Monatsarchiv: März 2010

Zu Ostern gilt: Augen auf beim Eierkauf!

 Zu Ostern gilt: Augen auf beim Eierkauf!

 Seit dem 01.01.2010 ist die Haltung von Legehennen in herkömmlichen Käfigbatterien bundesweit verboten. Doch dies bedeutet keineswegs, dass sich in den Regalen nun keine Käfigeier mehr finden. Gerade zur Osterzeit werden Unmengen ausländischer Eier als gefärbte Ostereier verkauft – der Eierstempel, an dem der Kunde erkennen kann, welcher Haltungsform das Ei entstammt, findet sich hier nicht.

Die Stempelpflicht gilt nur für Frischeier; da gefärbte Eier aber schon vor dem Färben gekocht werden, zählen sie zu den verarbeiteten Eiern und müssen keinen Stempel tragen. Weil sie in der Produktion die geringsten Kosten verursachen, werden deshalb hier meist Eier aus Käfighaltung verkauft.

Der Eierstempel, den frisch verkaufte Schaleneier seit 2004 in der EU tragen müssen, ist für verantwortungsbewusste Verbraucher eine Hilfestellung: Mit einem Code gibt er Aufschluss über die Haltungsform der Legehennen. Die erste Ziffer des Stempels, noch vor dem Kürzel des Erzeugerlandes und der Kennnummer des Hofes, gibt an, ob das Ei aus Käfighaltung (3), Bodenhaltung (2), Freiland- (1) oder Biohaltung (0) stammt. Die Käfighaltung in Deutschland darf mittlerweile nur noch in Kleingruppenhaltung stattfinden, die Tiere bekommen hierbei keinerlei Auslauf; Hühner in Bodenhaltung dürften immerhin frei im Stall herumlaufen, doch meist ist kein Platz dafür da, denn die Hühnerhalter stopfen die Ställe häufig sehr voll. Freilandhühnern muss ein Mindestmaß an Auslauf zur Verfügung stehen, Biohühner werden zudem nach ökologischen Standpunkten gehalten und gefüttert.

Der Absatzanteil von käfiglosen Haltungsformen befindet sich seit der Einführung der Stempelpflicht auf dem Vormarsch; doch immer noch stammt ein beträchtlicher Teil der verbrauchten Eier aus der Käfighaltung. Dies liegt vor allem daran, dass in Back- und Teigwaren aufgrund der niedrigeren Kosten – und wegen der fehlenden Verpflichtung zur Herkunftsangabe auf dem fertigen Produkt – überwiegend Käfigeier verarbeitet werden; dass jedoch auch Ostereier von der Kennzeichnungspflicht ausgenommen sind, wissen viele Verbraucher nicht.

Die traditionelle Legebatterie ist in Deutschland nun verboten, im europäischen Ausland jedoch noch erlaubt. So finden sich unter den gefärbten Eiern vor allem Käfigeier aus dem Ausland – und Eier aus der deutschen Kleingruppenhaltung, die ebenfalls zur Käfighaltung zählt und von Tierschützern als nicht artgerecht eingestuft wird. Nach offiziellen Angaben des Bauernverbandes macht der Anteil deutscher Eier insgesamt nur noch knapp über die Hälfte aller verkauften Eier in Deutschland aus. Wer also sichergehen möchte, die hierzulande bereits verbotene Käfighaltung nicht zu unterstützen, sollte keine Ostereier im Supermarkt kaufen. „Die Käfighaltung von Legehennen, ob in Einzelkäfigen oder ‚Kleingruppen‘, ist nicht artgerecht, da sie weder Platz zum Scharren und Picken noch zum Sandbaden haben“, erklärt Michael Freitag, Mitarbeiter der Öffentlichkeitsarbeit vom Deutschen Tierhilfe Verband. „Auch die Kleingruppenhaltung ist nur Augenwischerei. Hier hat ein Huhn knapp 800 statt 550 cm² zur Verfügung – immer noch weniger als ein DIN-A-4-Briefbogen. Am tierquälerischen Aspekt der Käfighaltung hat sich wenig geändert.“ Besonders deutlich wird dies am Vergleich mit der ökologischen Haltung von Legehennen: Ein Huhn in Biohaltung hat 4 m² zur Verfügung. Daher unser Tipp:

Gefärbte Ostereier im Bioladen oder frische Eier aus Bio- oder Freilandhaltung kaufen und selbst färben, zum Beispiel mit Rote Beete, Fliederblüten, Petersilie oder Karotten.

Kasten:

Was bedeutet der Stempel auf dem Ei?

