Monatsarchiv: September 2007

Zur Ermordung von 350.000 Enten in der Oberpfalz

Silke Ruthenberg

Buchenwald liegt bei Weimar und es sage keiner, er habe es nicht gewusst! 

Zur Ermordung von 350.000 Enten in der Oberpfalz

Seuchenpolitik nach Art der Gewinnmaximierer meint den Virus und trifft den Wirt. Nachdem in verschiedenen bayerischen Entenmastbetrieben bei ein paar Tieren der Vogelgrippe nachgewiesen worden war, sind in den vergangenen zwei Wochen über 350000 Enten umgebracht worden, soviel Tiere, wie die Großstädte der Region Würzburg, Regensburg und Fürth an Einwohnern zählen.  Längst gibt es einen wirksamen Impfstoff gegen den Vogelgrippevirus, und längst ist bekannt, dass die unerträglichen Lebensbedingungen in den Massentierhaltungen für Hühner, Puten und Enten so immunschwächend auf die Betroffenen wirken, dass der Virus überhaupt eine größere gesundheitliche Gefahr für die Tiere darstellt. Den Virus existiert Ewigkeiten, er ist erst durch die Intensivhaltung einer gigantischen Anzahl von Tieren auf engstem Raum zu einem Problem geworden. Zu einem Problem vor allem für die Lebensmittelbarone, deren Geschäft es ist, die fühlenden und denkenden Tiere zum Nahrungsmittel zu degradieren. Enten hingegen entwickeln trotz Infektion häufig überhaupt keine Krankheitssymptome.

ANIMAL PEACE verurteilt das gigantische Verbrechen an den Oberpfälzer Enten, das von unserem Staat angeordnet und durchgeführt wird. Ein Verbrechen an allen humanistischen Werten, die eine Kulturnation für sich in Anspruchnimmt. Ein Verbrechen an hunderttausenden von Tierindividuen, die Schmerzen und Angst, Freude und Hoffnung empfinden können, die Mitgefühl und Fürsorge kennen und die mit ihren Gefühlen und Gedanken alt werden möchten. Und deren Welt wir Menschen mit Gewalt und Vernichtung überziehen. Den Tieren wird man jedenfalls nicht dadurch gerecht, indem man die Tiere mit CO2 erstickt anstatt sie, wie in der Türkei oder Indonesien geschehen, lebendig inPlastiksäcken begräbt.

Oder anders gefragt:

Hat eine Nation, die solche Verbrechen duldet und durchführt, nicht tatsächlich den Vogelgrippevirus verdient? 

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Hochzeitstauben

Hochzeitstauben – Für den Mensch eine Freude, für die Tiere reinste Qual

Two white  doves.WeddingDer so genannte Auflass von Tauben zu Hochzeiten, aber auch zu anderen Anlässen wie Taufen, Gründungsfeiern, Jubiläen oder Friedensveranstaltungen wird immer beliebter in Deutschland. Die Taube gilt seit Jahrhunderten als Friedenssymbol, die Kommerzialisierung wurde dabei von Sendungen wie „Traumhochzeit“ (RTL) begünstigt, wo der Taubenauflass als Liebesbezeugung zelebriert wurde.

„Es mag zwar eine Kunst sein, solche blütenweißen Tauben zu züchten, doch leider finden die Hochzeittauben nach Auflass nur sehr selten zu ihrem heimischen Schlag zurück, da sie keinen so guten Orientierungssinn haben wie ihre Verwandten, die Brieftauben“ so Reinhold Kassen, Vorstand von animal-peace Tierhof e.V. Durch die Kreuzung verlieren die Tauben ihre Orientierungsfähigkeit und können sich bei großen Entfernungen oder schlechten Wetterbedingungen nur noch schwer orientieren. Zusätzlich kommt erschwerend hinzu, dass es sich bei den Hochzeittauben um eine spezielle Zuchtrasse handelt, die Tiere können in der freien Natur nicht alleine überleben, da sie nicht gelernt haben nach Nahrung zu suchen. Auch eine Suche des Züchters bleibt nach der Zeremonie aus, da ein Verlust der Tiere mit

