat sich der Fleischabsatz seit 1995 regelrecht verdoppelt, mehr als 30 Millionen Kaninchen werden in Deutschland jedes Jahr verzehrt, Tendenz stark steigend. Dabei werden die Tiere alles andere als artgerecht gehalten, in riesigen Masthallen fristen sie ein trauriges und leidvolles Leben. Enge Boxen und dicke Gitterstäbe schnüren den verängstigten Kaninchen buchstäblich die Luft zum Atmen ab. Tageslicht, Heu, Auslauf gibt es nicht. Ein qualvolles Dasein einer gequälten Kreatur; geboren, um zu sterben. Die Videodokumentation „Kaninchen hinter Gittern – wenn Hoppeln unmöglich ist“ zeigt einen Blick hinter die Kulissen der brutalen Wirklichkeit in der Kaninchenproduktion. Es wird auch aufgezeigt, wie Handelskonzerne und Lobbyisten versuchen, Tierquälerei hinter einer glänzenden Fassade zu verbergen.

www.tierschutzbilder.de

Milo und Digger droht der Gang zum Schlachter

Notfall ! Dringend!
 
Wir suchen dringend einen schönen Platz für zwei Pferde, die vom Veterinäramt aus schlechter Haltung beschlagnahmt wurden.
Die beiden liebenswerten Jungs haben nicht gerade eine schöne und wohl behütete Zeit hinter sich, müssen dringend aufgepäppelt werden und brauchen ein artgerechtes Zuhause bei verantwortungsvollen Menschen.
Milo und Digger hängen sehr aneinander und würden gerne zusammen in einen Offenstall ziehen.
Dort, wo sie jetzt notweise untergebracht sind, können sie nicht bleiben.
Wir haben sie heute angeschaut um uns ein Bild von ihnen zu machen und hoffen, dass wir schnell einen geeigneten Platz für sie finden. Milo und Digger droht sonst der Gang zum Schlachter.
 
Digger
 
Wallach, braun, schätzungsweise 22-25 Jahre alt, Kaltblut-Mix, zutraulich und brav im Umgang, verlade- und schmiedefromm
Digger ist momentan schlecht ernährt und muss hochgefüttert werden. Die Hochfütterung sollte aber seinem Gesundheitszustand entsprechend langsam von Statten gehen, da der Verdacht besteht, dass er unter dem Cushing-Syndrom mit starker Hufrehegefährdung leidet. Weiterhin müssen seine Zähne behandelt werden, er kam mit schwerem Parasitenbefall und Strahlfäule in die Notstation. Er geht vorne beidseitig noch etwas lahm und zeigt einen Wendeschmerz, was bei seinem Allgemeinzustand nicht verwunderlich ist. Seine und Milos Hufe wurden nun bereits von einem Schmied korrigiert.
Er ist sehr brav im Umgang und überhaupt nicht scheu…ein echter Schmusekumpel, der einen Lebensabend in liebevoller Umgebung mehr als verdient hat. 
 
Milo
 
Wallach, Fuchs, schätzungsweise 17-19 Jahre alt, Kaltblut-Mix, etwas zurückhaltend aber brav im Umgang verlade- und schmiedefromm
Milo ist ebenfalls schlecht ernährt und muss noch hochgefüttert werden. Vom Allgemeinzustand ist er dennoch etwas stabiler als Digger. Milo kam mit einer Strahlfäule an den Hinterhufen und schwerem Parasitenbefall an. Weiterhin müssen die Zähne dringend behandelt werden. Er hat eine einseitige Sinusitis (Entzündung der Schleimhäute in der Kieferhöhle mit Nasenausfluss), die vielleicht von einer Zahnentzündung herrührt. Laut Angabe soll er 13 Jahre alt sein, wir schätzen ihn aufgrund seines Zahnalters allerdings auf eher 17-19 Jahre.
Milo ist im Umgang etwas zurückhaltend, wenn man ihm aber kurz Zeit lässt jemanden zu begrüßen ist er sehr verschmust. Er orientiert sich sehr an seinem Partner Digger, den man nicht von ihm trennen sollte. Beide haben einen ruhigen Lebensabend in liebevoller Umgebung mehr als verdient.
 
Wer Interesse an Milo und Digger hat, der melde sich bitte bei uns… es bleibt uns leider nicht viel Zeit!
Eine Beteiligung an den Tierarztkosten wird angeboten und ein Schutzvertrag mit regelmäßiger Nachkontrolle gilt als selbstverständlich!
 