Der Stempel auf der Schale ist dreiteilig, z.B.: 0 – DE – 654321

Die erste Ziffer gibt die Haltungsform der Legehennen an und ist daher für den Tierschutz am relevantesten:

0 steht für ökologische Erzeugung,

1 für Freilandhaltung,

2 für Bodenhaltung

und die 3 für Käfighaltung.

Die nachfolgenden beiden Buchstaben geben die so genannte Länderkennung an und geben Auskunft darüber, aus welchem Land das Ei stammt. DE = Deutschland, NL = Niederlande, FR = Frankreich, DK = Dänemark

Die mehrstellige Zahlenfolge am Ende des Codes gibt den Betrieb an, die letzte Ziffer ist die Stallnummer.

Wenn Sie wissen wollen, woher Ihr Frühstücksei stammt, dann können Sie hier den Eierstempel eintragen und sich anzeigen lassen, wo der Hühnerstall steht und wie die Hühner gehalten werden: https://www.qualitrail.de/wsade/index.jsf

Tierrechtsbund-Aktiv TV – Mach mit!

Lust auf TV?

Das Tierrechtsmagazin „Tierrechtsbund Aktiv TV“ wird mittlerweile fast bundesweit ausgestrahlt.
Um auch über jede Region berichten zu können brauchen wir Ihre Hilfe:

  • Haben Sie selber Lust TV-Beiträge für Tierrechtsbund Aktiv TV zu produzieren?
  • Oder sind Sie auf ein Thema gestoßen welches berichtenswert ist?
  • Oder sind Sie selber aktiv im Tierschutz und möchten sich in unserer TV-Sendung vorstellen?

Dann rufen Sie uns an (0421/70 88 020) oder schreiben Sie uns eine Email

Tierrechtsbund Aktiv TV – Das Tierrechtsmagazin

 

Seit Mitte 2005 ist der Tierrechtsbund Aktiv e.V. auf Sendung. Monatlich wird unser Tierrechtsmagazin auf momentan ca.30 „Offenen Kanälen“ ausgestrahlt.

Aktuelle Tierrechts- und Tierschutzthemen

Beiträge z. B. über Ethik, Massentierhaltung, Alternativen, Aktionen usw.

Tiervermittlung

Vorstellung von Tieren aus Heimen zwecks Vermittlung unter Einblendung von Kontaktdaten der jeweiligen Tierheime.

Gesundheit

Vorstellung von alternativen Heilmethoden und Spezialfällen. Beiträge aus Spezialkliniken und Fachpraxen, Gespräche mit spezialisierten Ärzten.

Aktionen

 Projekte und Aktionen des Tierrechtsbund Aktiv e. V. und anderer Tierschutz-Organisationen.

Alternative Ernährung

Aufzeigen von Möglichkeiten veganer Ernährung, Rezepte und Tips

www.tierrechtsbund-aktiv.de

 

„Bunnys für Bunnys“

 Deutscher Tierhilfe Verband beteiligt sich an „Bunnys für Bunnys“-Aktion in Berlin

Gerade in der vorösterlichen Zeit traditionell steigenden Verzehr von Kaninchenfleisch nimmt das Tierschutzbündnis zum Anlass, auf die Missstände in der herkömmlichen Haltung von Mastkaninchen aufmerksam zu machen. In einer spektakulären Aktion verteilten leichtbekleidete Fotomodells Flugblätter auf dem Ku´damm, auf denen auf die grausame Situation der Kaninchen hingewiesen wird. Zuvor hatten die Models an einem Fotoshooting im Kaninchenkostüm teilgenommen, die Bilder daraus werden den weiteren Verlauf der Kampagne begleiten. Besonderes Highlight: Beim Shooting bekamen die Models prominente Unterstützung. Janine Habeck, Cover- Playmate 2004 und 2006 sowie Miss German Playmate of the year, zierte schon mehrfach das Cover des deutschen Playboys; gerade wurde sie zum Playmate des Jahrtausends gekürt und lächelt vom aktuellen Cover der Zeitschrift. Sie engagiert sich seit Jahren auch für den Tierschutz, so etwa gegen das Tragen von Pelz.

Die industrielle Kaninchenmast zählt zu den wenigen Zweigen der Agrarindustrie, welche nicht durch Mindestanforderungen im Sinne des Tierschutzgesetzes geregelt ist. Dies führt dazu, dass in vielen Fällen die Masthaltung ausschließlich durch Nutzen-Kosten- Überlegungen geregelt und damit durch den Profit gesteuert wird: Auf Drahtgitter gehaltene Tiere sorgen für weniger Personaleinsatz, da Kot und Futterreste nicht in den kleinen Käfigen verbleiben können. Das dünne Drahtgeflecht jedoch verursacht schwere Wunden, die sich in der Regel entzünden, weil sie nicht behandelt werden. Von den sich unter den Käfigreihen auftürmenden Kotbergen aufsteigende Ammoniakgase reizen die Schleimhäute der Tiere extrem, sodass auch diese sich oft entzünden. Eine zweistellige Verlustrate nehmen Kaninchenmäster jedoch in Kauf, der Verkauf von Fleisch und Fellen lohnt sich.