einkalkuliert wird. „Die Tiere werden nur zu einem einzigen Zweck gezüchtet, sie sollen den Zuschauern einen kurzen Moment der Freude schenken, doch was danach mit ihnen passiert interessiert keinen mehr“, so Kassen weiter. Tauben sind besonders intelligente Tiere, sie stehen in unserer Gesellschaft für Harmonie und Frieden, sie sollten nicht für solche eine Tradition leiden müssen. Eine Hochzeit sollte ein schönes Erlebnis sein und nicht von dem

stillen Leid der Tiere überschattet werden. Jetzt haben Mitarbeiter des Veterinäramtes Reutlingen (Baden-Württemberg) erstmalig gehandelt und bitten angehende Brautpaare auf den tierquälerischen Brauch zu verzichten.

Auch animal-peace Tierhof e.V. fordert bundesweit alle Veterinärämter auf, dem Beispiel von Reutlingen zu folgen und das Auflassen von Hochzeitstauben zukünftig zu verbieten.

animal-peace Tierhof e.V.

Verein stellt Strafanzeige gegen Putentransporteur der Firma Heidemark

 Tierrechtsbund–Aktiv stellt Strafanzeige gegen Putentransporteur der Firma Heidemark

Bremen/Garrel (Kreis Cloppenburg), 05.07.2007. Vor zwei Tagen haben Aktivisten des Tierrechtsbund-Aktiv e.V. dokumentiert, wie ein völlig überladener Putentransport der Firma Heidemark unterwegs war. Der LKW fiel den Tierrechtlern während ihrer Fahrt auf der A1 auf, weil ihnen Federn und Blut auf die Windschutzscheibe flogen.

Kurzerhand kontaktierten die Tierschützer die Autobahnpolizei. Diese stoppte den Tiertransport. Nach einer gründlichen Überprüfung bestätigten die Beamten des Autobahnpolizeikommissariats Ahlhorn die Überladung des LKWs. Daraufhin erstattete Andreas Zemke, Vorsitzender des Tierrechtsbund –Aktiv e. V., direkt vor Ort Strafanzeige, sowohl gegen den LKW-Fahrer als auch gegen den Spediteur der Firma Heidemark. „Der Transporter war nicht nur überladen“, kritisiert Andreas Zemke „zusätzlich wiesen mehrere dutzend Tiere auch ernstzunehmende Verletzungen, wie blutige Bein- und Flügelbrüche auf.“ Diese schlimmen Zustände dokumentierte Zemke mit der Kamera seines Mobilfunktelefons.

Der Fahrer hat laut Tierschutztransportverordnung seine Sorgfaltspflicht verletzt. Er verstieß direkt gegen 4 Paragraphen der Verordnung. „Jedem Transportführer ist bekannt, dass in Deutschland keine verletzten oder kranke Tiere befördert werden dürfen, vor allem wenn zu erwarten ist, dass unnötiges Leid den Tieren zugeführt wird und sogar die Gefahr besteht, dass die Tiere während der Fahrt sterben könnten.“ beanstandet Zemke.

Der Tierrechtsbund Aktiv e.V. vermutet, dass auf Grund der immer höher steigenden, wirtschaftlichen Interessen der Konzerne auch das Fleisch von verletzten Tieren ohne vorherige Selektion in unsere Supermärkte gelangt. Wie am Dienstag bei Frontal 21 (ZDF, 21:00 Uhr) zu sehen war, werden die Hilfsarbeiter in Geflügelschlachtereien dazu genötigt, immer schneller zu arbeiten, da beinahe im Minutentakt neue LKW-Ladungen mit lebenden Tieren ankommen. Ähnliche Beobachtungen machte auch Andreas Zemke bei einem Geflügelschlachthof der Firma Heidemark in Garrel (Kreis Cloppenburg).

Unter http://www.tierrechtsbund-aktiv.de kann das genannte Bildmaterial, sowie ein Auszug aus der Tierschutztransportverordnung mit den Paragraphen, gegen die der Fahrer verstoßen hat, eingesehen werden.