Kontakt Nico Welp über email:
 
 
 

45.000 Unterschriften gegen Kaninchenmast

 Deutscher-Tierhilfe-Verband und Tierschutzbündnis „Kaninchenmast, nein danke“ überreichen 45.000 Unterschriften gegen Kaninchenmast-Betriebe an Behörde
Mitarbeiter des Deutschen Tierhilfe Verbandes, offizieller Partner des Tierschutzbündnisses „Kaninchenmast, nein danke“, sowie Aktivisten des Bündnisses haben die im letzten Jahr gesammelten Unterschriften von Menschen, die sich im Kampf für eine artgerechte Kaninchenhaltung engagieren, dem zuständigen Bundesministerium übergeben. Über 70 Vereine und Organisationen konnten bundesweit mehr als 45.000 Unterschriften gegen die erschütternden Zustände in deutschen Kaninchenmastanlagen sammeln.

„Die Übergabe der Unterschriften ist ein wichtiges Symbol für unsere Kampagne. Die enorme Beteiligung ist ein Zeichen dafür, dass das Thema Kaninchenmast auch in der Bevölkerung aktuell diskutiert wird“, kommentiert Michael Freitag, Mitarbeiter der Öffentlichkeitsarbeit des Deutschen Tierhilfe Verbands.

Gerade in der vorösterlichen Zeit zieht der Konsum von Kaninchenfleisch erfahrungsgemäß regelmäßig an, weshalb das Bündnis verstärkt auf das Thema aufmerksam machen möchte. „Die Unterschriftenaktion war ein voller Erfolg. Wir haben den Zeitpunkt der Übergabe bewusst gewählt, um kurz vor Ostern auf die Situation der Mastkaninchen aufmerksam zu machen. Dass die Haltung der Tiere bisher nicht gesetzlich geregelt ist, ist eine Schande für die deutsche Agrarpolitik. Wir sehen dringenden Handlungsbedarf und möchten mit unserer Kampagne auch die verantwortlichen Politiker endlich zu den nötigen Entscheidungen aufrufen“, so Ingo Schulz, Sprecher des Bündnisses „Kaninchenmast, nein danke“.

Kaninchenfleisch ist für viele immer noch eine gesunde Alternative zu Rind oder Schwein, es gilt als cholesterinarm, hat einen niedrigen Fett-, dabei aber hohen Eiweißgehalt. Über 25 Millionen Kaninchen werden jedes Jahr verspeist – doch die meisten Verbraucher wissen nicht, woher das Fleisch der Tiere stammt, das in den Supermärkten verkauft wird. Deutschlandweit gibt es etwa 100 industrielle Kaninchenmastanlagen, in denen Kaninchen – ähnlich wie Hühner in den mittlerweile verbotenen traditionellen Legebatterien – in engen Käfigreihen gehalten werden. Die Drahtgitterkäfige haben keine Böden, sodass Kot und Futterreste nicht im Käfig bleiben. Jedoch schneiden die Gitter in die empfindlichen Pfoten der Tiere und verursachen schwere Verletzungen; durch die von den sich unter den Käfigen auftürmenden Kotbergen hochsteigenden Ammoniakgase leiden Mastkaninchen zudem häufig an entzündeten Schleimhäuten. Doch eine „Verlustrate“ im zweistelligen Prozentbereich nehmen Kaninchenmäster bei ihrer Arbeit in Kauf.

Die Kaninchenmast zählt zu den wenigen Zweigen der Agrarindustrie, die in Deutschland noch nicht durch tierschutzrelevante Auflagen geregelt werden, einzig der Mäster entscheidet über das Wohl der Tiere. Um endlich den Erlass verbindlicher Richtlinien für eine artgerechte Haltung von Kaninchen zu erreichen, hat sich das Tierschutzbündnis „Kaninchenmast, nein danke“ gegründet, der Deutsche Tierhilfeverband gehört seit langem zu den offiziellen Partnern.

Vor wenigen Tagen erst sorgte eine öffentlichkeitswirksame Aktion in Berlin für Aufsehen: Janine Habeck, „Playboy-Playmate des Jahrtausends“ und weitere Models engagierten sich als „Bunnys für Bunnys“. Für ein Fotoshooting posierten die leichtbekleideten Models im Kaninchenkostüm; später verteilten sie in der Berliner Innenstadt Flugblätter der Kampagne. Die Aktion stieß auf reges Interesse der Berliner Bevölkerung, viele Medien berichteten.

Weitere Informationen zum Thema Kaninchenmast finden Sie unter www.kaninchenmast.info. Hier finden Sie auch einen Trailer zur aktuellen Videodokumentation von „Kaninchenmast, nein danke.“