Das Tierschutzbündnis „Kaninchenmast, nein danke“ hat sich zum Ziel gesetzt, gegen diesen Missstand vorzugehen und dabei breiten Rückhalt in der Bevölkerung gefunden; so wurden über 40.000 Unterschriften gesammelt, die in Kürze dem zuständigen Ministerium übergeben werden. Durch zahlreiche Erfolge konnte das Bündnis bundesweit Aufsehen und mediales Interesse erregen. Die Aktion „Bunnys für Bunnys“ ist nun ein weiteres Erfolgserlebnis für die Kampagne liefern, auch wurde in diesem Rahmen eine neue Fotostrecke zur Repräsentation mit hohem Wiedererkennungswert erstellt: „Drei wunderschöne Models engagieren sich für die Kaninchen und stellen sich im knappen Hasenkostüm für ein Fotoshooting zur Verfügung. Anschließend werben sie im sommerlichen Kaninchenkostüm in der Berliner Öffentlichkeit. Dieses ungewöhnliche Konzept erregte die Aufmerksamkeit der Berliner Bevölkerung“, so ein Sprecher der Kampagne „Kaninchenmast, nein danke“.

Fotos :  „Tierschutzbündnis Kaninchenmast, nein danke/ Helmut Biess, Capital Duck Studio“

Auch der Deutsche Tierhilfe Verband unterstützte die Aktion ausdrücklich und beteiligt sich daran. Michael Freitag, Mitarbeiter der Öffentlichkeitsarbeit des Deutschen Tierhilfe Verbands (DTV): „Der DTV ist stolz, nicht nur das Bündnis, sondern damit auch diese Aktion zu unterstützen und mitzutragen. Die enorme Resonanz der Öffentlichkeit zeigt uns, wie wichtig unsere Arbeit zur Verbesserung der Haltungsbedingungen für Mastkaninchen ist. Die Aktion war ein voller Erfolg für unsere Kampagne.“ Weitere Informationen zur Kampagne und zur Aktion finden Sie unter www.kaninchenmast.info.

Playboy‑ Playmate des Jahrtausends

Playboy‑ Playmate des Jahrtausends Janine Habeck und weitere Models sind „Bunnys für Bunnys“

In der Osterzeit möchte das Tierschutzbündnis „Kaninchenmast, nein danke“ mit einer ungewöhnlichen Aktion auf das leidvolle Leben der Mastkaninchen in Deutschland aufmerksam machen. Zu Ostern wird vielerorts traditionell Kaninchen gegessen, das Fleisch der Tiere liegt im Trend, nach den Skandalen um BSE, MKS und Vogelgrippe hat sich der Verzehr von 1995 auf 2008 regelrecht verdoppelt. Unter deutschen Konsumenten gilt das Fleisch als besonders fett‑ und cholesterinarm, mehr als 25 Millionen Kaninchen werden so jährlich verspeist. Doch wie die Tiere gehalten werden, bleibt für den ahnungslosen Verbraucher meist im Dunkeln verborgen. Lobbyvereinigung und Handelskonzerne suggerieren gerne eine ländliche Tieridylle, doch das Gegenteil ist oftmals der Fall. In engen Käfigen hocken tausende Kaninchen und warten auf ihren Tod, artgerechte Haltung: Fehlanzeige, das Geschäft mit der Ware Tiere.

cover042Unter dem Tierschutzbündnis „Kaninchenmast, nein danke“ haben sich bundesweit mehr als 70 Tierschutzvereine und Organisationen zusammengeschlossen, um für eine gesetzliche Haltungsverordnung für Mastkaninchen sowie für die Abschaffung der Käfighaltung zu kämpfen.
Um in der Osterzeit auf das Thema Kaninchenmast aufmerksam zu machen, hat das Tierschutzbündnis die Aktion „Bunnys für Bunnys“ ins Leben gerufen.  Wunderschöne Models engagieren sich für die Kaninchen und stellen sich im knappen Hasenkostüm für ein Fotoshooting zur Verfügung‑ unter ihnen auch ein echtes, ganz besonderes „Playmate“: Janine Habeck, Cover‑ Playmate 2004 und 2006 sowie Miss German Playmate of the year, zierte schon mehrfach das Cover des deutschen Playboys; gerade wurde sie zum Playmate des Jahrtausends gekürt und lächelt vom aktuellen Cover der Zeitschrift. Sie engagiert sich seit Jahren auch für den Tierschutz, so etwa gegen das Tragen von Pelz.
Die Bilder des Shootings werden für eine bundesweite Plakataktion genutzt. Nach dem Shooting werden die Models im Hasenkostüm Flyer auf dem Berliner Kudamm verteilen, um die Bevölkerung über die katastrophalen Haltungsbedingungen in deutschen Kaninchenmastställen zu informieren.

Fotoquelle: Martin Schaumweber für den Playboy April 2010

Verbot von Pelzfarmen

Deutscher Tierhilfe Verband e.V. fordert Verbot von Pelzfarmen

 Bundesweite Unterschriften-Aktion gestartet  
Immer noch fristen Millionen von Nerzen auf deutschen Pelzfarmen ein trauriges Dasein. Der Deutsche Tierhilfe Verband fordert nun ein generelles und umfassendes Verbot von Pelztierfarmen. Politik, Verbraucher und Tierschützer müssen an einem Strang ziehen, um der Pelzlobbyden Garaus zu machen.
Jedes Jahr werden weltweit über 30 Millionen Tiere getötet, allein um die deutsche Pelzlust zu befriedigen. Besonders gefragt sind nach wie vor Nerze – auf Zuchtfarmen fristen sie ein kurzes und qualvolles Leben. Eingepfercht in engen Drahtkäfigen warten sie auf die Vergasung oder zerfleischen sich aus Langeweile gegenseitig. Artgerechte Haltung: Fehlanzeige. Das blutige Geschäft mit den Pelztieren!
Videoaufnahmen belegen Tierquälerei: Bei Filmarbeiten fanden die Tierschutz-Aktivisten viele Tiere mit Bisswunden, ganz offensichtlich wurden die Tiere nicht tierärztlich behandelt.
Der Kot türmte sich in den Käfigen. Die Nerze müssen in ihrem eigenen Unrat leben. Die Enge in solchen Pelztierfarmen führt zu artfremdem Verhalten wie Kannibalismus, das heißt, dass sich die Tiere gegenseitig zerfleischen. Die Monotonie in den engen Käfigen macht die Tiere wahnsinnig, sie laufen nur noch im Kreis. Stereotypes Verhalten ist zu beobachten. Daran sind ausschließlich die Haltungsbedingungen auf den Farmen schuld.
Vor ein paar Jahren wurde das Thema Pelz noch viel sensibler gehandhabt. Starmodels ließen alle Hüllen für Antipelzkampagnen fallen. Mit Slogans wie „Lieber nackt als mit Pelz“ posierten sie für die großen Mode-Magazine, „Anti-Pelz“ war in. Auch die groß angelegten Öffentlichkeitsaktionen von Tierschutzorganisationen führten dazu, dass die Umsätze der Pelzindustrie einbrachen. Doch das ist heute alles vergessen. Mit millionenschweren PRKampagnenhat sich die Pelzindustrie selbst ein positives Image erschaffen. Pseudogutachten von gut bezahlten Wissenschaftlern helfen, das öffentliche Bild von Pelzfarmen zu schönen.
Nicht ohne Grund befinden sich Pelzfarmen versteckt in Wäldern hinter hohen Mauern und Zäunen. Zusätzlich sind die Anlagen mit der neuesten Technik gegen neugierige Blicke gesichert.
Aber auch die Farmer selbst wissen genau, wie man mit lästigen „Besuchern“ umzugehen hat, wie die Filmemacher es bei einer Nerzfarm bei Rahden/NRW erleben durften. Nachdem sie bemerkt wurden, sind sie von einem Pelzfarmer brutal attackiert worden. Dabei wurde die Filmkamera vollständig zerstört. Authentische Videoaufnahmen trüben das „positive Bild“ von Pelzfarmen; und um dies zu verhindern, ist den Pelzfarmern scheinbar jedes Mittel recht. Die Devise in diesem Fall heißt wohl „Zuschlagen und Zerstören“.
Der Deutsche Tierhilfe Verband e.V. startet heute eine bundesweite Unterschriften-Aktion mit dem Ziel, ein generelles Verbot von Deutschen Pelzfarmen zu erreichen. Die Unterschriftenlisten können ab sofort über die Website http://www.deutschertierhilfeverband.de heruntergeladen werden. 
Auf der Website ist auch eine umfassende Videodokumentation zum Thema Pelzfarm einzusehen.